Ableger Jungvolk
Ein
Ableger ist ein neu gebildetes Bienenvolk mit einer jungen, unbegatteten
Weisel
(Königin) oder einer Weiselzelle.
Zur Bildung des Ablegers wird eine Portion Bienen mit
Waben und Brut einem
Altvolk entnommen
(s.
Schröpfen) und in einen
Ablegerkasten oder eine normale
Beute mit einer einzigen
Zarge gesetzt. Dabei muss darauf geachtet
werden dass die alte Königin im
Altvolk bleibt und nicht aus Versehen
mit in den
Ableger gelangt. Was jetzt noch fehlt ist eine
Weiselzelle,
die z.B. aus einem Volk im
Schwarmtrieb
oder aus einem Zuchtvolk stammt. Diese wird auf einen freien, unbebrüteten Bereich einer Brutwabe gesetzt –
leicht andrücken, ohne die Zelle zu verformen oder zu beschädigen.
Danach wird der
Ableger ausserhalb dem Flugradius des
Altvolkes
aufgestellt. Die Bienen fliegen sich neu ein. Ein paar Tage später schlüpft die junge Königin. Diese ist, wenn alles klappt, spätestens nach drei Wochen in Eilage.
Ab jetzt wird nicht mehr von einem
Ableger, sondern von einem
Jungvolk gesprochen. Dieses entwickelt sich bis zum Herbst zu einem normal starken und damit überwinterungsfähigen Volk.
Ein
Jungvolk bringt in dem Jahr seiner Bildung keinen Honig. Im Gegenteil, es muss bei der Bildung
einen Futtervorrat als Start (meist eine Raps-Honigwabe oder eine noch vorhandene
Futterwabe) bekommen und je nach
Trachtverhältnissen
bis in den Herbst hinein gelegentlich gefüttert werden.
Dies hängt mit der noch geringen
Volksstärke
zu den Zeiten der Trachten zusammen. Der Wärmehaushalt (Verhältnis von Volumen zu Oberfläche des
Brutnestes) ist anfangs noch nicht optimal.
Absperrgitter
Ein
Gitter, bestehend aus Metallstäben in einem bestimmten Abstand oder auch eine länglich gelochte Plastikplatte
(dicke Folie). Der Abstand ist so gewählt, das nur eine Arbeiterin hindurchpasst, die etwas größeren Drohen und die Königin aber nicht.
Beschreibung der Verwendung siehe bei
Honigraum.
Afterweisel Drohnenmütterchen
Eierlegende Arbeiterin – siehe bei
Wikipedia [12].
Altvolk
Normales Bienenvolk, das bereits im Frühjahr ausgewintert wurde. Dagegen hat ein
Jungvolk
erst im Herbst eine normale, trachtfähige
Volksstärke
erreicht. Es gilt erst im nächsten Jahr als
Altvolk, allerdings dann mit einer einjährigen und damit optimal leistungsfähigen Königin.
Akazientracht
Blütentracht der Scheinakazie (Robinie) – siehe im Bilderalbum
Tagebuch Mai 2006.
Altwabe
Bei der Entwicklung einer Biene vom Ei zum erwachsenen Insekt in einer Brut
zelle werden verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen, wobei sich die voll entwickelte Streckmade schließlich in der von den Bienen vorher verschlossenen
Zelle einspinnt und verpuppt. Überreste dieses Vorgangs bleiben nach dem Schlüpfen
der fertigen Biene in der Zelle zurück, obwohl die Bienen jede Zelle vor der erneuten Eiablage durch die Königin
sehr gründlich säubern. Somit
„altert“ die Wabe mit jeder weiteren Brutgeneration und
wird dabei immer etwas dunkler und die Zellen nach jedem Schlüpfen ein klein wenig kleiner. Schließlich
dringt bei einer solchen Wabe gegen die Sonne gehalten kein Licht mehr durch. Spätestens jetzt ist es Zeit,
diese
„Altwabe“ durch eine neue, unbebrütete zu ersetzen. Hierbei kann des enthaltene Wachs durch Einschmelzen
wieder zu Waben (s.
Mittelwand)
oder anderweitig verwendet werden.
Apis mellifera
Weltweit in der Imkerei am häufigsten verwendete Honigbienenart – siehe bei
Bienenarten, Bienenrasse.
Ameisensäure Milchsäure Oxalsäure organische Säuren
Diese drei
organischen Säuren werden zur sogenannten alternativen Behandlung der Bienenvölker gegen den Parasit, die
Varroamilbe eingesetzt. Alternativ soll heißen, dass alle drei Säuren natürlich vorkommen, z.B. die
Ameisensäure [12]
und hauptsächlich Salze der
Oxalsäure [12]
im Stoffwechsel von Tieren und Menschen
und die
Milchsäure [12]
in Milchprodukten. Ameisensäure kommt auch natürlich im Kastanienhonig vor und Oxalsäureverbindungen in manchen Pflanzen, z.B.
dem Rhabarber. Damit ist bei richtiger Anwendung der Säuren jegliche Rückstandsproblematik, wie sie teilweise bei der
Behandlung mit Medikamenten auftreten kann (und schon aufgetreten ist !) ausgeschlossen.
Richtige Anwendung heißt generell: Erst nach der Saison und dem
Abernten.
Die Problematik fast aller sonstigen (nicht auf diesen Säuren basierenden) Varroamedikamente liegt in ihrer Eigenschaft, fettlöslich zu sein.
Die Bestandteile des
Bienenwachses
haben fettähnliche Eigenschaften. Somit können sich darin diese Medikamente und deren
Abbauprodukte über die Zeit (die wiederkehrenden jährlich notwendigen Behandlungen) stark anreichern. Bei einer entsprechend hohen Konzentration
können die Rückstände aus dem Wachs schließlich auch im Honig nachgewiesen werden – siehe auch
„Wiederverwendung von Bienenwachs“.
Die drei hier verwendeten Säuren sind dagegen nicht fett-, sondern nur wasserlöslich und können sich dadurch nicht im Bienenwachs anreichern.
Die verschiedenen Behandlungsmethoden mit den Säuren werden im Detail unter
[8]
beschrieben und
hier
gibt’s Ergebnisse einer Ameisensäurebehandlung nach der MoT-Methode.
Ammenbiene
Eine erst ein paar Tage alte Biene, deren Tätigkeit die Brutpflege ist. In diesem Alter hat die Biene gut entwickelte
Futtersaftdrüsen. Durch Vorverdauen von
Pollen
(Eiweiß) und Nektar (Kohlehydrate) produziert sie einen milchartigen,
weißen Futtersaft, der in die
Zellen
der Larven (Maden) „gespuckt“ wird.
In diesem Alter hat die junge Biene noch keine großen Flugübungen gemacht und bleibt weitgehend im Bienenstock.
Details zu den verschiedenen Aufgaben der Bienen siehe auch unter
Arbeitsteilung im Bienenvolk [18].
Arbeitsteilung
siehe bei www.imkerhomepage.de –
Arbeitsteilung im Bienenvolk [18].
Arbeiterin
Arbeiterin ist eine andere Bezeichnung für die „normale
Biene“
in diesem Insektenstaat, dem Bienenvolk. Hiermit wird auch schon ausgesagt, wer die ganze Arbeit zu verrichten hat. Die anderen beiden Bienenwesen
(Phenotypen)
Drohn
und
Königin
sind ausschließlich nur für das Geschlechtliche, die Vermehrung und das Eierlegen zuständig.
Im Laufe des Lebens von 4 bis 6 Wochen durchläuft eine
Arbeiterin verschiedene Tätigkeiten. Hier eine kleine Auswahl:
Ammenbiene
(
Jungbiene, Stockbiene),
Wächterin,
Flugbiene (Sammlerin),
Kundschafterin und
Wasserholerin. Manche dieser Tätigkeiten, z.B. Wächterin am
Flugloch,
werden auch genetisch bevorzugt, d.h. nur ein kleiner Teil der Bienen übt überhaupt diese Tätigkeiten aus. Dies hat damit zu tun, dass die
Bienen eines Volkes zwar nur von der einzig vorhandenen Königin, aber von bis zu 20 verschiedenen Drohnen abstammen.
Neuere Forschungen haben ergeben, dass durch geringfügig unterschiedliche Temperaturen im Brutnest auch verschiedene Eigenschaften herausgebildet
werden.
aufketten
Die Bienen ketten sich zum Erstellen von Wabenbau auf – siehe bei
Bienenwachs.
aufnagen
Der Zelldeckel wird bei Schlupfvorgang des fertigen Insekts von diesem aufgenagt – siehe bei
auslaufen.
aufsetzen
Methode zum Zusammensetzen von Bienenvölkern oder Teilen davon – siehe bei
Vereinigen.
auslaufen aufnagen schlüpfen
Als
Auslaufen wird das
Schlüpfen der Bienenbrut bezeichnet. Von der Eiablage an gerechnet dauert dies 21 Tage bei der normalen
Biene,
24 Tage beim
Drohn
und nur 16 Tage bei einer
Königin.
Das voll ausgebildete Insekt
nagt sich dabei mit seinen
Mandibeln [12]
durch den
Deckel der geschlossenen
Brutzelle – läuft sozusagen (her)aus.
Bei einer
Weiselzelle
entsteht dabei ein kreisrunder Schnitt und man sieht dann häufig auch noch den aufgeklappten Deckel, wie bei
einer geöffneten Konservendose. Bei der Königinnenzucht
(Vermehrung), allgemeinen Volksdurchsicht oder Schwarmkontrolle wird dies als sicheres Zeichen dafür gesehen, dass jetzt eine junge Königin im
Ableger oder Volk
vorhanden ist. Allerdings bauen die Bienen häufig nach dem Schlüpfen die Weiselzellen in ein paar Tagen wieder ab. Genauso wird eine Zelle, die nicht in Ordnung ist, bei der z.B. die Larve abgestorben (abgesackt) ist, wieder entfernt.
Auswinterung
Nach dem
Winter, im zeitigen Frühjahr, wird eine erste Kontrolle der Bienenvölker gemacht. Hierbei wird folgendes
überprüft:
Weiselrichtigkeit,
Gesundheit,
Futtervorrat,
Raumbedarf und Wabensitz. Ggf. muß entsprechend eingegriffen werden.
Bauerneuerung
Der
Wabenbau des
Brutraums
muss von Zeit zu Zeit
erneuert werden (s.
Altwabe).
Normalerweise entnehmen wir eine komplette (untere)
Zarge mit
Altwaben pro Volk im zeitigen Frühjahr (ca. Mitte März) bei der ersten Durchsicht, der sogenannten
Auswinterung. Dies ergibt sich durch den Umstand, dass ein Bienenvolk zu diesem Zeitpunkt am schwächsten ist und damit der Raum von zwei auf eine
Zarge reduziert werden kann. Zudem ist zu dieser Zeit das
Winterfutter schon weitgehend verbraucht, so dass auch für den Rest nur noch wenig Raum (Waben) benötigt wird. Spätestens zur Kirschblüte (ca. 20. April) wird dann wieder eine
Zarge mit unbebrüteten Honigraumwaben vom Vorjahr aufgesetzt und das Volk kann den in dieser Zeit stark anwachsenden
Brutraum erweitern.
Später, zur Apfelblüte, wird dann wieder ein
Honigraum aufgesetzt, in den dann auch
Rähmchen mit
Mittelwänden
gegeben werden, die in dieser Zeit gut von den Bienen wieder zu Waben ausgebaut werden. Schließlich werden dann
bei der ersten
Wanderung in den Raps die restlichen
Mittelwände ausgebaut.
Diese hier beschriebene Betriebsweise führt zu einer kompletten Erneuerung des Wabenbaus im Zyklus von drei Jahren wobei die Waben jedes Jahr eine
Zarge tiefer eingesetzt werden. Anders ausgedrückt: Unten werden die am längsten bebrüteten
Altwaben ausgeschieden und oben werden
Mittelwände um Ausbau als Honigwaben neu eingesetzt.
Baurahmen Drohnenrahmen
Beim
Baurahmen handelt es sich um ein leeres
Rähmchen ohne ausgebaute
Wabe
oder
Mittelwand,
das dem Bienenvolk vor allem im Frühjahr zur Blütezeit gegeben wird. Ist das Bienenvolk stark genug und herrscht eine
Tracht,
so wird in diesen Rahmen von den Bienen eine Wabe gebaut. Der Baurahmen ist somit ein Indikator für eine Tracht und eine ausreichende Volksstärke.
Vor allem in der Vergangenheit, bei der Hinterbehandlungs-
Betriebsweise konnte damit erkannt werden, wann der Raum erweitert werden musste.
Bei der heutigen Betriebsweise mit
Magazin-Beuten
dient der Baurahmen dagegen nur noch als
Drohnenrahmen. D.h. dem Bienenvolk wird die Möglichkeit gegeben in diesem freien Raum Drohnenbau
zu erstellen. Hierzu muss man wissen, dass ein starkes Bienenvolk in Leerräume fast ausschließlich Waben mit einer größeren
Zellengröße baut.
Diese Zellen werden dann von der Königin mit unbefruchteten Eiern
bestiftet aus denen dann Drohnen entstehen.
bee space
Abstand zwischen Waben und Bienenkasten, aber auch Waben untereinander – siehe bei
Wabenabstand.
Begattungskästchen
Behausung für ein Mini-Bienenvolk mit einer
Weiselzelle oder frisch geschlüpften Königin, ein paar hundert Bienen und etwas Futtervorrat. Der Zweck ist, daß die Königin zur Begattung ausfliegt und in Eilage kommt.
Nach ca. zwei bis drei Wochen wird dies kontrolliert. Bei Erfolg kann nun dieses Minivolk weiterverwendet werden, z.B. kann es einem weissellosen
aufgesetzt werden. Auch kann die nun
„vollwertige“ junge Königin einem weissellosen
zugesetzt werden.
bepiepen
Tritt in Zusammenhang mit den Trachttänzen auf – siehe bei
Trachttanz.
bestiften Stift
Als
Bestiften wird das Eierlegen (Ei =
Stift) der
Königin bezeichnet. Die Königin misst dabei die Größe der einzelnen
Zelle auf der Wabe aus. In eine normal große (kleine) Zelle wird dann ein Ei auf den Zellboden geheftet, das sie auch während des Legevorgangs befruchtet. 21 Tage später schlüpft hier heraus eine normale Biene (
Arbeiterin). Ist die Zelle größer, so handelt es sich um eine Drohnenzelle. Hier hinein wird ein unbefruchtetes Ei gelegt. Aus unbefruchteten Eiern entstehen durch
Parthenogenese [12] immer männliche Bienen (
Drohnen).
Betriebsweise
Es gibt sehr verschiede Arten Bienen zu halten. Eigentlich macht es jeder Imker im Detail anders, aufgrund seiner Ausstattung mit Hilfsmitteln und Werkzeugen.
Ein wesentlicher Unterschied ist die verwendete
Beute
und das Rähmchenmaß, aber auch die gehaltene
Bienenrasse.
Hier in Deutschland ist dies meist die Zander- oder die Dadantbeute. Der Unterschied liegt darin, dass bei Zander das gleichen
Rähmchen
für den
Brut-
und für den
Honigraum
verwendet werden kann. Bei Dadant wird dagegen eine größere, höhere
Wabe
im Brutraum verwendet und im Honigraum kommen kleinere, weniger hohe Waben zum Einsatz. Beide
Betriebsweisen haben ihre Vor- und Nachteile, wobei der Vorteil und Schwerpunkt für Dadant wohl eher bei größeren Imkereien und auch der Haltung der Buckfastbiene liegt.
Ein weiterer Unterschied der
Betriebsweisen ist z.B. die Größe des Brutraums, in der Vegetationszeit zwei vollbestückte Zanderzargen, oder ein sogenannter „angeasster Brutraum“, wie es bei Dadant mit einem sogenannten Schied und daneben Leerraum praktiziert wird. Allerdings kann man auch bei Zander nach dem Prinzip des angepassten Brutraums arbeiten und sogar ganzjährig nur eine Brutraumzarge verwenden.
Gewarnt werden sollen hier ausdrücklich Anfänger bei der Verwendung von irgendwelchen exotischen Methoden und/oder Rähmchen- und Beutensystemen. Dies stellt sich dann im Nachhinein oft als teure Fehlinvestition oder sogar als Scheitern heraus. Eine gewisse Ausbildung und Beratung durch z.B. einen ortsansässigen Imkerverein ist hier vor einem Start sehr sinnvoll.
Beute
Die Behausung (Kiste) eines Bienenvolks.
In der modernen Imkerei werden stapelbare Kisten
(Magazine oder auch
Zargen) verwendet, die unten und oben offen sind. Dazu kommt ein Boden mit dem
Flugloch und dem Belüftungsgitter (Insektengitter), auch Gitterboden genannt. Schließlich kommt als Abschluss oben auf die
Beute ein Isolierdeckel und eine Blechhaube als Wetterschutz.
Der Vorteil der
Magazin-Beute liegt in der Möglichkeit den Raum an die Stärke (Anzahl der Bienen) des Bienenvolks anzupassen. Hier ist eine große Dynamik bei den bei uns in Mitteleuropa gehaltenen
Bienenrassen, z.B. der
Carnica vorhanden. So kommt solch ein Volk mit ca. 8.000 Bienen aus dem Winter und kann bis zur Sonnenwende ein Maximum von bis zu 50.000 Bienen erreichen.
der Bien
Manche halten das ganze Bienenvolk, diesen Superorganismus
„Bien“ für das eigentliche Lebewesen, mit z.B. einer konstanten „Körpertemperatur“
(Brutraum) in der Vegetationszeit von 35 ºC.
Im Winter hält dieses Lebewesen dann bei einer reduzierten Temperatur so etwas wie einen
Winterschlaf, wobei es sich in der
Beute zu einer „Wärmekugel“ mit einer Oberflächentempertur von nur 10 ºC zusammenzieht. Unterbrochen wird diese winterliche Ruhephase durch die regelmäßige Aufnahme von
Futter, das oberhalb und neben der Wärmekugel in den Waben eingelagert ist.
Tagsüber vom Frühjahr bis Herbst und bei ausreichend warmen und sonnigen Wetter dehnt sich dieser Organismus auf eine Fläche mit bis zu etwa einem Kilometer Radius aus, durchdringt damit sozusagen die Landschaft.
Die
Bienenkönigin ist bei dieser Betrachtung ein Körperorgan, dass laufend neue Zellen (Eier) und „Glücks-Hormone“ (Pheromone) produziert, die dem Wohlbefinden des Gesamtorganismus dienen. Die einzelne Biene ist dann nur eine „Körperzelle“ mit einer Abnutzungsdauer von 3 bis 6 Wochen (Vegetationszeit).
Das Lebewesen
„Bien“ ist unsterblich. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung (Schwarm).
Siehe auch bei
Glucose: Die Besonderheit ist nun …
Bienenwesen: Biene Drohn Königin
Es gibt drei unterschiedliche
Bienenwesen im
Bienenstock. Die
Königin [A] und die
Bienen [A] sind weiblich, wobei nur die Königin geschlechtlich voll entwickelt und entsprechend ausgebildete Ovarien hat. Sie sondert laufend Pheromone ab, die zusätzlich die Bienen in der Fähigkeit zum Eier legen hemmen. Die
Drohnen [A] sind männlich und normalerweise aus unbefruchteten Eiern entstanden. Sie besitzen nur einem Chromosomensatz und sind damit genetisch gesehen die Brüder ihrer Mutter. Dies muß bei der Zucht berücksichtigt werden. Ihre einzig bekannte Tätigkeit für das Bienenvolk besteht in der Weitergabe des Erbmaterials, d.h. der Begattung von jungen Königinnen. Sie sind z.B. nicht einmal fähig, eingelagertes Futter aus den Waben aufzunehmen, sondern auf den sozialen Futteraustausch der Bienen im Stock angewiesen.
Bienenarten
Umgangssprachlich wird oft von Arten der Honigbiene gesprochen obwohl in Wirklichkeit nur die Unterarten oder Rassen der Westlichen Honigbiene gemeint sind –
siehe bei
Apis Mellifera.
Bienenbrot
Als
Bienenbrot wird der von den Bienen in Wabenzellen eingelagerte
Pollen bezeichnet – weiteres siehe auch bei
Pollen.
Bienenarten Bienenrasse
Apis mellifera Dunkle Biene
Carnica Bruder Adam Buckfast
Es gibt weltweit neun
1 Arten der Gattung der
Honigbienen [12] (
Apis).
Acht davon kommen ausschließlich in Asien vor, z.B. die
Östliche Honigbiene (
Apis cerana).
So bleibt noch die
Westliche Honigbiene (
Apis mellifera) aus ihrem Verbreitungsgebiet Afrika und Europa übrig,
die wegen ihres guten Honigertrags inzwischen weltweit von Imkern gehalten wird.
Eine Unterart von ihr, die
Dunkle Europäische Biene
(
Apis mellifera mellifera) hatte ursprünglich nach der letzten Eiszeit, ausgehend vom Mittelmeerraum Nordafrikas, weite Teile Europas besiedelt.
Hier in Deutschland, vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde diese Unterart durch eine andere aus dem Alpenraum,
die
Carnica (Kärntner Biene) in der Imkerei ersetzt.
Durch Auslese und Zuchtprogramme wurden schließlich besondere Eigenschaften dieser Biene verbessert, insbesondere Sanftmütigkeit und Honigertrag.
Auch wegen dieser „Bearbeitung“ der Unterarten der
Apis mellifera wird allgemein nicht von Unterarten, sondern von
Bienenrassen [12]
gesprochen. Innerhalb der
Rassen wird dann wiederum von Linien (Linienzucht) gesprochen. So gibt es z.B. eine nach dem Züchter
Guido Sklenar (1871-1953) bezeichnete
Carnica-Linie.
Parallel zur Einführung der Carnica in Deutschland gab es in der 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts ein großes
Bienensterben
auf den Englischen Inseln, ausgelöst durch eine
Tracheenmilbe [12]
und/oder Bienenviren.
Dies führte dazu, daß ein Mönch,
Bruder Adam in
einem südenglischen Kloster ein bisher weltweit einmaliges Zuchtprogramm zu einer neuen, in Bezug auf die Krankheit unempfindlichen Biene begann.
Durch Kreuzungen verschiedener
Rassen aus dem Mittelmeerraum, Rückkreuzungen und
jahrzehntelange strenge Auslese entstand eine neue stabile (erbfeste) Bienenrasse, die nach dem Kloster benannte
Buckfast.
Diese Rasse hat insbesondere durch ihre
Schwarmträgheit
und
Volksstärke
(guter Honigertrag) in den letzten Jahren immer mehr Anhänger, auch hier in
Deutschland gefunden. Glücklicherweise gibt es bei (ungewollten) „Verkreuzungen“ mit der
Carnica keine allzu großen Aufspaltungen der Eigenschaften z.B. in Richtung
„Stechlust“, so daß beide Rassen „friedlich“ nebeneinander gehalten werden können. Wichtig zu wissen ist allerdings, daß die
Buckfast nicht ganz
so tolerant auf (selbst kleine) Haltungsfehler des Imkers reagiert. So kann z.B. wesentlich leichter eine
Räuberei
unter den einzelnen Völkern entstehen.
Wie schon erwähnt, wird weltweit fast ausschließlich mit der
Apis mellifera geimkert. In Nordamerika ist
z.B. die
Italienische Biene (
Apis mellifera ligustica) stark verbreitet.
1 Nach einer Veröffentlichung von Engel, M.S. (1999) könnte es sein, dass zwei der asiatischen Honigbienenarten zu Unterarten (Rassen) der Arten Apis cerana und Apis dorsata zurückgestuft werden.
Bienenschwarm Schwarm Vorschwarm Nachschwarm
Ein
Bienenschwarm entsteht aus dem natürlichen Bestreben eines Bienenvolkes sich durch Teilung zu vermehren. Dabei zieht ein Teil des Bienenvolkes mit der bisherigen oder einer
jungen, bereits
geschlüpften
Königin aus dem Bienenvolk aus. Ein Schwarm mit der bisherigen Königin des Volkes wird
Vorschwarm und einer mit einer jungen König wird
Nachschwarm genannt.
Näheres siehe unter
Schwarmtrieb [12] und im Bilderalbum
„Ein Schwarm im Mai“.
Bienensterben
Ein seit einigen Jahren auftretendes Schlagwort und Synonym für ein eigentlich viel allgemeiner auftretendes
Insektensterben [12],
bzw. einem sehr starken Rückgang der Artenvielfalt. In Bezug auf unsere Honigbienen kann es mehrere Ursachen haben – siehe unter
CCD.
Bienensterben im Rheintal 2008
Im
April/Mai 2008 ereignete sich im
Rheintal direkt nach der Aussaat von Mais ein massives
Bienensterben,
das durch das Pflanzenschutzmittel und für Insekten hochgefährliche Nervengift
Clothianidin [12]
verursacht wurde. Betroffen waren nach der offiziellen Erhebung für die Landesregierung Baden-Württemberg etwa 11.500 Bienenvölker und sehr wahrscheinlich
auch viele anderen Insekten. Die „Todeszone“ erstreckte sich etwa 200 km entlang der Rheinschiene zwischen
Lörrach und Rastatt. Das Saatgut wurde entsprechend einer amtlichen Empfehlung (teilweise sogar Verordnung) mit dem seit 2004 in Deutschland zugelassenen
Mittel „Poncho pro“, das diesen Wirkstoff enthält, gegen den neu im Süden auftretenden
Westlichen Maiswurzelbohrer [12]
gebeizt. Beim Aussaatvorgang mit pneumatischen Geräten traten mit dem Wirkstoff belastete Abgase und Stäube auf,
die sich dann weitläufig in der Umgebung auf Blütenpflanzen
(u.a. Obstblüte, Löwenzahn, Rapsfelder) niederschlugen. Dort kamen dann Honigbienen beim Sammeln von
Nektar [12]
und
Pollen
damit in Kontakt, bzw. brachten dieses belastete Material heim in den
Bienenstock.
Nachdem eindeutige
Untersuchungsergebnisse [39]
durch das
Julius-Kühn-Institut in Braunschweig vorlagen, nahm das
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
acht Saatgutbehandlungsmittel mit sofortiger Wirkung vom Markt. Hierzu gehört auch das von Bayer CropScience hergestellte Mittel „Poncho“ mit dem Wirkstoff
Clothianidin. Nur wenige Wochen später wurden die Mittel wieder „termingerecht“, für Herbstaussaaten zugelassen.
Siehe auch bei
Vergiftungen und
Colony Collapse Disorder (CCD).
Bienenstock Stock
Dies ist ein alter Begriff für „das Ganze“ – das Bienenvolk mitsamt seiner Behausung. Siehe auch
„Beute“.
Früher war dies z.B. auch ein Bienenvolk in einem Strohkorb.
Bienenwachs Wachsdrüsen aufketten Wildbau Jungfernbau
Bienenwachs ist ein von den Bienen erzeugtes fettähnliches Stoffgemisch aus Estern, langkettiger Alkoholen und Säuren –
nähere Details zu den Eigenschaften und der Zusammensetzung siehe
[12].
Durch längere Molekülketten ist Bienenwachs
bei Raumtemperatur nicht flüssig, sondern fest. Von uns Menschen verzehrtes Bienenwachs wird
unverdaut wieder ausgeschieden. Es schmilzt bereits ab ca. 65 ºC und sollte aus Sicherheitsgründen (Selbstentzündung wie bei Fettverbrennung)
nie direkt, sondern immer in einem
Wasserbad [12]
verflüssigt werden!
In einem bestimmten Alter besitzen die Bienen sogenannte
Wachsdrüsen und „schwitzen“ auf der Bauchseite, zwischen den Hinterleibsringen, kleine
Wachsschuppen heraus. Dieses Material ist bei Temperaturen im
Bienenstock
von bis zu 35 ºC (im
Brutnestbereich)
gut modellierbar, vergleichbar mit einer Knetmasse. Bei einer bestehenden
Tracht
und falls im Bienenstock freier Raum, oder eine Lücke zwischen den Waben mit etwas mehr als 35 mm Mittenabstand vorhanden ist,
„ketten“ sich die Bienen dort
„auf“ und fangen an, einen neuen Wabenbau aus Wachs zu errichten. Wir Imker nennen dies dann
„Wildbau“ oder auch
„Jungfernbau“. Das Wachs von „Jungfernwaben“ ist noch ganz weiß. Erst durch eine „Verunreinigung“, das sogenannte Pollenöl entsteht die uns bekannte
gelbe Färbung.
Weiteres siehe auch:
Wiederverwendung von Bienenwachs
Blütenpollen
Männliche Samen von Blütenpflanzen – siehe bei
Pollen.
Bruder Adam
Züchter der Buckfast-Biene – siehe bei
Bienenrasse.
Brutnest
Das
Brutnest ist der zentrale Bereich des Bienenvolkes. Es ist, wenn es die Behausung
(Beute)
zuläßt,
kugelförmig ausgebildet. Dies liegt daran, dass eine Kugel die kleinste Oberfläche im Verhältnis zum Volumen hat, und damit
mit dem geringsten Energieaufwand „beheizt“ werden kann,
siehe auch
Brutnestordnung [18].
Alles Futter, was von außen hereinkommt gelangt erst
einmal hierher und wird direkt zur Versorgung der Bienenbrut verbraucht. Entstehen hierbei Überschüsse, so wird der
Nektar über
(s. Honigraum)
und der
Pollen
neben dem Brutbereich eingelagert und haltbar gemacht.
Im
Brutnest herrscht eine
konstante Temperatur von 35 ºC. Hierzu wird mit Nektar oder
Honig / Futter „geheizt“.
Ist es wärmer, so wird entsprechend belüftet und bei großer
Sommerhitze kann es sogar passieren, dass die Bienen Wasser holen und es verdunsten (Verdunstungskälte).
Brutnestordnung
Aufteilung des Brutnestes eines Bienenvolkes – siehe bei www.imkerhomepage.de –
Die Brutnestordnung [18].
Brutraum
Der
Brutraum ist bei der
Magazin-Betriebsweise der untere Teil der
Beute,
in dem das Bienenvolk brütet
(s. Brutnest).
Abgeschlossen wird der Brutraum durch ein
Absperrgitter und darüber liegt dann der
Honigraum.
Brutwabe
Ein Teil, d.h. eine
Wabe des
Brutraums.
Brutwärme
Das Bienenvolk hat als Ganzes, als Superorganismus
„der Bien“,
eine konstante „Körpertemperatur“ von 35°C.
Dies ist auch die notwendige Temperatur zum Aufwachsen der Brut.
BSV
Bienen-
Sach-
Verständiger
Der BSV ist ein in Bezug auf die Erkennung und Behandlung (Sanierung) von Bienenkrankheiten ausgebildeter Imker.
Er handelt im Auftrag der Veterinärbehörde (Unterabteilung des Landratsamtes) und ist berechtigt, nach der
Feststellung der Gesundheit der Bienenvölker eines Imkers, diesem ein gültiges
„Wanderzeugnis“
(für eine Saison) auszustellen.
Eine weitere Aufgabe des BSV ist die fachgerechte Sanierung von an der
Bösartigen Faulbrut [19]
erkrankten Bienenvölkern
in Zusammenarbeit mit dem betroffenen Imker. Hierbei müssen ggf. Bienenvölker vernichtet und Gebrauchsmaterial (Waben,
Rähmchen usw.) verbrannt werden. Eine Behandlung der Bienenvölker mit Antibiotika (z.B. in Frankreich erlaubt)
ist hier in Deutschland streng verboten! Um den an dieser Bienenseuche befallenen Bienenstand wird ein sog.
Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens einem Kilometer gebildet.
Buckfast
Künstliche, von Bruder Adam über Jahrzehnte gezüchtete Rasse – siehe bei
Bienenrasse
CCD
CCD ist die Abkürzung für den englischen Begriff
Colony Collapse Disorder, übersetzt etwa „Völkerkollaps“.
Im Deutschen hat sich hierfür der Begriff
Bienensterben etabliert. Es handelt sich um ein seit
einigen Jahren auftretendes Phänomen, das sich hauptsächlich dadurch äußert, dass sich Bienenvölker kahl fliegen, d.h. es verschwinden alle
Flugbienen.
In der Folge stirbt dann auch das Volk.
Als Ursache wird am häufigsten das Zusammenspiel mehrer Faktoren angenommen, wobei fast immer die
Varroamilbe
beteiligt sein soll. Hieraus ergibt sich dann die Formel
„Varroa + x“. Vermutungen für diesen weiteren unbekannten
Faktor x sind:
- Virus-Infektionen,
eventuell auch der in einem
Bericht [ext]
der Fachzeitschrift „Science“ erwähnte und 2004 erstmals identifizierte Israeli-Acute-Paralysis-Virus
(IAPV).
- Pestizide, u.a. in Saatgut-Beizmitteln verwendete, für Insekten hoch gefährliche systemisch wirkende Nervengifte aus der sogenannten Gruppe der
Neonicotinoide.
- der erst vor einigen Jahren entdeckte Erreger
Nosemaceranae [12].
Hier ist allerdings etwas Skepsis angebracht. Die Forschungen und Veröffentlichungen zu diesem pilzähnlichen einzelligen Parasit wurden
anscheinend – zum großen Teil oder fast ausschließlich? – durch Fördergelder der Agrarchemiefirmen ermöglicht.
- allgemeine Schwäche oder auch Immunschwäche der Bienenvölker
- Auswirkungen der Gentechnik im Pflanzenbau
- unzureichende Nektar- und / oder Pollenversorgung durch Monokulturen
und intensive Landwirtschaft
- industrielle, nicht mehr artgerechte Haltung der Bienenvölker nur noch als Bestäuber,
speziell in Nordamerika
Vor allem von den Bieneninstituten wurde bisher davon ausgegangen, dass das immer wieder auftretende Bienensterben, zumindest hier in Mitteleuropa, mit auf die
Varroamilbe zurückzuführen ist – wie hoch der Befallsgrad war und wie früh und erfolgreich im Herbst dagegen behandelt wurde – siehe
Spätsommerpflege [A].
Inzwischen ist bekannt, dass zur Beizung von Mais-Saatgut verwendete Insektizide, sogar ohne die Beteiligung anderer Faktoren, wie z.B. die Varroamilbe,
die Ursache des Auftretens von Bienensterben sein können.
Siehe hierzu
Bienensterben im Rheintal April/Mai 2008.
Dampfwachsschmelzer
Gerät zur Wiedergewinnung von
Wachs durch das Einschmelzen von vorwiegend
Altwaben. Siehe im Bilderalbum
Arbeiten im September.
Drohnenmütterchen
Eierlegende Arbeiterin, auch Afterweisel genannt, siehe bei
Wikipedia [12].
Drohnenrahmen
Nicht mit einer ursprünglich zum Ausbau versehenen Mittelwand versehenes Rähmchen – siehe bei
Baurahmen.
Drohnensammelplatz
Paarungsort von Königinnen und Drohnen – siehe bei
Wikipedia [12]. Die Paarung findet dort in der Luft, im Flug statt.
Eigenbedarf
Der
Eigenbedarf, d.h. der eigene Verbrauch eines Bienenvolks an Nektar und
Pollen ist recht groß.
Das Meiste wird für die Aufzucht der Bienenbrut, d.h. der Erhaltung des Bienenvolkes (dem
„Bien“), verbraucht.
Als Honig ernten wir Imker nur den Überschuss der aus ertragsreichen Trachten entsteht. Mengenangaben siehe bei
Tracht.
Einfüttern
Auffüttern der Bienenvölker im Herbst, nach dem Abernten – siehe bei
Winterfutter.
Faulbrut
Die
Amerikanische oder auch
Bösartige Faulbrut genannt, ist die von uns Imkern am meisten gefürchtete Krankheit unserer Bienen, oder besser gesagt, nur der Bienenbrut. Näheres siehe unter
[12].
Im Gegensatz zur Bösartigen Faulbrut gibt es aber auch die
Europäische Faulbrut, auch Gutartige F. oder Sauerbrut genannt – siehe auch unter
[12].
Flugbiene Sammlerin vorlagern
Die
Flugbienen oder
„Sammlerinnen“ sind die Außendienst-Mitarbeiter des Bienenvolkes. Sie sind „erwachsener“ als die
Ammen- oder
Jungbienen
und auch entsprechend „erfahrener“ und wehrhafter.
Der Imker kann bei gutem, sonnigen Wetter fast ohne Schutz an den Bienenvölkern arbeiten, wenn diese „alten Biester“ beschäftigt und damit nur wenige gerade zuhause sind.
Die Flugbienen halten sich nachts und bei kühlem Wetter unten in der Beute, in der Nähe des
Flugloches
auf. An warmen Sommertagen kann es sein, dass ein Teil der Flugbienen nachts außen vor dem Flugloch bleibt.
Man nennt dies dann
„Vorlagern“.
Details zu den verschiedenen Aufgaben der Bienen siehe auch unter
Arbeitsteilung im Bienenvolk [18].
Flugling
Eine Methode zur Schwarmverhinderung – siehe im Bilderalbum
Abwandern von der Rapstracht.
Flugloch
Das Fugloch heißt
„Loch“, obwohl es bei heutigen
Magazin-Beuten meist ein Schlitz unten im Beutenboden ist. Dies hat „historische“ Gründe.
Ursprünglich lebte die Honigbiene in unseren Breitengraden im Wald, in alten Baumhöhlen, z.B. in verlassenen
Specht-Höhlen. Die Öffnung war meist ein „Loch“. Die Imker hießen damals auch noch „Zeidler“ und waren als Zunft hoch geschätzt.
Bei
Ablegern
und anderen schwachen Volkern wird das
Flugloch eingeengt, damit es vom Bienenvolk besser gegen
fremde Eindringlinge verteidigt werden kann. Dies gilt auch für normal starke Völker im Winter.
Hier wird dann
meist ein Keil eingesetzt, der das Flugloch auch in der Höhe verkleinert. Dadurch wird verhindert dass die insektenfressenden
Spitzmäuse [12] eindringen können.
Funkwaage
Eine elektronische Waage unter einem Bienenvolk – siehe bei
Waagstock.
Futter Futterkranz
Als
Futter wird sowohl der eingetragene und von den Bienen weiter zu Honig verarbeitete Nektar oder Honigtau,
als auch das im Herbst durch Fütterung mit einer Zuckerlösung entstandene „Futter“ bezeichnet – also alle Kohlehydrat-Vorräte im Bienenvolk. Das Futter wird direkt über und neben der
Brut, die als „Wärmekugel“ ausgebildet ist, als „Kappe“ oder
„Kranz“ eingelagert.
Jungvölker
werden bei Bedarf, Trachtvölker erst im Herbst, nach dem Abernten des Honigs gefüttert.
Damit das Futter wieder verwertbar wird, müssen es die Bienen mit Wasser zu einer nektarähnlichen Lösung verdünnen.
Weiteres siehe bei
Winterfutter und
Wasserholerin.
Futterwabe
Wabe mit einem honigähnlichen
Futtervorrat, siehe
Winterfutter.
Gemüll
Als Gemüll wird alles bezeichnet, was so auf den
Beutenboden
des Bienenvolks fällt.
Dies sind neben allem Möglichen (Flügel, Beine, auch ganze tote Bienen) sehr vielen
Wachsteilchen
– wieder abgeraspelte Zelldeckel von Brut und
Vorräten.
In der Vegetationszeit, wenn Bienenflug möglich ist, wird man allerdings kaum Gemüll finden. Ein gesundes, normal starkes
Bienenvolk putzt alles heraus.
Anders sieht die Situation allerdings in und kurz nach den Kältephasen des Winters aus. Zudem haben moderne Magazinbeuten meist ein Lüftungsgitter
(Insektengitter) im Beutenboden, so dass kleinere Teile einfach hindurchfallen.
Interessant ist eine Gemülluntersuchung bei geschwächten Völkern zur Erkennung von möglichen Krankheiten. So sind z.B. bei der
Kalkbrut [12]
abgestorbene, mumifizierte, von den Bienen aus dem
Brutnest
herausgeworfene Larven im Gemüll zu finden.
Auch bei der Behandlung gegen die
Varroamilbe
kann eine Gemülluntersuchung vor und nach der Behandlung Aufschluß über den Befallsgrad und den Erfolg
der Behandlung (abgefallene Milben) geben. Hierbei wird dann ein extra bei der Konstruktion des Gitterbodens vorgesehener „Bodenschieber“ unter
das Gitter eingeschoben.
Hierdurch wird das Ausräumen des durch das Gitter gefallenen Gemülls (auch die Milben) durch die Bienen verhindert.
Gitterboden
Zur Belüftung offener Beutenboden – siehe bei
Wandern.
Glucose
Glucose [12], auch
Traubenzucker genannt, ist ein Einfachzucker und neben der
Fructose [12]
einer der beiden Hauptbestandteile des
Honigs.
Die Besonderheit ist nun, dass dieser Zucker auch im „Bienenblut“, der
Hämolymphe [12],
als „Blutzucker“ vorkommt, wie der Blutzucker bei den Säugetieren. Bei den meisten anderen Insekten ist es dagegen die
Trehalose [12].
Glucose kann direkt in der Muskulatur in Wärme umgewandelt (verbrannt) werden.
Durch diesen Umstand sind die Honigbienen nicht mehr typisch wechselwarm, sondern als das gesamtes Volk
„
Der Bien“
ein Warmblüter. Der Vorteil dieser eigenen Körpertemperatur liegt darin, geschützt in der
Beute unabhängig von Umwelt- und Witterungseinflüssen die eigene Brut aufziehen zu können.
Siehe auch bei
Brutnest – konstante Temperatur.
höseln
Sammeln von Blütenpollen mit einer besonderen Vorrichtung am Hinterbeinpaar – siehe bei
Pollen.
Honig
Über Honig gibt es fast unendlich viele Artikel im WEB, z.B. bei
Planet Wissen [ext] und sehr ausführlich in der
Wikipedia [12].
Viele Fragen zum richtigen Umgang mit dem
Lebensmittel Honig werden im Kapitel
FAQs
beantwortet und rechtliches zum Honig steht in der
Honigverordnung [2].
Wer sich umfassend mit diesem Thema beschäftigen möchte, kommt nicht um ein gutes Nachschlagwerk herum, z.B.:
„Der Honig – Imker | Analytik | Gesetz | Gesundheit“
von Helmut Horn und Cord Lüllmann, eine Neuauflage (geänderter Titel und Verlag) vom 1.12.2017, ISBN 978-3-9810012-8-0
Honigbestandteile
Honig besteht aus je nach Sorte aus etwa 200 verschiedenen Stoffen. Die Hauptbestandteile sind Traubenzucker, Fruchtzucker und ca. 18 % Wasser.
Weiteres siehe bei
Der Honigfächer (PDF-Datei – Quelle Bieneninstitut Kirchhain).
Honigbienen
Die Gattung Honigbienen mit einer Liste der weltweit vorkommenden Arten – siehe bei
Wikipedia [12].
Honigernte
Wenn bei oder nach einer
Tracht genügend
Honig im
Honigraum eingetragen wurde und dieser Honig auch ausreichend
gedeckelt
(reif) ist, kann ein Großteil dieser Waben entnommen,
geerntet werden. Hierbei muß geprüft werden, ob noch genügend Vorräte für eine
mögliche Schlechtwetter-Periode, oder trachtlose Zeit im Bienenvolk verbleiben. dies können z.B.
Futterkränze der
Brutwaben
sein (siehe auch
Eigenbedarf).
Die jetzt fehlenden Waben werden durch
Mittelwände oder ausgeschleuderte Waben ersetzt.
Honigraum
Der obere Bereich einer Magazin
beute, bei Hinterbehandlungs- oder Trogbeuten der hintere
(
fluglochferne) Bereich.
Damit die Königin hier nicht hinkommen und Eier legen kann, wird meist zwischen dem
Brutraum und dem
Honigraum ein sogenanntes
Absperrgitter
eingelegt. Dieses hat eine Maschenweite, die den normalen Bienen ein
Durchschlüpfen ermöglicht aber der größeren Königin „den Zutritt“ versperrt. Vorteile daraus sind: Honig aus
unbebrüteten Waben und Waben die der
Wachsmotte [12]
keine Vermehrungsmöglichkeit bietet und damit nach dem Abernten im Herbst gut eingelagert werden können.
Honigsorte
Generell kann in zwei Gruppen: Honig aus Nektar von Blütenpflanzen und Honig aus Honigtau
(Waldhonig)
unterschieden
werden.
Eine Übersicht der einzelnen Honigsorten findet sich unter
Honigsorten [12].
Honigtau
Rohstoff des Waldhonigs, wird erzeugt von Rinden- und Quirlschildläusen – siehe bei
Wikipedia [12].
Honigtauerzeuger
Ca. 10 Arten von mit den Blattläusen verwandte Rinden- und Quirlschildläuse – siehe bei
waldtrachtbeobachter-sued.de [41].
Hornissen
Große Wespenart – siehe im Bilderalbum
Räuber, Sammler und Früchte.
Jungbiene
In diesem Jugendstadium fehlt der Biene noch die Orientierung außerhalb des
Bienenstockes. Sie ist mit Tätigkeiten im Bienenvolk beschäftigt, z.B. der Reinigung von
Wabenzellen und der Brutpflege
(s. Ammenbiene).
Auch sind
Jungbienen sehr „sanftmütig“. d.h. sie können noch gar nicht so richtig stechen.
Details zu den verschiedenen Aufgaben der Bienen siehe auch unter
Arbeitsteilung im Bienenvolk [18].
Jungfernbau
Bau von Waben aus von den Bienen aus speziellen Drüsen ausgeschwitztem Wachs – siehe bei
Bienenwachs.
Jungfernzeugung
siehe bei
Parthenogenese oder bei
direkt bei
[12].
Jungvolk
Im ersten Vegetationsjahr aus einem Ableger entstandenes Bienenvolk – siehe bei
Ableger.
Kandieren
Dieser Begriff wird häufig für das
Festwerden von Honig verwendet. Eigentlich müsste korrekt von
Kristallisation
beim Honig gesprochen werden und das
Kandieren [12]
ist dagegen eine Methode mit Zucker Früchte haltbar zu machen.
Weiteres zum Kandieren von Honig siehe bei den
FAQs.
Killerbiene
Dieser Begriff wird hier nur erwähnt, weil immer wieder mal gefragt wird: „Was ist die Killerbiene?“ oder
„Gibt es die Killerbiene auch bei uns?“
Es handelt sich hierbei um ungewollte Kreuzung im tropischen Brasilien zwischen einer für Versuchszwecke eingeführten afrikanischen
Rasse
und verwilderten Völkern der europäischen Rasse
Ligustica der
Apis mellifera.
Sowohl die afrikanische Ausgangsrasse, als auch die „Killerbiene“ sind in
unseren gemäßigten Breitengraden nicht überlebensfähig. Sie haben nicht die Fähigkeit zum Überwintern. Dagegen
stellt die Killerbiene ein Problem in den südlichen Bundesstaaten der USA dar, wohin sie sich u.a. auch ausgebreitet hat. Weiteres siehe bei
Afrikanisierte Honigbiene [12].
Kittharz
Nätürlicher Stoff zum Abdichten und Desinfizieren im Bienenvolk – ein anderer Begriff für
Propolis.
Königin
Eines der drei
Bienenwesen (Phänotypen), neben der Arbeiterin und dem Drohn im Bienenvolk.
Kundschafterin
auch Spurbiene genannt, siehe bei
Räuberei.
Magazin
Teil einer
Beute. Ein anderer Begriff ist die
Zarge.
Maitrieb
Der
Maitrieb ist der neue Nadeljahrgang des Nadelbaumes (Konifere), der sich ab Anfang Mai eines Jahres
bildet. Im Gegensatz zu den alten Nadeln, die dunkelgrün
gefärbt sind, ist der
Maitrieb noch hellgrün.
In dieser Wachstumsphase ist der Saftstrom in den
Leitungsbahnen [12]
des Baumes zur Bildung dieser neuen Nadeln vermehrt zuckerhaltig.
Hierbei entsteht hauptsächlich Holz, das chemisch gesehen das Polysaccarid
Cellulose [12]
(Saccarid = Zucker) ist.