Mandibeln
die Mundwerkzeuge der Insekten, siehe bei
Wikipedia [12].
Melezitose
Melezitose ist ein besonderer Zucker, der von den für den
Waldhonig
entscheidenden Honigtauerzeugern: Schildläusen und Rindenläusen aus dem
Siebröhrensaft [12] der Bäume erzeugt wird. In den meisten Fällen liegt der Anteil dieses dreiwertigen
Zuckers [12]
im Waldhonig unter einem kritischen Wert von etwa 20 %. Wird dieser Wert allerdings erreicht, dann bleibt der Honig nicht mehr flüssig, sondern fängt bereits in den Waben vom
Zellenboden aus an zu kristallisieren. Das „heimtückische“ dabei ist, das dies schon vor dem
Verdeckeln der Honigwaben durch die Bienen geschieht.
so dass dann nur noch sehr schwer der Honig aus diesen Waben heraus geschleudert werden kann. Deswegen wird ein solcher Honig auch als
Zementhonig bezeichnet.
Weiteres kann unter
Melezitose [12] und
Honigtau [12]
nachgelesen werden.
Milbenfall
Totenfall der Varroamilbe – siehe im Bilderalbum
Spätsommerpflege 2006.
Milchsäure
Eine der drei organischen Säuren zur Behandlung gegen die Varroamilbe – siehe bei
Ameisensäure.
Mittelwand Wiedererwendung von Bienenwachs
Das
Bienenwachs kann wiederverwendet werden. Hierzu werden hauptsächlich das
Entdeckelungswachs [A]
aber auch
Altwaben und andere Wachsreste in einem
Dampfwachsschmelzer [A]
oder sommers auch in einem Sonnenwachsschmelzer eingeschmolzen. Das dabei entstandene
Wachs kann in einer mit dem Wabenmuster geprägten Gießform zu sogenannten
Mittelwänden verarbeitet werden. Diese Mittelwände werden dann in die
Rähmchen eingelötet. Hierzu sind dünne Drähtchen gespannt.
Schließlich können diese Rähmchen mit den
Mittelwänden den Bienen während einer
Tracht gegeben werden und die Bienen bauen daraus wieder Waben.
Die Wiederverwendung von Wachs ist teilweise in Verruf geraten, da sich verschiedene fettlösliche Stoffe im Bienenwachs anreichern können. Dies sind z.B. Medikamentenrückstände durch die Behandlung der Bienenvölker gegen die
Varroamilbe und ein Bekämpfungsmittel gegen die Wachsmotte.
Wir verwenden mit gutem Gewissen unser eigenes Bienenwachs zur Herstellung von Mittelwänden, da
in unserer Imkerei entsprechende
rückstandsproblematische Stoffe nicht eingesetzt werden. Gegen die Varroamilbe werden nur
organische Säuren, die im Stoffwechsel auch natürlich vorkommen, verwendet. Die
Wachsmotten [12] müssen nicht bekämpft werden, da nur unbebrütete Waben aus dem
Honigraum im Winter eingelagert werden.
MoT-Methode
Behandlungsmethode gegen die Varroamilbe nach der letzten Honigernte im Herbst – siehe im Bilderalbum
Spätsommerpflege 2006.
Nachschaffung Nachschaffungszelle Stille Umweiselung
Als
Nachschaffung wird ein Zustand des Bienenvolkes bezeichnet, bei dem die Königin verloren gegangen ist, aber noch deren
Brut vorhanden ist. Die Bienen bauen mehrere Brutzellen mit jungen Larven oder
Stiften zu
Weiselzellen um. Im Gegensatz zu den sonst vorkommenden
Schwarmzellen befinden sich die
Nachschaffungszellen mitten auf der Brutwabe. Schwarmzellen werden dagegen immer an den Ober- oder Unterleisten der
Rähmchen gebaut.
Schließlich gibt es noch einen dritten Grund für das Vorhandensein von Weiselzellen, die sogenannte
Stille Umweiselung. Diese dient dem Zweck, eine alte Königin durch eine junge zu ersetzen. Hierbei darf die bisherige Königin sogar noch weiter Eier legen, bis die junge Königin geschlüpft, begattet und in Eilage ist. Danach wird die alte Königin von den Bienen vernachlässigt und stirbt schließlich. Das Stille Umweiseln kann man an zwei Kriterien erkennen:
1. nur eine Zelle, wie bei der Nachschaffung mitten auf der Brutwabe
2. die alte Königin ist noch vorhanden und legt weiter
Näpfchen
Künstlich erzeugter Beginn einer Königinnenzelle, dient zur Königinnenzucht – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Mai 2006.
Nektar
Sektret der Blüte zum Anlocken von bestäubenden Insekten – siehe bei
Wikipedia [12].
Neonicotinoide
Neonicotinoide sind eine Gruppe von relativ neuen für Insekten hochtoxischen Nervengiften, die speziell für den Pflanzenschutz entwickelt wurden. Traurige Berühmtheit erlangte diese Wirkstoffgruppe vor einigen Jahren in Frankreich, wo sie von den Imkern für ein großes Bienensterben verantwortlich gemacht wurde. Im April/Mai 2008 wurde auch in Deutschland eindeutig ein durch ein solches Insektizid verursachtes Bienensterben nachgewiesen. Trotz massiver Proteste von Seiten der Imkerschaft wurden diese als Saatgutbeizmittel verwendeten Stoffe nur kurzfristig vom Markt genommen. Für den Maisanbau sind sie vorläufig – hier in Deutschland, Stand August 2008 – noch verboten.
Näheres siehe bei
Neonicotinoide [12],
Vergiftungen und
Bienensterben im Rheintal 2008.
Nistholz
Eine Nisthilfe für Wildbienen – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Juni 2006.
Organische Säuren Oxalsäure
Hier: Säuren zur Bekämpfung der Varroamilbe – siehe bei
Ameisensäure.
Parthenogenese Jungfernzeugung
Die
Parthenogenese, oder auch
Jungfernzeugung genannt, ist eine Form der eingeschlechtlichen Vermehrung, die bei einigen Insektenarten vorkommt. Im Fall der staatenbildenden Honigbiene legt die
Königin unbefruchtete Eier, aus denen dann nur männliche Tiere,
Drohnen entstehen. Weiteres siehe auch bei
[12].
Pollen Blütenpollen Höseln
Die Bienen sammeln nicht nur Nektar, sondern auch
Blütenpollen um ihren Bedarf an Eiweiß, hauptsächlich zur Aufzucht der
Brut abzudecken. Zum Transport sind besondere Vorrichtungen an den Hinterbeinen der Bienen vorhanden, was „zum Tragen“ von sogenannten
Pollenhöschen führt – die Bienen
„höseln“ also.
Pollen kann auch durch sogenannte Pollenfallen, die vor dem
Flugloch eines Bienenvolkes angebracht werden, gewonnen werden. Hierbei ist eine mehrmalige tägliche Entnahme und sofortige Trocknung erforderlich, um ein Verschimmeln zu verhindern. Im Bienenvolk werden auch Überschüsse an Pollen neben dem Brutbereich eingelagert. Damit dieser haltbar wird, werden Verdauungssäfte zugesetzt, die eine Milchsäuregärung, ähnlich wie beim Sauerkaut, bewirken.
Pollen ist durch seine vielen Vitalstoffe ein hervorragende Ergänzung zur Nahrung, allerdings verlieren diese Stoffe über die Zeit ihre Wirkung. Deswegen sollte Blütenpollen nicht älter als ca. ein halbes Jahr sein.
Nicht unerwähnt bleiben darf die allergieauslösende Wirkung von Pollen, die eine Hauptursache von z.B. Heuschnupfen ist. Da im naturbelassenen (s.
FAQs)
Honig eine geringe Menge von Blütenpollen, bei etwa 0,5 % Anteil vorhanden ist, kann durch das Essen von
Honig ggf. eine Desensibilisierung erreicht werden, siehe auch beim WDR:
„Mit Honig gegen Heuschnupfen.“ [ext] Man sollte damit in der pollenfreien Zeit (Winterhalbjahr) beginnen und der Honig muß aus der Region, in der man lebt, stammen.
Pollenfalle
Eine Sammelvorrichtung, meist vorm Flugloch, bei der die heimkehrenden Sammlerinnen beim Durchschlüpfen ihre Pollenhöschen verlieren – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Juni 2006.
Propolis Kittharz
Der Grundstoff von
Propolis, oder auch
Kittharz genannt, wird von den Bienen an Knospen und
Wunden verschiedener Bäume,
z.B. an Birke, Buche, Fichte und Pappel gesammelt –
näheres hierzu und zur Zusammensetzung siehe
[12].
Propolis hat eine starke antibakterielle und auch pilzhemmende Wirkung und verhindert damit im
Bienenstock
das Wachstum dieser Mikroorganismen, die sonst bei der
Brutraumtemperatur
von 35 ºC
und einer Luftfeuchtigkeit von annähernd 100% ideale Vermehrungsbedingungen hätten. Zudem wird auch, wie ja schon der Name
„Kittharz“ sagt, dieser Stoff zum Verkitten von kleineren Öffnungen und Ritzen verwendet. Dringt im Winterhalbjahr eine
Spitzmaus [12]
in den Bienenstock ein, so kann es vorkommen, daß diese von den Bienen tot gestochen wird. Im Frühjahr findet dann der Imker bei der ersten
Volksdurchsicht auf dem
Beutenboden
den unverwesten, durch die Bienen mit Propolis „einbalsamierten“ Insektenfresser.
Aus dem hier beschriebenen kann man ableiten, daß Propolis ein hervorragendes Heilmittel ist. Unter
[26]
finden sich sehr
ausführliche Informationen über die Gewinnung, Verarbeitung und Anwendung von Propolis.
Achtung!
Was Sie aber unbedingt bei der Lektüre über Propolis und einer geplanten Anwendung
im Hinterkopf behalten (!)
sollten ist, dass ein
gewisser Prozentsatz von uns Menschen
allergisch auf Propolis reagiert! Normalerweise treten dann beim Kontakt mit Propolis nur stark juckende
Hautreizungen und Bläschen auf. Im Grenzfall, können aber selbst lebensbedrohliche Zustände nicht ausgeschlossen werden.
Propolis ist ein Gemisch aus sehr vielen unterschiedlichen Stoffen und diese Zusammensetzung kann stark streuen.
Deswegen wird leider auch eine arzneimittelrechtliche Zulassung dieses Geschenks der Natur nie möglich sein.
Imker, die Endprodukte aus Propolis herstellen und als Heilmittel verkaufen, handeln aus Haftungsgründen und ggf. auch aus strafrechtlicher Sicht
(Arzneimittel) leichtsinnig. Sich ein eigenes „Hausmittelchen“ herzustellen und selbst zu verwenden liegt dagegen wohl eher außerhalb von
Rechtsvorschriften.
Bitte beachten Sie auch den Gesundheitshinweis im
Impressum.
Rähmchen
Ein
Holzrahmen, in den die Bienen eine Wabe bauen. Durch die Verwendung dieses „mobilen Wabenbaus“ wurden vor ca.
160 Jahren die Imkerei revolutioniert. Es war jetzt möglich, Honigwaben dem Bienenvolk zu entnehmen, ohne den
vorhandenen Wabenbau (teilweise) zu zerstören.
In ein modernes
Magazin
passen je nach Typ 8 bis 12
Rähmchen. Diese werden nomalerweise mit
Mittelwänden bestückt und zur
Trachtzeit den Bienenvölkern zum Ausbau in neue
Waben angeboten.
Räuberei Spurbiene Kundschafterin
Bei jedem Bienenvolk sind eine gewisse Anzahl von Bienen, sogenannte
Spurbienen, damit beschäftigt nach neuen
Nahrungsquellen zu suchen. Entdeckt eine solche
Kundschafterin z.B. einen blühenden Apfelbaum, so nimmt sie Nektar
und
Pollen als Kost- und Geruchsprobe in den
Stock
mit und tanzt diese Information ihren Stockgenossinnen
(s. Trachttanz, Schwänzeltanz, Rundtanz)
vor. Hierbei muss die Kundschafterin ihre Schwestern
„überzeugen“. Dies funktioniert natürlich nur, wenn nicht schon sowieso die
Sammlerinnen mit einer attraktiven bestehenden
Tracht
beschäftigt sind.
Es kommt in einer trachtlosen Zeit – besonders im Spätsommer – aber auch vor, dass diese suchenden Bienen andere „Futterquellen“ entdecken. Dies können
z.B. schwache, nicht mehr genügend wehrhafte andere Bienenvölker,
Ableger oder Jungvölker
mit ihren Vorräten sein. Auch defekte oder fehlerhaft verschlossene
Bienenkästen (Magazin-
Beuten),
die hierdurch einen weiteren Zugang in’s Volk, unabhängig zum bewachten
Flugloch ermöglichen, kommen als Ursache
in Frage.
In diesen Fällen kommt es schließlich zu einer
Räuberei, d.h. die fremden Bienen dringen in das Volk ein und stehlen die
Futtervorräte.
Dramatisch ist der Tatbestand, dass die Räuber dabei auch den Stockgeruch des Opfervolkes annehmen und
von diesem dann gar nicht mehr als Feinde erkannt und eventuell abgewehrt werden können. Es entsteht ein enormer Bienenflug und die an der
Räuberei beteiligten Bienen haben jetzt gelernt, dass es eine „leichtere Methode“ zum Futter sammeln gibt. Oft werden dann
auch noch bisher unbeteiligte Nachbar-Völker mit ausgeraubt und der Imker hat größte Mühe die Situation wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.
Rapstracht
Blütentracht des Winterraps, z.B. auf der Schwäbischen Alb im Mai-Juni – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Mai 2006.
Rauch Smoker
Rauch besänftigt die Bienen, die sich sonst auf den Störenfried „stürzen“ würden.
Anmerkung: Eigentlich lenkt der Rauch nur ab. Es wird sozusagen der Waldbrand „simuliert“ und die kleinen
„Fliegerle“ müssen „notstarten“ können. Dazu wiederum muss unbedingt „Treibstoff gebunkert“ werden …
In der Imkerei werden verschieden Rauch-Apparaturen verwendet. Wir benutzen einen sogenannten
„Smoker“,
der aus einem Rauchgutbehälter mit Öffnung und einem angesetzten Blasebalg bestecht. Als Rauchmaterial können
Wellpappe, morsches, getrocknetes Holz oder aber auch getrocknete Kräuter, z.B. Rainfarn oder Lavendel verwendet werden.
Refraktometer
Hier: Optisches Gerät zur Bestimmung des Wassergehalts von Honig – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Juli 2006.
Reinigungsflug
Wenn die Bienen über längere Zeit im Winter nicht ausfliegen können sammeln sich größere Mengen Verdauungsrückstände in der Kotblase, im Hinterleib (
Abdomen) des Bienenkörpers, an. Sobald es die Witterung zulässt, fliegen die Bienen dann aus und geben in etwas Abstand vom
Bienenstock kleine gelbe Tröpfchen Kot ab.
Dies ist auch im Winter, z.B. an einem sonnigen Tag und einer Lufttemperatur von mindestens 10 ºC, und natürlich mehrmals im Frühjahr der Fall. Dieser Vorgang wird
Reinigungsflug genannt.
Rindenlaus
Gruppe von Pflanzenläusen, die Honigtau erzeugen, verwandt mit den Blattläusen –
siehe im Bilderalbum
Waldbegehung am 21.5.2006
oder Bilder bei www.stockwaage.de:
Bilderserien der Honigtauerzeuger [41].
Rundtanz
Bienentanz zur Mitteilung einer Futterquelle im Nahbereich – siehe bei
Trachttanz.
Sammlerin
Tätigkeit einer Arbeiterin – siehe bei
Flugbiene.
Schaukasten
Ein spezieller Holzkasten, mit zwei seitlichen Türen zum Öffnen, in dem ein kleines Bienenvolk
untergebracht ist. Innen sind zwei oder drei Waben übereinander angeordnet, daneben jeweils zwei Glasscheiben. Oben ist ein
Futtertrog und natürlich ist auch vorn ein kleines
Flugloch
vorhanden. Durch diese Konstruktion ist es möglich, „ungefährdet“ in das Innere des Völkchens zu schauen.
Wichtig ist, dass die Seitentüren gut wärmeisoliert sind und bei kühlem Wetter sofort nach der Betrachtung wieder geschlossen werden!
Schlüpfen
Hier: Herauskommen des fertigen Insekts (Imago) aus der geschlossenen Wabenzelle – siehe bei
Auslaufen.
Schröpfen Abkippen Schwarmverhinderung
Das
Schröpfen dient dazu ein Bienenvolk nicht zu stark werden zu lassen, weil es sonst
schwärmen will.
Es ist damit eine Methode der
Schwarmverhinderung. Es kann dabei vorgegangen werden, wie bei der Bildung eines
Ablegers,
d.h. dem Bienenvolk werden Bienen und Waben mit Brut entnommen. Die danach fehlenden Waben werden durch
leere Waben ersetzt. Somit kann das
Schröpfen das notwendige Bienenmaterial für die Ableger liefern, zumal
auch beide Arbeiten in den gleichen Zeitraum fallen (Mai bis Juni).
Natürlich können Bienenvölker auch nur zur Bildung von Ablegern, oder aus sonstigen Gründen geschröpft werden. In der Vegetationszeit und in gewissen Grenzen hat ein Bienenvolk
diesen „Aderlaß“ nach etwa vier bis sechs Wochen durch eine erhöhte Bruttätigkeit wieder ausgeglichen.
Eine Teilung des Volkes in zwei gleiche Hälften, wie sie in etwa bei
einem
Schwarmakt
stattfindet, ist aber deutlich zu viel. Ein solches Teilvolk bringt dann in dem laufenden Jahr keinen Honig mehr und wird erst nach der Sonnenwende wieder die normale
Volksstärke erreichen. Auf der anderen Seite können aus einem normalen Volk ohne weiteres (je nachdem, wie früh im Jahr) zwischen 5 und 10 Ableger
gebildet werden, die dann spätestens im Frühjahr des Folgejahres normal stark sind.
Schwänzeltanz
Bienentanz zur Mitteilung einer weiter entfernten Futterquelle – siehe im Bilderalbum
Bienen- und andere Insektenbilder.
Schwarm Schwarmtrieb
Siehe bei
Bienenschwarm.
Schwarmverhinderung
Methode(n) zur Verhinderung der natürlichen Teilung (Vermehrungstrieb) eines Bienenvolkes – siehe bei
Schröpfen.
Seuchenzeugnis
Amtliche Bescheinigung zur Bienengesundheit, berechtigt u.a. zum Wandern – siehe bei
Wanderzeugnis.
Smoker
Raucherzeugungsgerät zum Besänftigen, genauer gesagt Ablenken der Bienen beim Arbeiten des Imkers am Bienenvolk – siehe bei
Rauch.
Spätsommerpflege
Notwendige imkerliche Arbeiten im Spätsommer – siehe im gleichnamigen Bilderalbum
Spätsommerpflege 2006.
Spurbiene
auch Kundschafterin genannt, siehe bei
Räuberei.
Stift
Als
Stifte werden die Eier genannt, die die Bienenkönigin legt. Weiteres siehe bei
bestiften.
Stille Umweiselung
Das Bienenvolk ist dabei eine alte Königin durch eine junge zu ersetzen, siehe bei
Nachschaffung.
Stock
Das Ganze, Bienenvolk und Behausung – siehe bei
Bienenstock
Stockbiene
Im Gegensatz zur
Sammlerin
eine noch jüngere Biene, die im „Innendienst“, im Bienenstock tätig ist. Typische Aufgaben sind: Putzen, Brut pflegen, Honig verarbeiten, Wachs erzeugen und
Waben bauen.
Siehe auch
Ammenbiene und
Jungbiene.
Stockmutter
Die
Königin eines intakten Bienenvolkes. D.h. sie ist
„vollwertig“ – in Eilage und es sind alle Atersstufen von Brut vorhanden. Ein anderer Begriff für eine Bienenkönigin ist die
Weisel.
Tanzsprache
Kommunikationsmethode zur Mitteilung einer Trachtquelle – siehe bei
Trachttanz.
Tracheen
Atmungsorgane der Insekten – siehe bei
Wikipedia [12].
Taxonomie
Die Taxonomie beschreibt die systematische Einordung aller Lebensformen entsprechend dem Verwandschaftsgrad und damit auch der Abstammung. In diesem Fall geht es um die Bienen im Tierreich siehe bei
Apoidea [12].
Weiter darunter sind dann die Honigbienenarten und dann auch noch die Unterarten (Rassen) angesiedelt, siehe bei
Bienenarten.
Tracht
Es blühen für die Bienen attraktive Pflanzen oder der Wald honigt. Wenn hierbei von den Bienen Mengen gesammelt werden,
die über dem
Eigenbedarf
liegen, wird von einer
Blüten- oder
Honigtautracht gesprochen. Der Eigenbedarf eines Bienenvolks liegt über
100 kg
1 Nektar oder Honigtau im Jahr. Das meiste davon wird allein zum Wärmen des Brutnestes verbraucht, s.
Brutnesttemperatur. Der Bedarf an
Pollen (Eiweiß) für die Aufzucht der Brut liegt bei etwa 25 kg.
Der bei einer Tracht entstehende Überschuß an Nektar oder Honigtau wird von den Bienen immer über dem
Brutnest
eingelagert. Hierbei findet eine
Weiterverarbeitung statt, bei der durch Verdunstung laufend Wasser entzogen wird und bei der der
Zuckeranteil durch Enzyme und Fermente der Biene in die Einfachzucker
Glucose
und
Fructose aufgespalten (invertiert) wird. Ist
der Wasseranteil des inzwischen entstandenen Honigs auf einen Wert unter 20% gesunken, so ist der Honig „reif“.
Dies bedeutet, dass keine Gärfähigkeit mehr vorhanden ist. Die Bienen fangen jetzt an, die einzelnen „Honigtöpfchen“
(
Zellen) mit einer
Wachsschicht zu verschließen (zu
verdeckeln).
In „schlechteren Zeiten“, wie z.B. einer Regenperiode oder keiner Tracht, wird dann auf diese Vorräte zurückgegriffen.
Auch überschüssiger Pollen wird eingelagert, aber im Gegensatz zum Honig immer nur neben der Brut (die Randwaben des Brutnestes) und auch nur in deutlich kleinerem Umfang.
1Beim Eigenbedarf gibt es sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen. So wird in der Literatur teilweise ein Wert von über 150 kg (!) Nektar pro Jahr angenommen. Auf der anderen Seite wissen wir Imker, dass ein Bienenvolk im Februar / März, wenn es schon recht stark brütet, etwa 4 bis 5 kg Futter pro Monat braucht. Das würde 50 bis 80 kg (im Winter weniger, im Sommer noch mehr) ergeben. Der Honig (oder das Winterfutter) enthält zwei- bis dreimal so viele Zuckeranteile wie Nektar oder Honigtau. Der Wasseranteil wurde von den Bienen beim Einlagern entsprechend reduziert.
Trachttanz Tanzsprache Schwänzeltanz Rundtanz Zittertanz Bepiepen
Die Bienen haben verschiedene
Tanzsprachen um ihren Stockgenossinnen eine
Tracht
oder auch eine andere
Futterquelle
mitzuteilen. Im Nahbereich (bis ca. 100 Meter) wird ein
Rundtanz verwendet und die Bienen müssen einfach
in der Nähe nach Geruch (!) suchen. Bei weiteren Entfernungen wird der
Schwänzeltanz, mit „eingebautem Kompass“ und einer zusätzlichen Entfernungsangabe benutzt. Die so informierten
Sammlerinnen
nehmen nur so viel „Treibstoff“ in ihrem Honigmagen mit, dass sie die Trachtquelle sicher anfliegen können.
Hierdurch kann fast optimal viel Nahrung heimgebracht werden.
Neben diesen Tänzen zur Aufforderung an die Stockgenossinnen zum Sammeln gibt es auch noch den
Zittertanz und das sogenannte
Bepiepen.
Der Zittertanz wird von einer Sammlerin aufgeführt, wenn sich die Abnahme der Nahrung durch
Stockbienen
zu stark verzögert hat, weil z.B. alle vorhandenen
„Vorratskammern“ gefüllt sind. Das Bepiepen signalisiert, dass die von einigen Tänzerinnen noch betanzte Trachtquelle bereits versiegt ist. In beiden Fällen wird das weitere Tanzen eingestellt.
Weiteres zum Trachttanz siehe auch bei
[12] und
[21].
Trachtvolk
Ein
Trachtvolk ist ein Bienenvolk
(Altvolk), dass in einer möglichst optimalen
Volksstärke gehalten wird.
Umlarven
Umbetten von jungen weiblichen Bienenlarven in künstlich erzeugte
Zellen bei der Königinnenzucht – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Mai 2006.
Varroa Varroamilbe Varroose
Parasit der Honigbiene. Die Vermehrung findet in der
verdeckelten Bienenbrut statt. Dieser Parasit stammt ursprünglich aus Asien (Östliche Honigbiene) und hat sich inzwischen (seit 1979 in Deutschland) fast überall auf der Welt verbreitet.
Zur Biologie siehe bei
Varroose [12] (früher Varroatose genannt).
Populationsentwicklung und die daraus resultierende Gefahr:
Ausgehend von einem niedrigen Startwert
1 steigt die Populationskurve der
Varroamilbe über die gesamte Zeit, in der Bienenbrut vorhanden ist, immer weiter, exponentiell
2 an. Dagegen erreicht die Anzahl der
Bienen-Brut
zellen
zur Sonnenwende ihr Maximum und nimmt dann kontinuierlich ab. Somit wird das Verhältnis
Milben zu Brutzellen ab Jahresmitte laufend ungünstiger. Dies kann nur durch eine Behandlung gegen die Milbe unterbrochen werden, z.B. mit der in die gedeckelten
Brutzellen hinein wirkenden
Ameisensäure nach der
MoT-Methode [A]. Weiter kommt erschwerend hinzu, dass ab September aus der Brut Winterbienen entstehen. Diese können nur optimal aufwachsen und den kommenden Winter überstehen wenn sie
nicht schon als Larve durch den Parasit geschwächt wurden.
1 Ein möglichst niedriger Startwert im Frühjahr hängt von einer im Winter durchgeführten Behandlung gegen die Varroa, z.B. mit der Oxalsäure ab.
2 Die Vermehrungsrate der Varroa liegt bei etwa Faktor 2 in drei Wochen. Aus dem vorher Gesagten ergibt sich die dringende Notwendigkeit die Bienenvölker jedes Jahr ausreichend gegen die Varroose zu behandeln. Eine Ausrottung
des aus Asien eingeschleppten Brutparasits ist leider nicht möglich.
Im Gegensatz zu tropischen Bienenarten und -Rassen besteht bei unserer
gehaltenen Westlichen Honigbiene [12] noch kein stabiles Gleichgewicht zwischen Parasit und Wirt. Es gibt aber einige Zuchtbemühungen und auch immer wieder Teilerfolge, die in diese Richtung gehen.
Verbrausen
Gefahr bei der
Wanderung durch Überhitzung eines Bienenvolks.
Bei der Wanderung besteht insbesondere an heißen Tagen oder bei fehlender Belüftung die Gefahr, dass das Bienenvolk
„verbraust“. Die Bienen wollen wegen der zu hohen Temperatur die
Beute verlassen, das
Flugloch ist aber für die
Wanderung verschlossen. Um flugfähig zu sein, haben die Bienen auch noch Futter („Treibstoff“) aufgenommen. Dieses wird jetzt durch einen erhöhten Stoffwechsel (Panik) verbrannt, was zu einer weiteren Erwärmung führt. schließlich entsteht eine Temperatur, die dazu führt, daß auch ein Teil des Wabenbaus (die durch Honig schweren, unbebrüteten
Zellen des
Honigraums) in der
Beute instabil wird und zusammensackt. Ein trostlosen Bild entsteht! Bienen, Honigvorräte und
Wachs, alles durcheinander als „Pampe“ unten im Beutenboden.
Vorlagern
Sammelbienen halten sich bei sehr warmen Wetter oder großer
Volksstärke als schwarmähnliche Traube vor dem Flugloch (
lagern sozusagen
vor) und gehen nicht ins Stockinnere – siehe bei
Flugbiene.
Vergiftungen
Die Bienen sind potentiell durch Pestizide, die vielfach in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, gefährdet. Insbesondere treten dann Schäden auf, wenn Anwendungsvorschriften nicht eingehalten werden oder bei den Zulassungsverfahren nicht ausreichend reale Verhältnisse bei der Anwendung der Giftmittel berücksichtigt wurden.
Als besonders problematisch erscheint derzeit der Pflanzenschutzeinsatz von künstlichen Nikotinverbindungen – sogenannte
Neonicotinoide.
Diese systemisch wirkenden Nervengifte werden inzwischen weltweit am häufigsten, z.B. zum Beizen von Saatgut verwendet.
In Frankreich steht ein Mittel aus dieser Stoffgruppe seit Jahren im Verdacht Bienenvergiftungen hervorgerufen zu haben
(1) und 2008 trat ein
Bienensterben im Rheintal durch einen anderen Wirkstoff dieser Gruppe auf. Es ist anzunehmen, dass bekannt gewordene Bienenvergiftungen nur die „Spitze des Eisberges“ darstellen und viel häufiger schleichende Vergiftungen auftreten, die nicht zu massiven und direkt sichtbaren Schäden führen, sondern nur die Vitalität von Bienenvölkern verringern. Hierdurch wird auch die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten erhöht.
Ein besonderer Schutzmechanismus des Bienenvolkes erschwert das Erkennen und auch den Nachweis von Vergiftungen der erwachsenen (adulten) Tiere. Sie verlassen bei Krankheiten und sehr wahrscheinlich auch bei Vergiftungen das Volk – fliegen ab, bzw. kehren erst gar nicht heim – um eine Verbreitung der (vermeintlichen) Krankheit im dicht bevölkerten
Bienenstock zu verhindern.
Solche geschädigten Bienenvölker können dann z.B. bei der Entwicklung im Jahreslauf
dadurch auffallen, dass sie „nicht richtig in die Gänge kommen“, einfach relativ schwach bleiben. Ein gesundes
Carnica-Volk hat dagegen eine Dynamik von ca. 8.000 zu 40.000 Bienen, im Zeitraum
Auswinterung bis zur Sonnenwende.
Vereinigen Aufsetzen Verstärken Zusetzen
Es gibt verschiedene Methoden, Bienenvölker oder Teile davon zu
vereinigen. Die häufigsten Gründe hierfür
sind der Verlust der
Stockmutter oder eine nicht ausreichende
Volksstärke (s. auch
Trachtvolk).
Bei schwachen Völkern ist vorher unbedingt die Ursache zu klären! So kann z.B. bei einem kranken Bienenvolk das
Vereinigen nichts bringen. Falls die Königin zu alt ist, kann das Entfernen der alten und das
Zusetzen
(im Zusetzkäfig in die Wabengasse und drei Tage gesperrt!)
einer jungen den Erfolg bringen. Alternativ kann ein ganzes Begattungskästchen (über Zeitung!) in einer leeren
Zarge
aufgesetzt werden.
Vor allem im Herbst, vor der Einwinterung und im zeitigen Frühjahr ist es sinnvoll, die
Volksstärke der Bienenvölker zu kontrollieren und ggf. die schwächeren den stärkeren
aufzusetzen. Bei
Jungvölkern, die zu schwach gebildet wurden, reicht normalerweise das
Zugeben einer gedeckelten Brutwabe (ohne die ansitzenden Bienen) völlig aus.
Insgesamt ist das
Verstärken durch Brut – auch das Geben einer schlupfreifen
Weisel- oder Schwarm
zelle – immer den anderen, hier beschriebenen Methoden vorzuziehen. die Bienen können hierbei nicht zwischen „fremd“ und „eigen“ unterscheiden und jegliche Aggressionen, die sonst untereinander möglich sind, werden von vorn herein vermieden – die Brut, oder Königin schlüpft genauso, wie die eigene.
Verdeckeln
Die Bienen verschließen
Wabenzellen aus zwei Gründen:
1. Luftdicht mit
Wachs beim
Honig, wenn dieser reif, d.h. der Wassergehalt entsprechend niedrig ist. Zudem muss diese Vorratszelle auch voll gefüllt sein.
2. Luftdurchlässig (porös) bei
Brutzellen mit einem Gemisch aus Wachs und
Propolis, wenn die Larven darin alt genug zum verpuppen sind.
Volksstärke
Die Größe, Anzahl der Bienen, eines Bienenvolkes.
Die handwerkliche Kunst eines Imkers besteht darin, die Bienenvölker in einer optimalen,
trachtfähigen Volksstärke zu halten, weil sie nur dann in größeren Mengen Honig erzeugen. Ist die
Volksstärke zu gering, können die Bienen fast nur den
Eigenbedarf des Volkes abdecken. Steigt die
Volksstärke zu stark an, will das Bienenvolk sich teilen (
„schwärmen“). Danach kann dann wieder nur der Eigenbedarf abgedeckt werden.
Zahlen zur
Volksstärke, die auch jahreszeitlich schwankt, siehe bei
„Beute“ und
„Zarge.“
Waagstock Funkwaage
Als
Waagstock wird ein Bienenvolk auf einer Waage bezeichnet. Diese Anordnung dient zur objektiven Beurteilung einer
Tracht an einem Stand- oder
Wanderplatz. Vor allem bei Waldtrachten ist der Erfolg nur durch das Beobachten und Einschätzen des Besatzes an
Honigtauerzeugern [41] im Vorfeld und später den Einsatz einer Waage, deren Ergebnisse regelmäßig ermittelt werden, gewährleistet.
In heutiger Zeit werden vermehrt
Funkwaagen eingesetzt, die ihre Ergebnisse automatisch und täglich über das Mobilfunknetz an eine Zentrale melden. Diese Daten können dann von den Betreibern über das Internet abgerufen und verglichen werden.
Wabe
Wenn wir Imker von einer Wabe reden, meinen wir normalerweise das
„Rähmchen“ mit dem darin befindlichen
Wabenbau – siehe auch die Begriffe
Mittelwand, Honigraum, Brutwabe, Altwabe und
Bauerneuerung.
Wabenabstand Wabengasse bee space
Mit
Wabenabstand ist der Abstand zwischen zwei nebeneinander liegenden
Waben gemeint. Dieser beträgt bei den von uns Imkern gehaltenen europäischen
Rassen
der
Westlichen Honigbiene [12] von Wabenmitte zu Wabenmitte
35 mm. Der zwischen den Waben liegende freie Raum wird als
Wabengasse bezeichnet. Er ist so eng oder weit, dass die Bienen ohne Behinderung beide Waben belaufen und andererseits noch von der einen auf die andere Wabe wechseln können.
Wenn der Abstand größer ist, z.B. weil der Imker zwei
Rähmchen zu weit auseinander rückt, fangen die Bienen an in diesen Zwischenraum auch Wabenwerk, sogenannten
Wildbau, zu bauen. Dies passiert z.B. auch dann, wenn der Imker gar keinen Wabenbau in Form von Rähmchen, bestückt mit
Mittelwänden
vorgibt (Beispiel
Heideimkerei [12] mit Strohkörben) oder wenn ein Bienenvolk aufgrund seiner Volksstärke anfängt, in den hohen Unterboden der
Magazin-Beute zu bauen. Die Waben dieses Wildbaus haben dann auch diesen natürlichen Mittenabstand von 35 mm.
Ein weiterer Begriff ist der sogenannte
bee space (Bienenabstand) mit
8 mm. In der Definition handelt es sich hierbei nur um den freien Abstand zwischen
Rähmchen (Wabe)
und Kastenwand oder zwei übereinander angeordneten Rähmchen. Dieser Abstand wurde von
Lorenzo L. Langstroth [12], dem Erfinder der berühmten Langstroth-Beute im Jahre 1851 entdeckt. Dieses Maß entspricht auch der
Wabengasse (s. oben).
Wachs Wachsdrüsen
siehe bei
Bienenwachs.
Wachsmotte
Parasit aus der Familie der Schmetterlinge, der den Wabenbau zerstören kann – siehe bei
Wikipedia [12].
Waldbegehung
Ein Waldspaziergang zur Ermittlung der Population von imkerlich interessanten Honigtauerzeugern (Lausarten), hauptsächlich an der Fichte und der Weisstanne – siehe im Bilderalbum
Waldbegehung am 21.5.2006.
Waldhonig
Waldhonig oder sogar Tannenhonig sind besondere
Honigsorten, die nicht aus dem Nektar von Blütenpflanzen, sondern aus
Honigtau [12]
von Nadelbäumen entstehen. Weiteres ist
hier, bei den FAQs erklärt.
Wanderbock
Der
Wanderbock ist ein Gestell, dass im wesentlichen aus zwei Querhölzern (Balken) in einem definierten Abstand besteht. Diese werden grob waagrecht (evtl. mit der Wasserwaage) ausgerichtet, z.B. durch das Unterlegen von Steinen, Lättchen etc. Schließlich werden dann die Bienenvölker
(Beuten) auf den Wanderbock gestellt.
Bei einem anderen Imker habe ich auch schon einmal eine quergelegte Aluleiter mit untergelegten Plastik-Getränke-Kisten gesehen. Wir Imker sind halt erfindungsreich …
Wandern Gitterboden
Bienen werden zu einen anderen Ort in eine
Tracht
verbracht. Dies wird als
Wandern bezeichnet. Hierzu muss zu einer Zeit, in der auch die
Flugbienen
„zu hause“ sind, die
Beute
verschlossen
(Flugloch schießen) werden. Dies ist nachts, spät abends nach Sonnenunter- oder früh morgens, vor Sonnenaufgang der Fall. Transportiert werden die so eingesperrten Völker möglichst zu einer kühlen Tageszeit (früh morgens). Zudem muss eine Belüftungsmöglichkeit vorhanden sein, da sonst die Gefahr zum
„Verbrausen“ besteht. Für die
Wanderung geeignete
Beuten haben hierzu einen
Gitterboden (Insektengitter).
Wanderwart
Der
Wanderwart ist ein ortsansässiger Imkerkollege, der dafür sorgt, das beim
Wandern alles ordentlich zugeht. Naheres s. auch
BSV.
Im wesentlichen geht es hier auch darum, dass ortsansässige Imker eines Wandergebietes nicht durch die fremden Kollegen, die mit ihren Völkern in das Gebiet wollen, benachteiligt und dass zu massive Völkerzahlen im einem zu engen Umfeld vermieden werden.
Wanderzeugnis Seuchenzeugnis
Amliches Dokument zur Bienengesundheit, notwendig zum Wandern – siehe bei
BSV (Bienensachverständiger).
Wasserholerin
Das
Wasser holen ist eine der gefährlichsten Aufgaben einer
Sammlerin. Schon im zeitigen Frühjahr muss wegen dem stark ansteigenden Bedarf an
Futter für die wieder einsetzende
Brut-Aufzucht zusätzlich Wasser geholt werden, da das honigähnliche Futter viel zu „dickflüssig“ oder ggf. sogar
kandiert ist. So muss bei Wind und Wetter ausgeflogen werden und oftmals kommen nur wenige Wasserholerinnen wieder heim.
Auf der anderen Seite hat es die Natur so eingerichtet, dass das Wasserholen die Alterstätigkeit bei den Bienen ist und damit nur wenige Bienen im
Stock sterben.
(1) Weisel (2) weisellos (3) Weiselzelle (4) weiselrichtig
(1) ist eine andere Bezeichnung für die
Bienenkönigin
(2) ist ein Bienenvolk, das seine Königin verloren hat, oder der Imker hat sie z.B. entnommen
(3) ist eine spezielle sackartig, senkrecht angeordnete Brutzelle, in der eine Königin heranwächst – weiteres siehe auch bei
auslaufen
(4) ist ein Bienenvolk das eine Königin hat
Werkzeug
In der Imkerei werden viele Gerätschaften und
Werkzeuge verwendet.
Man kann hier entsprechend dem Verwendungszweck unterscheiden:
1) zur Bearbeitung der Bienenvölker
[Bild Stockmeissel++]
[Smoker]
2) zur Honigernte und Bearbeitung
[Bild Entdeckelungsgabel++]
[Honigschleuder]
3) zur Wachsgewinnung – Verarbeitung
[Bild Dampfwachsschmelzer]
4) zum Wandern (Transport der Bienenvölker)
Eine detaillierte Aufstellung ist auch bei
[12] zu finden.
Wespenprobleme
Einige Informationen zur jährlich herbstlichen Problematik im Bilderalbum
Räuber, Sammler und Früchte.
Wildbau
Natürlicher, freier Wabenbau der Bienen – siehe bei
Bienenwachs.
Wildbienen
Gruppe von im Gegensatz zu den Honigbienen meist einzeln (solitär) lebenden Bienen. Bei uns in Mitteleuropa sind das über 500 verschiedene Arten – ein Beispiel davon siehe im Bilderalbum
Bienen- und andere Insektenbilder. Ein Sonderfall sind die Hummeln, die während der Vegetationszeit, wie die auch zu den
Hautflüglern [12]
zählenden Wespenarten staatenbildend sind.
Mit Wildbienen sind nicht die bei uns selten auftretenden wild lebenden Honigbienenvöker gemeint, wie sie vor Jahrhunderten noch zahlreich bei uns vorgekommen sind. Es sind heute ausschließlich ursprünglich verwilderte
Bienenschwärme
mit einer nur sehr begrenzten Überlebenschance wegen diverser Bedrohungen, wie z.B. der Varroa-Milbe.
Andererseits kommen weltweit, gerade in den tropischen Regionen Asiens, noch weitere
Honigbienenarten [12] vor, die noch ursprünglich, nicht durch Zucht, oder andere Maßnahmen verändert wurden. Noch zu erwähnen sind hierbei auch Unterarten unserer
Apis mellifera in Afrika und die Stachellosen Bienen Amerikas.
Winterfutter Abernten Einfüttern
Wir Imker „stehlen“ den Bienen den Honig, der eigentlich als Vorrat für Notzeiten und für den
Winter zur Verfügung stehen sollte. In der Vegetationszeit belassen wir auch nach einer
Honigernte immer genug Honig im Volk, damit auch eine Regen- oder Kälteperiode überbrückt werden kann. In ganz extremen Situationen (war z.B. bis Mitte Mai 2005 der Fall) wird Blüten- oder Rapshonig zugefüttert.
Anders ist die Situation im Herbst eines Jahres: Die Völker werden normalerweise Mitte bis Ende August
abgeerntet und als Ersatz für den nun fehlenden
Wintervorrat wird direkt anschließend eine gesättigte Zuckerlösung, ein Gemisch aus zwei Teilen Wasser und drei Teilen Zucker, sogenanntes „Zuckerwasser“ gefüttert. Die Bienen verarbeiten diesen künstlichen Nektar genau so wie den natürlichen zu einem honigähnlichen Vorrat, dem sogenannten
Winterfutter. Wichtig ist, dass diese Futtergabe noch bei möglichst warmen Tagestemperaturen erfolgt, da diese zur Fermentierung (Invertierung) der Zuckerlösung erforderlich ist. Somit ist auch keine (!) Fütterung im kalten Winter mehr möglich. Pro Volk werden ca. 15 bis 20 kg Zucker benötigt, da dieser Vorrat in etwa bis zur Kirschblüte des Folgejahres reichen muss. Erst dann entsteht wieder ein Überschuss an hereinkommenden Nektar. Der
Futter- Verbrauch eines Bienenvolkes beträgt ohne Brutpflege etwa 400 g pro Monat und steigt im Frühjahr auf das zehnfache (!) durch die dann wieder einsetzende Anfzucht von Brut an.
Bei der
Auswinterung wird der Vorrat an
Winterfutter kontrolliert. Gegebenenfalls wird hierbei zwischen den einzelnen Völkern ausgeglichen. Falls ein Überschuss vorhanden
ist, werden diese
„Futterwaben“ entnommen und für die später im Jahr stattfindende Fütterung der
Jungvölker aufgehoben.
Das
Winterfutter hat sogar gegenüber dem Honig den Vorteil, dass es weniger „Ballaststoffe“ enthält. Dies gilt insbesondere für die dunklen Honigtau-Honige. Die Bienen können beim Überwintern auf dunklem Honig das Problem bekommen, dass sie witterungsbedingt über Monate nicht ausfliegen und abkoten können – siehe
Reinigungsflug. Dies kann dann aus Not zum Koten im Bienenstock und dem anschließenden Putzen (durch andere, noch gesunde Bienen) zur Verbreitung von Krankheitskeimen führen (Nosema, Ruhr). Letztendlich sind solche Völker dann bei der
Auswinterung sehr schwach, oder gehen sogar im zeitigen Frühjahr ein.
Zarge
Eine
Zarge ist genau eine Etage (ein Magazin) einer Beute. Siehe auch bei
„Beute“ und
„Magazin“.
Ein Bienenvolk benötigt auf Grund der Dynamik in der
Volksstärke im Jahreslauf nacheinander 2, 1, 2, 3 (oder sogar weitere) und schließlich wieder 2
Zargen. Je nach
Betriebsweise
wird über der ersten oder zweiten
Zarge ein
Absperrgitter eingelegt, so dass im oberen Bereich
(Honigraum) nicht gebrütet, sondern nur Honig eingelagert werden kann. Hierzu sind dann bei einer guten
Tracht auch weitere Zargen notwendig, um bis zur Ernte ein Verhonigen des Brutraums zu verhindern.
Zelle
Als
Zelle wird die kleinste Einheit einer
Wabe aus
Bienenwachs bezeichnet, typisch mit ihrer sechseckigen Form. In diesen Zellen wird entweder die Bienenbrut (s.
Brutnest) herangezogen, oder es werden auch Vorräte eingelagert. Dies ist vor allem der Honig (s.
Honigraum), aber auch in kleineren Mengen der
Blütenpollen. Ferner dienen die leeren, luftgefüllten Zellen der Randwaben im Winter zur Wärmeisolation.
Wenn Imker von einer
Zelle sprechen, meinen sie aber auch häufig eine
Weiselzelle, die Wiege einer neuen
Königin. Solche sackartig, senkrecht herunter hängenden Gebilde treten beim
Schwarmtrieb [12], der
Nachschaffung und bei der Vermehrung der Bienenvölker durch
Ablegerbildung und Königinnenzucht auf. Weiteres siehe auch bei den Begriffen
Umlarven [A],
Näpfchen [A]
und
Auslaufen.
Zementhonig Melezitosehonig
Zementhonig, auch
Melezitosehonig genannt, ist ein
Waldhonig, der aufgrund der darin enthaltenen erhöhten Konzentration des Dreifachzuckers Melezitose nur sehr schwer zu ernten ist. Als Hauptverursacher gilt die
Große Schwarze Fichtenrindenlaus [41]. Der Zementhonig tritt nie bei frühen
Waldtrachten, sondern erst ab etwa dem 1. Juli auf. Verdachtsmomente sind starke
Waagstockzunahmen selbst bei relativ kühlem und regnerischem Wetter.
Mehr siehe bei
Melezitose.
Zittertanz
Tritt in Zusammenhang mit den Trachttänzen auf – siehe bei
Trachttanz.
Zuchtrahmen
Rähmchen zur Aufnahme von mehreren künstlich erzeugten Königinnenzellen bei der Königinnenzucht – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Mai 2006.
Zusetzen
Meist wird eine junge Bienenkönigin oder eine schlupfreife Königinnenzelle einem weisellosen Volk zugesetzt – siehe bei
Vereinigen.