FAQs

Hier eine Auf­listung der am häufig­sten ge­stell­ten Fra­gen (engl: fre­quently asked ques­tions), haupt­säch­lich zum Lebens­mittel Honig.


Warum wird mancher Honig fest?

Honig ist im Endzustand immer fest (kandiert). Je nach Zu­sammen­setzung des Honigs geschieht dieser Über­gang (Kristalli­sation) von flüssig nach fest inner­halb weniger Tage bis zu eini­gen Monaten. Ent­scheidend für diese Eigen­schaft ist das Verhält­nis der beiden Haupt­bestand­teile Frucht- und Trau­ben­zucker des Honigs. Ein Ver­hältnis von ca. 1:1, wie es beim Raps­honig vor­handen ist, be­deutet eine sehr schnelle Kristalli­sation inner­halb weniger Tage. Bei einem über­wiegenden Verhält­nis des Frucht­zuckers von etwa 1,7:1 (Tannen­honig) bleibt dagegen der Honig über Monate oder sogar Jahre flüssig. Die schnell kristalli­sieren­den Honige werden von uns nur im kremigen Zu­stand angeboten. Damit dies erreicht wird, muss der Honig während der Kristalli­sations­phase mehrmals vor­sichtig gerührt werden (keine Luft ein­rühren!). Hier­durch werden grobe (zuck­rige) Kristalle ver­hindert, bzw. mechanisch zer­klei­nert und der Honig wird gut streich­fähig, was auch als „fein­steif“ be­zeich­net wird.


Durch was bleibt mancher im Supermarkt gekaufter Honig flüssig?

Entweder ist es die Honig­sorte (z.B. Akazie), die sowieso lange flüssig bleibt, oder der Honig ist ein so genannter Gefil­terter Honig [ext.Link] . Hierbei werden natür­lich vor­kommende kleinste feste Bestand­teile des Honigs, haupt­säch­lich Pollen ent­fernt. Damit gibt es keine „Kristalli­sations­keime“ mehr, die eine not­wendige Voraus­setzung für den Start einer Kristalli­sation sind. Wir lehnen einen so behandel­ten Honig ab, da aus unserer Sicht nur ein unbe­handelter Honig voll­wertig ist.

Gerade das Pollen­bild eines Honigs, d.h. die im Honig vor­hande­nen Pollen in Ihrer Viel­falt und Menge unter­ein­ander, ermög­lichen eine sehr genaue Be­stimmung der Her­kunft des Honigs. Im Honig-­Labor [8] der Landes­anstalt für Bienen­kunde an der Uni­versi­tät Stutt­gart-Hohen­heim werden z.B. solche Unter­suchun­gen zur Qua­litäts- und Her­kunfts-­Bestim­mung von Honigen durch­ge­führt.


Wie erreicht der Imker, dass eine spezielle Honigsorte entsteht?

Durch zeitliche und räum­liche Tren­nung. Prak­tisch heißt dies, die Blüte­zei­ten ver­schie­dener Trachtpflan­zen sind unter­schied­lich oder an ver­schie­denen Orten blüht auch Ver­schie­denes. Wenn der Imker also nach der Blüte einer Sorte den dabei ent­stan­denen Honig erntet, kann er das Ergeb­nis ent­sprech­end deklar­ieren. Genauso beginnt während der Obst­blüte bei uns die Raps­blüte im Hohen­lohi­schen (Gegend nord­öst­lich von Schwä­bisch Hall). Die Über­zahl der Raps­blüten ist dann dort so „erdrück­end“ dass ein paar dort auch blühende Apfel­bäume das Ergeb­nis „Raps­honig“ kaum „ver­fäl­schen“ können.

Auf der anderen Seite blühen immer gemein­sam das Obst (Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche) mit der sehr guten Tracht­pflanze Löwen­zahn. Des­halb bekommen wir hier nie einen „Obst­blüten­honig“ oder einen „Löwen­zahn­honig“ son­dern nur einen mit der all­ge­meineren Bezeich­nung „Blüten­honig“. In bestimm­ten Höhen­lagen z.B. auf der Schwäbi­schen Alb ist es dagegen mög­lich einen „Löwen­zahn­honig“ zu ernten, weil es dort kaum Obst­bäume gibt.


Wie entsteht Waldhonig oder Tannenhonig?

Der generelle Unter­schied zum Blüten­honig ist, dass Wald­honig nicht aus den Nekta­rien­säf­ten der Blüten von Pflan­zen, sondern aus Honig­tau ent­steht. Als Honig­tau [12] werden zucker­haltige Aus­schei­dungs­pro­dukte von an Pflan­zen sau­gen­den Insekten bezeich­net. Diese gehö­ren zur Ord­nung der Schnabel­kerfe (Hemip­tera). Davon imker­lich interes­sant sind bei uns nur einige Rinden­läuse (Lach­niden) und Napf­schild­läuse (Lecanien) auf den Nadel­bäumen Fichte und Tanne und schließ­lich auch noch Blatt­läuse auf Eiche, Linde und Ahorn. Damit aus­rei­chend Honig­tau für eine Waldtracht ent­steht, muß es bei diesen Tieren zu einer soge­nannten Massen­ver­meh­rung in den Sommer­mona­ten kommen. Dies ist wie­derum nicht jedes Jahr der Fall und hängt von vielen, nur teil­weise bekann­ten Fakt­oren ab, siehe auch bei www.stock­waage.de [41].

Zur Sorten­be­zeich­nung: Wald­honig ist die all­ge­meine (über­ge­ord­nete) Bezeich­nung für Honig aus Honig­tau von allen Wirts­pflanz­en der Honig­tau­er­zeu­ger [41]. Als Tannen­honig wird dagegen nur eine Teil­menge, der Honig von der Weiß­tanne (Abies alba) bezeich­net. Auf dieser kommen nur einige wenige Laus­arten vor. Die Tren­nung kann dadurch erfol­gen, dass im jahres­zeit­lichen Ablauf fast immer die Tracht von der Tanne als letz­tes, im Juli und August erfolgt. Im Zwei­fels­fall kann nur eine Unter­suchung in einem Honig­labor, z.B. bei [8] Auf­schluss geben.


Darf ich Honig erhitzen?

Honig ist ins­be­sondere dadurch wert­voll, dass er nicht erhitzt wird, bzw. wurde. Von den etwa 200 ver­schie­denen Inhalts­stoffen sind einige sehr wärme­empfind­lich. Hierzu zählen z.B. bio­logisch aktive Enzyme, Inhi­bine und eine Reihe von Eiweiß­stoffen.

Als gene­relle Regel gilt: Nie über 40 ºC erwär­men! Sie können einen festen Honig in einem gut hand­warmen Wasser­bad „weich“ machen. Meist reicht es schon aus, wenn der Honig in die Wärme, z.B. in die Nähe der Hei­zung gestellt wird. Einen festen Honig gar wieder zu ver­flüssi­gen bringt nur etwas, wenn die Sorte danach eine Chance hat, wieder eini­ger­maßen lange flüssig zu sein. Bei schnell kris­talli­sieren­den Blüten­honi­gen ist dies ohne Schädi­gung des Honigs gar nicht mehr voll­stän­dig möglich. Wir erwär­men solche Honige für das Abfüllen in Gläser nur in einer genau tempe­ratur­gesteu­erten Wärme­box auf 35 ºC, damit sie im teigi­gen Zustand aus­rei­chend „fließ­fähig“ sind. Siehe auch weiter unten: „Ist es sinn­voll, Honig wieder in der Mikro­welle zu ver­flüssi­gen?“


Wie lagere ich meinen Honig richtig?

Kühl, trocken und dunkel. Honig ist sowohl temperatur-, als auch licht­empfindlich. Ein guter Lager­ort ist normaler­weise der Keller. Höhere Lager­tem­pera­tur bedeu­tet schnellere Alter­ung, d.h. beson­ders die bio­akti­ven Bestand­teile des Honigs bauen sich dann schneller ab.

Bitte beachten Sie auch, dass Honig hyg­ros­kop­isch (wasser­anziehend) ist. Ein Boden­deck (Rest) in einem Honig­glas monate­lang in der warmen Küche, kann dazu führen, dass der Honig an der Ober­fläche Wasser gezogen hat und Hefe (ist fast über­all) dazu­ge­kommen ist. Das Ergeb­nis ist ein sehr „fruch­tig“ schmeck­ender Honig mit leichtem Alkohol-­Anteil durch einen Gär­vor­gang. Dabei ist der Honig nicht „giftig“ geworden, aber der Geschmack hat sich doch deut­lich ver­än­dert.


Wie ernst muss ich das Verfallsdatum auf dem Honigglas nehmen?

Das Lebens­mittel­recht schreibt seit 2004 auch für Honig ein „mindes­tens halt­bar bis“ vor. Nun ist Honig aber ein über Jahre gut halt­bares Lebens­mittel. Deshalb brauchen Sie dieses Datum, richtige Lagerung voraus­ge­setzt, nicht allzu ernst nehmen und einen Honig, der diesen Zeit­punkt über­schritten hat, nicht gleich als „jetzt unge­nießbar“ ein­stufen. Aller­dings sollten Sie ein ange­brochenes Honig­glas inner­halb eines ver­nünf­tigen Zeit­raums (z.B. inner­halb eines halben Jahres) ver­brau­chen.


Ist es sinnvoll, Honig wieder in der Mikrowelle zu verflüssigen?

Vom Prinzip her wäre es eine ideale Methode, den Honig wieder in der Mikro­welle zu ver­flüssi­gen. Leider sprechen zwei Gründe unbe­dingt dagegen:
1) Der Wasser­gehalt im Honig ist nicht immer gleich hoch.
2) Es ist keine genaue Tempera­tur­steuerung mög­lich.

Durch diese beiden Gründe kann es leicht zu einer Über­hitzung und damit zu einer Wärme­schädi­gung wichtiger Inhalts­stoffe des Honigs kommen. Deshalb ist von einer Wieder­ver­flüssi­gung des Honigs in der Mikro­welle abzu­raten.

Siehe auch weiter oben: „Darf ich Honig er­hit­zen?“


Kann ich flüssigen Honig im Gefrierschrank lagern, damit er nicht kandiert?

Wer ein Fan von flüssigem Honig ist, kann sich einen kleinen Vorrat „ein­frie­ren“. Das Ergebnis ist aller­dings nur dann befrie­digend, wenn dieser Honig wirk­lich noch flüssig ist und nicht schon einen gewissen Anteil von Kristal­len besitzt. Durch diesen kleinen Trick kann der Honig dann deut­lich länger im flüssi­gen Zustand gehal­ten werden. Eine Gefahr, dass das Honig­glas springt, besteht glück­licher­weise (trotz dem Wasser­an­teil von ca. 18%) nicht.


Kann Honig für Kleinkinder gefährlich sein?

In unserer Umwelt kommt der Erreger Clostri­dium botu­linum [12] häufig, z.B. in gewässer­nahen Böden vor. Er kann sich nur unter Luft­ab­schluß auf einem eiweiß­rei­chen Sub­strat ver­mehren. Dies können z.B. auch Leben­smittel sein, wie Konser­ven von nicht aus­reich­end haltbar gemachten Wurst­waren, grüne Bohnen, Spinat, Spargel und auch Fisch­pro­dukte. Bei der Ver­meh­rung werden dann Toxine (Gifte) frei­ge­setzt die zu Läh­mungs­er­schei­nungen führen. Auch im Honig können Sporen dieses Erregers ent­halten sein und über­leben. Aller­dings ist eine Ver­meh­rung hier nicht mög­lich.

Durch das noch nicht voll entwickelte Magen-Darm-System sind Säug­linge durch bakteri­elle Infek­tionen stärker gefähr­det als ältere Kinder und Erwachsene. Nach dem Verzehr von Honig kann es zu einer Infektion mit einer extrem starken Vermeh­rung des Erregers im Darm des Säug­lings kommen. Trotz Inten­siv­medi­zin ist dann meist mit einem blei­benden Schaden zu rechnen. Die Ärzte­kammer Baden-­Württem­berg [ext. Link] empfiehlt aus diesem Grund bei Säug­lingen unter 12 Monaten ganz auf die Gabe von Honig zu ver­zich­ten. Aller­dings ist ein durch Honig aus­ge­löster Botu­lismus bei Säug­lingen sehr selten. Sind die Kinder älter, besteht wegen der sehr geringen Menge von mög­lichen Erregern im Honig und dem inzwi­schen saure­ren Milieu in Magen und Darm keine Gefahr mehr.

Hier noch ein Auszug aus einem sehr aus­führ­lichen Bericht des Robert-­Koch-­Institutes zu diesem Thema:
Säug­lings­botu­lismus – selten, aber gefährlich [ext. Link] (18. 9. 1998)

Bitte beachten Sie auch den Gesund­heits­hin­weis im Impressum.


Darf ich als Diabetiker Honig essen?

Mit Sicherheit nur wenig und auch nicht viel mehr, als Sie sonst als Dia­­be­tiker an Süßig­keiten (Zucker) essen dürfen! Hierbei muß unbe­dingt berück­sich­tigt werden, dass der nor­male Zucker (Saccharose [12]) als Süßungs­mittel oder preis­werter „Füll­stoff“ schon in vielen weiter­ver­ar­bei­teten Nahrungs­mitteln (z.B. Ket­chup) ver­steckt vor­handen ist.

Über die ernst zu nehmende Stoff­wechsel­krank­heit Dia­betes und ihre ganz unter­schied­lichen Formen soll hier nicht allzu viel gesagt werden, da es bereits genügend gute Literatur hierzu im WEB gibt, z.B. „Diabetes“ [ext.Link] und „Dia­betes melli­tus“ [12]. Der nach­fol­gende Ab­schnitt soll grob einen Über­blick über die wesent­lichen Zucker­arten (Kohlen­hy­drate) im mensch­lichen Stoff­wechsel geben:

Honig ist ein natürlich entstan­denes kon­zen­trier­tes Nahrungs­mittel und besteht in seinen Haupt­bestand­teilen (mengen­mäßig) aus den Einfach­zuckern Fructose [12] (Fruchtzucker) und Glucose [12] (Trau­ben­zucker). Diese gehören, wie alle Zucker­arten zur Stoff­gruppe der Kohlen­hydrate [12]. Hierzu zählen auch die Getrei­de­pro­dukte Brot und Nudeln, so wie Reis und Kar­toffeln, deren Haupt­bestand­teile aber Mehr­fach­zucker [12] sind. Die Ein­fach­zucker haben für den Diabe­tiker den Nach­teil, dass sie sehr schnell ins Blut aufge­nommen werden, was bei der Glucose direkt zu einem erhöh­ten Insulin­be­darf führt. Die Mehr­fach­zucker (z.B. im Voll­korn­brot) müssen dage­gen erst im Darm durch Verdau­ung in die Grund­bau­steine, wie Glucose zerlegt (aufge­spalten) werden, was zu einer lang­sameren und gleich­mäßigeren Aufnahme führt. Zudem führen mit in der Nahrung vorhan­dene Ballast­stoffe zu einer weiteren Verlang­samung. Saccha­rose, der normale Zucker – ein Zwei­fach­zucker, wird dage­gen schnell aufge­spalten. Als letztes ist die Fruc­tose zu erwähnen. Sie wird nicht direkt über das Insulin [12], sondern über die Leber verar­beitet. Das Ver­hält­nis von Glucose zu Fructose im Honig wird bei der Frage „Warum ist / wird mancher Honig fest?“ beant­wortet.

Man kann also sagen, dass Honig­sorten mit einem hohen Fruc­tose-­Anteil für Diabe­tiker etwas bekömm­licher sind, als die gleiche Menge in Form von nor­malem Zucker. Dies sind die natür­lich lang flüssig blei­ben­den Honige wie z.B. der Akazien­honig und Honig­tau­honige. Bedenken Sie aber bitte, dass selbst in diesen Honigen immer noch ein Anteil von 25 bis 30% Glucose enthal­ten ist.

Generell kann bei Diabe­tis nur gera­ten werden: Sprechen Sie über die Ver­wen­dung von Honig zuerst mit Ihrem Arzt!

Und als zweites: Machen sie sich selbst schlau ! – Sie sind übri­gens gerade dabei 🙂 … Je besser Sie sich als Dia­be­tiker über Ihre Krank­heit infor­mieren, um so besser können Sie die gesund­heit­lichen Risiken einer Fehler­nährung ein­schätzen.

Siehe auch bei Ernäh­rungs­empfeh­lungen für Diabe­tiker [ext.Link] und Honig oder Zucker? [ext.Link].


Ist Honig Rohkost? – So steht es auf einer Honigverpackung.

Ja, in dem Sinn, dass Honig nicht durch Erhit­zen oder andere Methoden keim­frei gemacht wird – so können bei­spiel­sweise geringe Mengen von Sporen des Erregers Clostri­dium botu­linum [12] im Honig vor­handen sein, was für Säug­linge gefähr­lich ist. Der Schaden, den z.B. ein Erhitzen bei einigen wert­vollen Inhalts­stoffen im Honig her­vor­rufen würde, recht­fer­tigt aber diese Natur­belassen­heit oder diesen „Roh­zu­stand“.

Weiteres zum Botulismus bei der Frage: „Kann Honig für Klein­kinder gefähr­lich sein?“

Diese Frage wurde ursprüng­lich in der deut­schen Wiki­pedia [12] gestellt und beant­wortet.


Was ist Medizinischer Honig? (Medihonig)

Seit einiger Zeit taucht in der Presse immer wieder der Begriff Medi­honig (Medi­honey) auf. Deshalb soll auch hier eine Ant­wort gegeben werden. Einige Details sind aller­dings noch nicht ganz erforscht. Trotzdem wird dieser Honig bereits im klini­schen Bereich zur Wund­ver­sorg­ung ein­ge­setzt, z.B. auch gegen multi­resis­tente Keime bei Hoch­risiko­pati­enten.

Es handelt sich hierbei um einen einer beson­deren Verar­bei­tung und Kon­trolle unter­zo­genen Honig aus Neu­see­land, beste­hend aus zwei Honig­sorten. Einer Sorte mit dem auch in unseren heimi­schen Honigen vor­kommen­den Enzym Glukose-Oxi­dase [12] und einer von dem in Neu­see­land vor­kommen­den Manuka­baum, einer Tee­bau­mart.

Die Heil­wirkung kann schwer­punkt­mäßig fol­genden drei Effek­ten zuge­sprochen werden:
1. Der osmotischen Wirkung der im Honig ent­hal­tenen Ein­fach­zucker Glu­cose und Fruc­tose, d.h. durch Osmose [12] wird die Zell­struk­tur vieler Mikro­organis­men zer­stört.
2. Dem Enzym Glukose-­Oxi­dase, das zu einer perma­nenten (gleich­mäßigen) Abgabe geringer Mengen des Inhi­bins Wasser­stoff­peroxid [12] aus dem Honig führt.
3. Mindestens einem wei­teren stark anti­bakteri­ellen und/oder anti­myko­ti­schen Wirk­stoff aus dem Manuka­honig – noch nicht genau bestimmt.

Weitere Infos zum Medi­honig und zu den Inhi­binen [externe Links]:
1. Honig hilft bei Problem­wunden: „Medi­honey“ wirkt oft sogar besser als Anti­bio­tika [39] 27.7.2006
2. Die Renais­sance eines alten Heil­mittels 5.4.2004
3. Honig: Gesünder geht’s kaum / Dunkel lagern und schnell ver­brau­chen 14.2.2002

Bitte beachten Sie: Manuka­honig ist zwar einer der Bestand­teile des Medi­honigs, wurde aber noch nicht ent­spre­chend bear­beitet; durch Bestrah­lung keim­frei gemacht. Siehe auch bei der Frage: „Ist Honig Roh­kost?“

Bitte beachten Sie auch den Gesund­heits­hin­weis im Im­pressum.


Wieviel Honig soll ich anstatt Zucker nehmen?

Honig besteht in seinen Haupt­bestand­teilen aus den Einfach­zuckern Fructose [12] (Frucht­zucker) und Glucose [12] (Trau­ben­zucker). Diese sind etwa doppelt so süß wie nor­maler Haus­halts­zucker. Weiter­hin sind im Honig knapp 20 % Wasser und bis zu 10 % andere Stoffe, wie u.a. auch kom­plex­ere Zucker­arten vor­handen. Wenn man dies alles berück­sich­tigt kommt man rech­ner­&nbs;isch auf ca. 30 % weniger Honig als Zucker. Bei­spiel: Im einem Kuchen­rezept stehen 100 g Zucker, dann sollte man ersatz­weise etwa 70 g Honig nehmen. Genau genommen sind bei der Wasser­menge des Rezepts dann auch die etwa 14 ml Wasser des Honigs zu berück­sich­tigen.

Bitte beachten Sie, dass generell etwas spar­samer gesüßt werden sollte. So könnten Sie probe­halber auch nur die halbe Menge Honig statt Zucker ver­wen­den und testen, ob die Speise nicht schon aus­reichend süß ist. Das indivi­duelle Geschmacks­em­pfinden in Bezug auf Süße ist unter­schied­lich, deshalb ist das Aus­pro­bieren wirk­lich sehr empfeh­lens­wert.


Kann ich mit Bienenprodukten etwas gegen Heuchnupfen tun?

Antwort: Eventuell ja, ins­be­son­dere ist Honig geeig­net, da er ca. 0,5 % Blütenpollen ent­hält. Prin­zi­pi­ell könnte auch Pollen direkt, in ent­sprech­end gerin­gerer Menge (mg-Be­reich) ver­wen­det werden, aller­dings ist dieser in reiner Form viel schlech­ter halt­bar und auch viel schwie­riger zu be­kommen.

Eine ent­sprech­ende „Honig­kur“ sollte in der pollen­freien oder -armen Zeit, also im Herbst begonnen und dann im zei­tigen Früh­jahr beendet wer­den. Kur heißt hier­bei aller­dings nicht, Honig mengen­mäßig im Unver­stand zu essen – siehe ggf. auch bei der Frage: „Darf ich als Dia­be­tiker Honig essen?“ Aus­rei­chend ist bereits regel­mäßig (!) ein Tee­löffel voll pro Tag, z.B. morgens zum Süßen in den Tee oder Kaffee. Das Prinzip dabei heißt Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung1) oder auch Desen­si­bi­li­sie­rung, d.h. der Körper soll sich an die im Pollen ent­hal­tenen Aller­gie aus­lösen­den Stoffe (haupt­säch­lich Eiweiß­ver­bin­dun­gen) durch eine kon­ti­nuier­liche Gabe von geringen Mengen gewöh­nen.

Sinnvoll ist vor allem Blüten­honig von in der Nähe auf­ge­stell­ten Bienen­völ­kern (von einem Imker in der Nach­bar­schaft), weil dieser dann einen großen Teil vom typi­schen Pollen­spek­trum der Vege­tation des eigenen Lebens­um­feldes abdeckt. Zudem sollte beim Zeit­raum der Honig­ent­ste­hung zwischen Früh­jahr oder Sommer+­Herbst unter­schie­den werden. Dies sollte mit der Zeit des Auf­tre­tens des Heu­schnup­fens [12] über­ein­stimmen.

Prinzipiell gibt es gegen viele Stoffe und fast jedes Lebens­mittel die Mög­lich­keit einer Aller­gie [12] oder son­sti­gen Unver­träg­lich­keit, also auch gegen den Honig selbst. Pro­bieren Sie dies ein­fach vorher aus.

Siehe auch bei: Hilft Pollen gegen Aller­gien? [33]

1 Eine typische Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung [12] findet unter ärzt­licher Auf­sicht statt, z.B. die Behand­lung gegen eine Bienen­gift­aller­gie. Dabei ist die Dosis des aller­gie­aus­lösen­den Stoffes von Anfang an relativ hoch (im Gegen­satz zu der hier ­or­ge­schlage­nen Methode) und wird während der Behand­lungs­dauer stufen­weise weiter erhöht.
Noch ausführ­li­cher wird das Thema bei Mit Honig gegen Heu­schnup­fen [6] behan­delt.
Bitte beachten Sie auch den Gesund­heits­hin­weis im Im­pressum.


Kann ich bei ihnen auch Propolis kaufen?

Antwort: Jein! Wir sammeln in unserer Imkerei auch in geringen Mengen Pro­po­lis, dieses natür­liche Heil­mittel bei Haut­ver­let­zungen und Ent­zün­dungen.

Aus recht­licher Sicht han­delt es sich im Gegen­satz zum Honig (Lebens­mittel) beim Verkauf von Pro­polis­pro­dukten wahr­schein­lich um Arznei­mittel – „Grau­be­reich“ ?!), kein ver­ant­wort­li­cher Fach­mann will sich hierzu defi­nitiv äußern. Des­halb, und weil Propo­lis auch bei manchen Leuten zu einer Aller­gie führt, geben wir Propo­lis nor­maler­weise nicht, und wenn nur als Roh­stoff, ohne jeg­liche Empfeh­lung zur Ver­wen­dung, ab. Weitere Infor­matio­nen zu Propo­lis finden Sie auch unter Begriffe oder ganz aus­führ­lich unter [26].


Kann ich bei ihnen auch Blütenpollen kaufen?

Antwort: Nein! Dies liegt an zwei Grüm­den:
1. Blüten­pollen sollte rela­tiv frisch sein. Bei einer Lage­rung von über einem halben Jahr hat die Wirk­sam­keit der im Pollen ent­halte­nen Vital­stoffe schon stark abge­nommen. Bei unserer kleinen Imkerei wäre der Umsatz beim Ver­kauf von Pollen hierzu einfach zu gering.
2. Wir müssten mit einer soge­nannten Pollen­falle arbei­ten und diese min­des­tens einmal täg­lich leeren. Danach muss der Pollen sofort getrock­net und gerei­nigt werden. Diesen Aufwand wollen wir nicht treiben. Tipps: Fragen Sie bei einer größeren Imkerei oder im Imkerei-Fach­han­del nach. Im Groß­raum Stutt­gart ist dies z.B. die Fa. GRAZE [25] in Wein­stadt-­Enders­bach.

Zur Desen­si­bi­li­sie­rung gegen Heu­schnup­fen reicht auch der Verzehr von Honig aus – näheres bei der Frage „Kann ich mit Bienen­produkten etwas gegen Heuschnupfen tun?“ oder auch unter [6].


Kann ich von ihnen echtes Bienenwachs bekommen?

Antwort: Ja, über­haupt kein Pro­blem, wie­viel Kilo­gramm wollen Sie?

In unserer Imkerei erzeu­gen die Bienen jedes Jahr etwas mehr Bienen­wachs, als zur Her­stel­lung von soge­nann­ten Mittel­wänden in unserem Wachs­kreis­lauf wieder ver­braucht wird. Siehe auch Wieder­ver­wen­dung von Bienen­wachs.

Falls sie also einen Bedarf an hoch­wer­tigem Bienen­wachs z.B. zur Her­stel­lung oder Verar­bei­tung von Lebens­mitteln (Ober­flächen­film), als Bestand­teil einer Salben­grund­lage, zum Basteln, oder zur eigenen Her­stel­lung von Holz- oder Leder­pfle­g­emitteln haben, fragen Sie einfach bei uns nach. Zu Rezep­turen für Pflege­pro­dukte aus Bienen­wachs gab es auch mal hier, bei Fra­gen&Feed­back, eine Anfrage.


Ich bin gestochen worden, wie gefährlich ist dies, muß ich einen Arzt aufsuchen?

Ein Bienen-, Hummel-, Wespen- oder Hor­nissen­stich ist jeweils etwa gleich wir­ksam und schmerz­haft. Das Gift [12] selber besteht aus über zehn ver­schie­denen Kom­po­nen­ten (Melittin, Phos­pholi­pase A2, Apamin, Hista­min etc.) mit im einzel­nen ganz unter­schied­licher, aber sich gut ergän­zender Wirkung. Die genaue Zusammen­set­zung und auch Gift­menge ist bei jeder dieser Tier­arten anders. So ist z.B. Bienen­gift viel wirk­samer als die gleiche Menge Hor­nissen­gift, dafür ist die Hornisse viel größer und ent­spre­chend auch die ein­ge­spritzte Gift­menge. Beim Hor­nissen­gift kommt noch ein oben nicht auf­ge­führ­ter Stoff, das in seiner Wirkung schmerz­ver­stär­kende Acetyl­cholin hinzu. Noch zu erwäh­nen ist, dass es einige gift­stachel­be­wehrte Ameisen­arten gibt, durch die man gesto­chen werden kann. Ein Bei­spiel ist die auch bei uns heimische Große Knoten­ameise [12].

Generell müssen vier Fälle mit ganz unter­schied­licher Gefähr­lich­keit unter­schie­den werden:

1) Sie sind nicht aller­gisch:
Ein gesunder, erwach­sener Mensch ver­trägt viele, dutzende Stiche, ohne daran zu sterben. Jeder Stich ruft eine lokale Schwel­lung hervor, die mehr oder weniger schmerz­haft ist und bis zu zwei Tage anhalten kann. Im Kopf­be­reich, der beson­ders empfind­lich ist, kann es z.B. zum Zuschwel­len eines oder beider Augen kommen. Trotz­dem besteht keine Lebens­gefahr und es sind keine blei­benden Schäden zu erwar­ten. Bei Imkern tritt im All­ge­meinen eine gewisse Gewöh­nung an das Bienen­gift ein, sodass die Wirkung dann deut­lich geringer ist.

2) Sie sind zwar nicht aller­gisch, aber im Mund- / Rachen­raum gesto­chen worden:
Es kann zum Zuschwel­len der Atem­wege kommen. Des­halb ist sofort ein Arzt oder das nächst­ge­legene Kranken­haus auf­zu­suchen.

3) Sie sind aller­gisch, wissen dies aber noch nicht:
Wichtig zu wissen ist, dass eine Aller­gie gegen Bienen­gift oder die anderen Sorten jeder­zeit bei einem Stich auf­tre­ten kann, auch wenn Sie bisher schon ein- oder mehr­mals gesto­chen wurden und keine Pro­bleme hatten. Deshalb sollte jeder die Symtome kennen, diese sind: Herz-­Kreis­lauf-­Reak­tion, Atem­not, Aus­schlag oder Rötungen an anderen Körper­par­tien, nicht an der Stich­stelle. In diesem Fall ist auch unver­züg­lich ein Arzt oder das nächst­ge­legene Kranken­haus auf­zu­suchen.

4) Sie gehören zu den etwa 4% der Bevöl­ke­rung, die eine Aller­gie gegen das Gift einer oder mehrerer dieser Tier­arten haben:
In diesem Fall sollten Sie ein Not­fall­set besit­zen, dieses auch immer (!) bei sich haben und jetzt ent­spre­chend der Anwei­sungen ein­setzen.

Bei den Aller­gi­kern wird in ver­schie­dene Risi­ko­gruppen unter­schie­den. Meist kann eine Heilung durch eine Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung [12] erfol­gen. Aller­dings ist dies ein lang­wie­riges Ver­fahren mit z.B. einer Zeit­dauer von zwei Jahren.

Noch ein all­ge­meiner Hin­weis, spezi­ell beim Bienen­stich: Der Stachel [11] der Honig­biene hat im Gegen­satz zu den Wespen und Hornis­sen Wider­haken. Beim Stich wird deshalb der Stachel mitsamt der Gift­blase, einem Muskel und einem Nerve­nknoten aus dem Hinter­leib der Biene her­aus­gerissen, mit den Ziel den gesamten Gift­bla­sen­inhalt in die Stich­wunde zu pumpen. Sie müssen mög­lichst schneller sein! Kratzen Sie sofort, zum Stachel ent­fernen, mehrmals mit den Finger­nägeln (im Gesicht auch unge­sehen) über die Stich­stelle. Wenn Sie hierzu weniger als ein paar Sekunden brauchen, haben Sie die Chance, dass Sie nur einen Bruch­teil der Gift­menge abbe­kommen. Wespen und Hor­nissen können dagegen ihren Stachel zurück­ziehen und haben dann längst nicht den ganzen Inhalt der Gift­blase ver­braucht.

Weitere Infos bei:
1) Was tun bei einem aller­gi­schen Schock? [33]
2) Bienenstich – rasche Hilfe gegen Allergie? [42] (15:53 Min.) Video und ein Merk­blatt zur Insekte­ngift­aller­gie

Bitte beachten Sie auch den Gesund­heits­hinw­eis im Im­pressum.


Hilfe, wir haben ein Wespennest! Was soll ich machen – wie kann man es beseitigen?

Diese oder ähnliche Fragen werden uns jedes Jahr vom Sommer bis in den Herbst hinein manchmal täglich (meist tele­fonisch) gestellt. Häufig wird sogar gewünscht, dass wir hier tätig werden sollen. Wir lehnen dies aller­dings immer ab und sind generell nur bereit auf­zu­klären und zu beraten.

Unsere Gründe liegen im Natur­schutz­ge­danken, der Rechts­lage und auch der Erfah­rung, dass die Leute meist eine falsche Einstel­lung zu diesen sehr nütz­lichen Insekten haben. Weiteres zu diesem Thema ist sehr gut in den folgenden drei exter­nen Links zu­sammen­­ge­fasst:
1. Feuerwehren im Land­kreis Neu-­Ulm – Presse­archiv: „Infor­mation zum Thema Wespen­schutz“
2. Die Seite www.aktion-wespen­schutz.de auf der sehr detail­liert fast alles zu den Wespen erklärt wird.
3. Stadt Neustadt an der Wein­straße: Recht­liches zum „Umgang mit Wespen und Hor­nissen“

Noch zu erwähnen ist, dass wir selbst­ver­ständ­lich als Imker bereit sind, in unserer näheren Umge­bung einen Bienen­schwarm ein­zu­fangen. Bienen­schwärme gibt’s aller­dings früher im Jahr, schon im Mai und Juni und die hängen dann fast immer im Freien z.B. an einem Baum. Nur zwei der acht bei uns vor­kommen­den staaten­bil­denden Wespen­arten – siehe auch Echte Wespen [12] – können über­haupt lästig werden und diese nisten dagegen immer im Dunklen, bei­spiels­weise in einem Rolladen­kasten oder in einem Erd­loch.


Typische Fragen zur Bienenhaltung in der Nachbarschaft

Es gibt eine ganze Menge von Fragen, die immer wieder Nach­barn von Imkern stellen. Einmal geht es darum, ob jemand über­haupt so ohne weiteres Bienen­völker in der Nach­bar­schaft auf­stel­len darf, zum anderen werden häufig Ängste gegen­über den Bienen geäußert. Ein typi­sches Bei­spiel ist ein Eintrag mit Antwort bei „Fragen & Feedback“ – hier direkt anfügen.


Darf der Imker einfach irgendwo Bienen aufstellen?

Natürlich nicht! Der Imker muss hierzu drei Dinge er­füllen:
1. die Zustimmung des Grund­stück­ei­gen­tü­mers haben (ggf. das Land oder der Forst)
2. ein gültiges Wander­zeug­nis haben (heißt auch Seuch­en­zeug­nis)
3. sich die Zustimmung eines sog. Wander­wartes ein­holen
3a. eventuell ist das Aufwandern sogar durch eine ört­liche Poli­zei­ver­ord­nung (gab’s schon im Schwarzw­ald) geregelt.

Allgemein kann man sagen: Es muss ein­fach „ordent­lich zu­gehen“. Natür­lich kann der Imker nicht ein­fach ein fremdes Grund­stück mit seinen Bienen in Beschlag nehmen. Das Seuchen­zeug­nis ist haupt­säch­lich wegen einer gefähr­lichen Brut­krank­heit der Bienen, der Ameri­kani­schen Faul­brut, erfor­der­lich und schließ­lich müssen die Imker unter­ein­ander auch Rück­sicht nehmen. Genau dies regelt der Wander­wart. Die Rück­frage bei ihm ist auch schon deshalb sinn­voll, weil der Imker sonst ggf. mit seinen Bienen in einen sog. Sperr­be­zirk wegen der Faul­brut geraten kann, aus dem er dann später seine Bienen (nach der Tracht) nicht mehr so ohne weite­res ent­fernen (zurück nach hause holen) darf.

Einen Wander­wart gibt es aber nur in ent­sprech­enden Wander­ge­bieten, d.h. dort, wohin häufig gewan­dert wird (es sich lohnt). Das typi­­sche Bei­spiel ist der Schwarz­wald. Falls kein Wander­wart bekannt ist, empfiehlt sich die Kon­takt­auf­nahme mit dem zustän­digen BSV.. Aus Daten­schutz­gründen gibt es leider nicht mehr einen aktu­ellen gemein­samen Imker­kalen­der der Lands­ver­bände Baden und Württem­berg in dem die Wander­warte/­BSVs ver­zeich­net sind. Alter­nativ kann man sich aber beim ört­lichen Imker­verein danach erkun­den, oder ggf. auch beim zustän­digen Forst­amt. oder dem Gesund­heits­amt.


Machen Bienen oder auch Wespen einen Winterschlaf?

Honig­bienen keinen Winter­schlaf [12].

Wenn man aller­dings das gesamte Bienen­volk als einen ein­zigen Orga­nis­mus betrach­tet, dann passiert mit diesem soge­nannten Bien etwas ähnli­ches: Die Bienen ziehen sich bei ent­spre­chender Kälte in ihrer Behau­sung zu einer schüt­zen­den Wärme­kugel zusammen, hören auf zu brüten und redu­zieren die Tem­pera­tur dieser Kugel. Im Kern dieser Kugel, herr­schen dann etwa 20°C und an der Außen­hülle nur 10°C, knapp über der Grenz­tem­pera­tur bei der eine Biene erstarrt und auch sterben würde. Während der Vege­tations­zeit sind es dagegen 35°C im Brut­be­reich und auch die einzelne Biene muß, um fliegen zu können, ihre Flug­musku­latur auf diese Tem­pera­tur bringen.

Durch die Bildung der Wärme­kugel (auch Winter­traube genannt) und das Ein­stellen des Brut­ge­schäfts kann ein Bienen­volk den Futter­ver­brauch von etwa 4 kg pro Monat auf ein Zehntel ver­ringern.

Bei den staaten­bil­denden Wespen und Hor­nissen ist es dage­gen anders. Ihr Volk stirbt mit den ersten Nacht­frös­ten im Spät­herbst oder Früh­winter ab. Es über­leben nur die im Spät­sommer ent­stande­nen jungen Köni­ginnen. Diese suchen sich einen witter­ungs­­­ge­­schütz­ten Platz und fallen bei tieferen Tem­pera­turen in die soge­nannte Kälte­starre [12]. Sie sterben dabei nicht, da sie im Gegen­satz zu den Honig­bienen eine andere Zu­sammen­set­zung des Insekten­blutes, der Hämo­lym­phe [12] haben. Ihr Blut­zucker Trehalose [12] wirkt darin wie ein Frost­schutz­mittel.

Der Voll­stän­dig­keit halber sollen auch noch die einzeln (solitär) lebenden Bienen- und Wespen­ar­ten [12] und auch die Hummeln [12] erwähnt werden: Die soli­­tär leben­den Arten über­­­win­­tern teil­weise noch als Brut (Larven) und schlüp­fen erst durch die wärmer wer­dende Sonne im Früh­jahr, oder sie über­win­tern als erwach­sene (adulte) Tiere, wie oben beschrie­ben, die jungen Wespen­köni­ginnen. Das Hummel­volk stirbt auch zum Winter hin ab und es über­leben nur junge Köni­ginnen.

© Imkerei Mikley, Cottenweiler