Begriffe der Imkerei

Ein kleines interaktives Lexikon

In der Imkerei werden spezi­elle Begriffe ver­­wen­det, oder es gibt be­son­dere Wort­be­deu­­tungen. Dies soll hier er­klärt werden.

Bei manchem Begriff wird direkt auf eine ex­terne Quelle weiter­­ge­­lei­tet, z.B. auf die deutsch­­spra­chige Wiki­­pedia [12]. Andere werden im Kon­­text eines der Bilder­alben [A] erklärt.

A bis Bo

Abernten

Ableger

Abklopf­tuch [A]

Absperr­gitter

After­weisel [12]

Akazien­tracht [A]

Altvolk

Altwabe

Ameisen­säure

Ammen­biene

aus­laufen

Arbeiterin

Apis mellifera

Arbeits­tei­lung [18]

aufketten

aufnagen

aufsetzen

Aus­winte­rung

Bauer­neue­rung

Bau­rahmen

bee space

Bepiepen

bestiften

Beute

Begat­tungs­­käst­chen

Bestäu­bung [A]

der Bien

Biene

Bienen­arten

Bienen­brot

Bienen­rasse

Bienen­schwarm

Bienen­sterben

Bienen­sterben im Rheintal 2008

Bienen­stock

Bienen­wachs

Bienen­wesen

Blüten­pollen

Br bis J

Bruder Adam

Brutnest

Brutnest­­ord­nung [18]

Brutnest­temperatur

Brutraum

Brutwabe

Brutwärme

BSV

Buckfast

Carnica

CCD

Dampf­­wachs­­schmel­zer [A]

Drohn

Drohnen­­mütter­chen [12]

Drohnen­rahmen

Drohnen­­sammel­platz [12]

Eigen­bedarf

Einfüttern

Faulbrut

Flugbiene

Flugling [A]

Flugloch

Funkwaage

Futter

Futter­wabe

Gemüll

Gitter­boden

Glucose

höseln

Honig

Honig­­bestand­teile

Honig­bienen [12]

Honig­ernte

Honig­raum

Honig­sorte

Honig­tau [12]

Honigtau­erzeuger [41]

Hornissen [A]

Jungbiene

Jungfern­bau

Jungfern­­zeu­gung

Jungvolk

K bis Sp

Kandieren

Killer­biene

Kittharz

Königin

Kund­schafterin

Magazin

Maitrieb

Mandi­beln [12]

Melezi­tose

Milchsäure

Milbenfall [A]

Mittel­wand

MoT-Methode [A]

Nach­schaffung

Näpfchen [A]

Neo­nico­tinoide

Nektar [12]

Nist­holz [A]

Oxal­säure

orga­nische Säuren

Par­theno­genese

Pollen

Pollen­falle [A]

Propolis

Rähmchen

Räuberei

Raps­tracht [A]

Rauch

Reini­gungs­flug

Refrakto­meter [A]

Rinden­laus

Rund­tanz

Sammler­in

Seuchen­zeugnis

Schau­kasten

schlüpfen

Schröpfen

Schwän­zel­tanz [A]

Schwarm

Schwarm­ver­hin­de­rung

Schwarm­trieb [12]

Smoker

Spät­sommer­­pflege [A]

Spur­biene

St bis Z

Stifte

Stille Umwei­selung

Stock

Stock­biene

Stock­mutter

Tanz­sprache

Taxo­nomie [1]

Trach­een [12]

Tracht

Tracht­tanz

Tracht­volk

Varroa­milbe

Um­larven [A]

Ver­brausen

ver­deckeln

ver­einigen

Ver­giftun­gen

verstärken

Volks­stärke

vor­lagern

Waag­stock

Wabe

Waben­abstand

Waben­gasse

Wachs

Wachs­drüsen

Wachs­motte [12]

Wald­­be­gehung [A]

Wald­honig

Wander­bock

Wandern

Wander­wart

Wander­zeug­nis

Wasser­holerin

Weisel

weisel­los

Weisel­zelle

Werk­zeug

Wespen­­pro­bleme [A]

Wildbau

Wild­bienen [A]

Winter­futter

Zarge

Zelle

Zement­honig

Zitter­tanz

Zuchtrahmen

zusetzen

A bis Bi

Abernten

Ableger

Abklopf­tuch [A]

Absperr­gitter

After­weisel [12]

Akazien­tracht [A]

Altvolk

Altwabe

Ameisen­säure

Ammen­biene

aus­laufen

Arbeiterin

Apis mellifera

Arbeits­tei­lung [18]

aufketten

aufnagen

aufsetzen

Aus­winte­rung

Bauer­neue­rung

Bau­rahmen

bee space

Bepiepen

bestiften

Beute

Begat­tungs­­käst­chen

Bestäu­bung [A]

der Bien

Biene

Bienen­arten

Bienen­brot

Bienen­rasse

Bienen­schwarm

Bienen­sterben

Bienen­sterben im Rheintal 2008

Bienen­stock

Bienen­wachs

Bienen­wesen

Bl bis G

Blüten­pollen

Bruder Adam

Brutnest

Brutnest­­ord­nung [18]

Brutnest­temperatur

Brutraum

Brutwabe

Brutwärme

BSV

Buckfast

Carnica

CCD

Dampf­­wachs­­schmel­zer [A]

Drohn

Drohnen­­mütter­chen [12]

Drohnen­rahmen

Drohnen­­sammel­platz [12]

Eigen­bedarf

Einfüttern

Faulbrut

Flugbiene

Flugling [A]

Flugloch

Funkwaage

Futter

Futter­wabe

Gemüll

Gitter­boden

Glucose

H bis O

höseln

Honig

Honig­­bestand­teile

Honig­bienen [12]

Honig­ernte

Honig­raum

Honig­sorte

Honig­tau [12]

Honigtau­erzeuger [41]

Hornissen [A]

Jungbiene

Jungfern­bau

Jungfern­­zeu­gung

Jungvolk

Kandieren

Killer­biene

Kittharz

Königin

Kund­schafterin

Magazin

Maitrieb

Mandi­beln [12]

Melezi­tose

Milchsäure

Milbenfall [A]

Mittel­wand

MoT-Methode [A]

Nach­schaffung

Näpfchen [A]

Neo­nico­tinoide

Nektar [12]

Nist­holz [A]

Oxal­säure

orga­nische Säuren

P bis T

Par­theno­genese

Pollen

Pollen­falle [A]

Propolis

Rähmchen

Räuberei

Raps­tracht [A]

Rauch

Reini­gungs­flug

Refrakto­meter [A]

Rinden­laus

Rund­tanz

Sammler­in

Seuchen­zeugnis

Schau­kasten

schlüpfen

Schröpfen

Schwän­zel­tanz [A]

Schwarm

Schwarm­ver­hin­de­rung

Schwarm­trieb [12]

Smoker

Spät­sommer­­pflege [A]

Spur­biene

Stifte

Stille Umwei­selung

Stock

Stock­biene

Stock­mutter

Tanz­sprache

Taxo­nomie [1]

Trach­een [12]

Tracht

Tracht­tanz

Tracht­volk

V bis Z

Varroa­milbe

Um­larven [A]

Ver­brausen

ver­deckeln

ver­einigen

Ver­giftun­gen

verstärken

Volks­stärke

vor­lagern

Waag­stock

Wabe

Waben­abstand

Waben­gasse

Wachs

Wachs­drüsen

Wachs­motte [12]

Wald­­be­gehung [A]

Wald­honig

Wander­bock

Wandern

Wander­wart

Wander­zeug­nis

Wasser­holerin

Weisel

weisel­los

Weisel­zelle

Werk­zeug

Wespen­­pro­bleme [A]

Wildbau

Wild­bienen [A]

Winter­futter

Zarge

Zelle

Zement­honig

Zitter­tanz

Zuchtrahmen

zusetzen

 

Ableger    Jungvolk

Ein Ableger ist ein neu gebildetes Bienen­volk mit einer jungen, un­be­gatte­ten Weisel (Köni­gin) oder einer Weisel­zelle.
Zur Bildung des Ab­legers wird eine Por­tion Bie­nen mit Waben und Brut einem Altvolk ent­nommen (s. Schröpfen) und in einen Ableger­kasten oder eine normale Beute mit einer einzigen Zarge gesetzt. Dabei muss darauf geachtet werden dass die alte Königin im Altvolk bleibt und nicht aus Versehen mit in den Ableger gelangt. Was jetzt noch fehlt ist eine Weisel­zelle, die z.B. aus einem Volk im Schwarm­trieb oder aus einem Zucht­volk stammt. Diese wird auf einen freien, un­be­brüteten Bereich einer Brut­wabe gesetzt – leicht an­drücken, ohne die Zelle zu ver­formen oder zu be­schädigen.
Danach wird der Ableger ausserhalb dem Flug­radius des Alt­volkes aufge­stellt. Die Bienen fliegen sich neu ein. Ein paar Tage später schlüpft die junge Königin. Diese ist, wenn alles klappt, spätes­tens nach drei Wochen in Eilage. Ab jetzt wird nicht mehr von einem Ableger, sondern von einem Jung­volk ge­sprochen. Dieses ent­wickelt sich bis zum Herbst zu einem normal starken und damit über­winte­rungs­fähigen Volk.
Ein Jungvolk bringt in dem Jahr seiner Bildung keinen Honig. Im Gegen­teil, es muss bei der Bildung einen Futtervorrat als Start (meist eine Raps-Honig­wabe oder eine noch vor­handene Futter­wabe) bekommen und je nach Tracht­verhält­nissen bis in den Herbst hinein ge­legent­lich gefüttert werden. Dies hängt mit der noch geringen Volks­stärke zu den Zeiten der Trachten zusammen. Der Wärme­haushalt (Ver­hältnis von Volumen zu Ober­fläche des Brutnestes) ist anfangs noch nicht optimal.

 

 

Absperrgitter

Ein Gitter, bestehend aus Metall­stäben in einem be­stimm­ten Ab­stand oder auch eine läng­lich ge­lochte Plastik­platte (dicke Folie).
Beschrei­bung der Ver­wendung siehe bei Honig­raum.

 

 

Afterweisel    Drohnen­mütterchen

Eierlegende Arbeiterin – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Altvolk

Normales Bienen­volk, das im Früh­jahr aus­gevwintert wurde. also aus dem Vor­jahr stammt. Ein Jung­volk hat zum Herbst eine nor­male Volks­stärke erreicht und gilt im näch­sten Jahr auch als Alt­volk, aller­dings mit einer ein­jäh­rigen, optimal alten Königin.

 

 

Akazientracht

Blütentracht der Schein­akazie (Robi­nie) – siehe im Bilder­album Tage­buch Mai 2006.

 

 

Altwabe

Bei der Ent­wick­lung einer Biene vom Ei zum er­wach­se­nen Insekt in einer Brutzelle wer­den ver­schie­dene Ent­wick­lungs­stadien durch­laufen, wobei sich die voll ent­wickelte Streck­made schließ­lich in der von den Bienen vorher ver­schlos­senen Zelle ein­spinnt und ver­puppt. Über­reste dieses Vor­gangs blei­ben nach dem Schlüpfen der ferti­gen Biene in der Zelle zurück, obwohl die Bienen jede Zelle vor der erneu­ten Eiab­lage durch die Königin sehr gründ­lich säubern. Somit „altert“ die Wabe mit jeder weite­ren Brut­gener­ation und wird dabei immer etwas dunkler und die Zellen nach jedem Schlü­pfen ein klein wenig kleiner. Schließ­lich dringt bei einer solchen Wabe gegen die Sonne gehalten kein Licht mehr durch. Spätestens jetzt ist es Zeit, diese „Altwabe“ durch eine neue, unbe­brü­tete zu erset­zen. Hierbei kann des ent­hal­tene Wachs durch Ein­schmel­zen wieder zu Waben (s. Mittelwand) oder ander­weitig ver­wendet werden.

 

 

Apis mellifera

Weltweit in der Imkerei am häu­figs­ten ver­wenvdete Honig­bienen­art – siehe bei Bienen­arten, Bienen­rasse.

 

 

Ameisensäure    Milchsäure    Oxalsäure    organische Säuren

Diese drei orgavni­schen Säuren werden zur soge­nann­ten alter­nati­ven Be­hand­lung der Bie­nen­völ­er gegen den Para­sit, die Varroa­milbe ein­ge­setzt. Alter­na­tiv soll hei­ßen, dass alle drei Säuren natür­lich vor­kommen, z.B. die Ameisen­säure [12] und hauptsächlich Salze der Oxal­säure [12] im Stoff­wechsel von Tieren und Menschen und die Milch­säure [12] in Milch­pro­duk­ten. Ameisen­säure kommt auch natür­lich im Kasta­nien­honig vor und Oxal­säure­ver­bin­dungen in man­chen Pflan­zen, z.B. dem Rha­bar­ber. Damit ist bei rich­tiger Anwen­dung der Säuren jeg­liche Rück­stands­proble­matik, wie sie teil­weise bei der Behand­lung mit Medi­ka­menten auf­treten kann (und schon auf­ge­treten ist !) aus­ge­schlossen. Richtige Anwen­dung heißt generell: Erst nach der Saison und dem Abernten.
Die Proble­matik fast aller sons­tigen (nicht auf diesen Säuren basie­renden) Varroa­medi­ka­mente liegt in ihrer Eigen­schaft, fett­lös­lich zu sein. Die Bestand­teile des Bienen­wachses haben fett­ähn­liche Eigen­schaften. Somit können sich darin diese Medi­ka­mente und deren Abbau­pro­dukte über die Zeit (die wiede­rkeh­renden jähr­lich not­wendi­gen Behand­lungen) stark anrei­chern. Bei einer ent­spre­chend hohen Konzen­tration können die Rück­stände aus dem Wachs schließ­lich auch im Honig nach­ge­wiesen werden – siehe auch „Wieder­ver­wendung von Bienen­wachs“. Die drei hier verwen­deten Säuren sind nicht fett-, sondern nur wasser­lös­lich und können sich dadurch nicht im Bienen­wachs anrei­chern.
Die verschie­denen Behand­lungs­me­thoden mit den Säuren werden im Detail unter [8] beschrie­ben und hier gibt’s Ergeb­nisse einer Ameisen­säure­be­hand­lung nach der MoT-­Methode.

 

 

Ammenbiene

Eine erst ein paar Tage alte Biene, deren Tätig­keit die Brut­pflege ist. In diesem Alter hat die Biene gut ent­wickelte Futter­saft­drüsen. Durch Vor­ver­dauen von Pollen (Eiweiß) und Nektar (Kohle­hy­drate) produ­ziert sie einen milch­artigen, weißen Futter­saft, der in die Zellen der Laven (Maden) „gespuckt“ wird.
In diesem Alter hat die junge Biene noch keine großen Flug­übungen gemacht und bleibt weit­ge­hend im Bienen­stock.
Details zu den ver­schie­denen Auf­gaben der Bienen siehe auch unter Arbeits­tei­lung im Bienen­volk [18].

 

 

Arbeitsteilung

siehe bei www.imker­home­page.de – Arbeits­tei­lung im Bienen­volk [18].

 

 

Arbeiterin

Arbeiterin ist eine andere Bezeich­nung für die „nor­male Biene“ in diesem Insek­ten­staat, dem Bienen­volk. Hiermit wird auch schon aus­ge­sagt, wer die ganze Arbeit zu ver­rich­ten hat. Die anderen beiden Bienen­wesen (Pheno­typen) Drohn und Königin sind aus­schließ­lich nur für das Geschlecht­liche, die Vermeh­rung und das Eier­legen zu­ständig.
Im Laufe des Lebens von 4 bis 6 Wochen durch­läuft eine Arbei­terin ver­schie­dene Tätig­keiten. Hier eine kleine Auswahl: Ammen­biene (Jung­biene, Stock­biene), Wächterin, Flugbiene (Sammlerin), Kund­schaf­terin und Wasser­hole­rin. Manche dieser Tätig­keiten, z.B. Wäch­terin am Flug­loch, werden auch gene­tisch bevor­zugt, d.h. nur ein kleiner Teil der Bienen übt über­haupt diese Tätig­keiten aus. Dies hat damit zu tun, dass die Bienen eines Volkes zwar nur von der einzig vorhan­denen Königin, aber von bis zu 20 ver­schie­denen Drohnen abstammen. Neuere For­schungen haben ergeben, dass durch gering­fügig unter­schied­liche Tempera­turen im Brut­nest auch ver­schie­dene Eigen­schaf­ten her­aus­ge­bil­det werden.

 

 

aufketten

Die Bienen ketten sich zum Erstellen von Wabenbau auf – siehe bei Bienenwachs.

 

 

aufnagen

Der Zell­deckel wird bei Schlupf­vor­gang des fert­igen Insekts von diesem auf­ge­nagt – siehe bei aus­laufen.

 

 

aufsetzen

Methode zum Zusam­men­setzen von Bienen­völkern oder Teilen davon – siehe bei Ver­einigen.

 

 

auslaufen    aufnagen    schlüpfen

Als Auslaufen wird das Schlüp­fen der Bienen­brut bezeich­net. Von der Eiab­lage an gerech­net dauert dies 21 Tage bei der normalen Biene, 24 Tage beim Drohn und nur 16 Tage bei einer Königin. Das voll aus­ge­bil­dete Insekt nagt sich dabei mit seinen Mandi­beln [12] durch den Deckel der ge­schlos­senen Brut­zelle – läuft sozu­sagen (her)aus.
Bei einer Weisel­zelle ent­steht dabei ein kreis­runder Schnitt und man sieht dann häufig auch noch den aufge­klapp­ten Deckel, wie bei einer geöffne­ten Konser­ven­dose. Bei der Köni­ginnen­zucht (Ver­meh­rung), allge­meinen Volks­durch­sicht oder Schwarm­kon­trolle wird dies als sicheres Zeichen dafür gesehen, dass jetzt eine junge Königin im Ableger oder Volk vorhan­den ist. Aller­dings bauen die Bienen häufig nach dem Schlüpfen die Weisel­zellen in ein paar Tagen wieder ab. Genauso wird eine Zelle, die nicht in Ord­nung ist, bei der z.B. die Larve abge­storben (abge­sackt) ist, wieder ent­fernt.

 

 

Auswinterung

Nach dem Winter, im zei­tigen Früh­jahr wird eine erste Kon­trolle der Bienen­völker gemacht. Hierbei wird folgen­des über­prüft: Weisel­rich­tig­keit, Gesund­heit, Futter­vorrat, Raum­bedarf und Wabenvsitz. Ggf. muß ent­sprech­end ein­ge­griffen werden.

 

 

Bauerneuerung

Der Wabenbau des Brut­raums muss von Zeit zu Zeit erneuert werden (s. Alt­wabe).
Normaler­weise ent­nehmen wir eine kom­plette (untere) Zarge mit Alt­waben pro Volk im zei­tigen Früh­jahr (ca. Mitte März) bei der ersten Durch­sicht, der soge­nannvten Aus­winte­rung. Dies ergibt sich durch den Umstand, dass ein Bienen­volk zu diesem Zeit­punkt am schwäch­sten ist und damit der Raum von zwei auf eine Zarge redu­ziert werden kann. Zudem ist zu dieser Zeit das Winter­futter schon weit­ge­hend ver­braucht, so dass auch für den Rest nur noch wenig Raum (Waben) benö­tigt wird. Spätes­tens zur Kirsch­blüte (ca. 20. April) wird dann wieder eine Zarge mit unbe­brü­teten Honig­raumvwaben vom Vorvjahr auf­ge­setzt und das Volk kann den in dieser Zeit stark anwach­senden Brut­raum erwei­tern.
Später, zur Apfel­blüte, wird dann wieder ein Honig­raum aufge­setzt, in den dann auch Rähm­chen mit Mittel­wänden gegeben werden, die in dieser Zeit gut von den Bienen wieder zu Waben aus­gevbaut werden. Schließ­lich werden dann bei der ersten Wande­rung in den Raps die rest­li­chen Mittel­wände aus­ge­baut.
Diese hier beschrie­bene Be­triebs­weise führt zu einer kom­pletten Erneu­erung des Waben­baus im Zyklus von drei Jahren wobei die Waben jedes Jahr eine Zarge tiefer ein­ge­setzt werden. Anders aus­ge­drückt: Unten werden die am längsten bebrü­teten Alt­waben aus­ge­schie­den und oben werden Mittel­wände um Ausbau als Honig­waben neu ein­ge­setzt.

 

 

Baurahmen    Drohnenrahmen

Beim Bau­rahmen handelt es sich um ein leeres Rähm­chen ohne ausge­baute Wabe oder Mittel­wand, das dem Bienen­volk vor allem im Früh­jahr zur Blüte­zeit gege­ben wird. Ist das Bienenvvolk stark genug und herrscht eine Tracht, so wird in diesen Rahmen von den Bienen eine Wabe gebaut. Der Bau­rahvmen ist somit ein Indi­kator für eine Tracht und eine aus­rei­chende Volks­stärke. Vor allem in der Ver­gan­gen­heit, bei der Hinter­be­hand­lungs-­Betriebs­weise war dies sehr wich­tig, um zu erkennen, wann der Raum erwei­tert werden musste.
Bei der heutigen Betriebs­weise mit Magazin-­Beuten dient der Bau­rahmen dage­gen nur noch als Drohnen­rahmen. D.h. dem Bienen­volk wird die Mög­lich­keit gegeben in diesem freien Raum Drohnen­bau zu erstellen. Hierzu muss man wissen, dass ein starkes Bienen­volk in Leer­räume fast aus­schließ­lich Waben mit einer größeren Zellengröße baut. Diese Zellen werden dann von der Königin mit unbe­fruch­teten Eiern bestif­tet.

 

 

bee space

Abstand zwischen Waben und Bienen­kasten, aber auch Waben unter­ein­ander – siehe bei Waben­ab­stand.

 

 

Begattungskästchen

Behausung für ein Mini-­Bienen­volk mit einer Weisel­zelle oder frisch ge­schlüpf­ten Köni­gin, ein paar hun­dert Bie­nen und etwas Futter­vor­rat. Der Zweck ist, daß die Köni­gin zur Be­gat­tung ausvfliegt und in Ei­lage kommt.
Nach ca. zwei bis drei Wochen wird dies kon­trol­liert. Bei Erfolg kann nun dieses Mini­volk weiter­ver­wen­det wer­den, z.B. kann es einem weissel­losen auf­ge­setzt werden. Auch kann die nun „voll­wer­tige“ junge Köni­gin einem weissel­losen zuge­setzt werden.

 

 

bepiepen

Tritt in Zusammen­hang mit den Tracht­tän­zen auf – siehe bei Tracht­tanz.

 

 

bestiften    Stift

Als Bestif­ten wird das Eier­legen (Ei = Stift) der Köni­gin bezeich­net. Die Köni­gin misst dabei die Größe der ein­zel­nen Zelle auf der Wabe aus. In eine normal große (kleine) Zelle wird dann ein Ei auf den Zell­boden gehef­tet, daß sie auch wäh­rend des Lege­vor­gangs befruch­tet. 21 Tage später schlüpft hier heraus eine normale Biene (Arbei­terin). Ist die Zelle größer, so han­delt es sich um eine Drohnen­zelle. Hier hinein wird ein unbe­fruch­tetes Ei gelegt. Aus unbe­fruch­teten Eiern ent­stehen durch Par­theno­ge­nese [12] immer männ­liche Bienen (Drohnen).

 

 

Beute

Die Behausung (Kiste) eines Bie­nen­volks.
In der moder­nen Imke­rei wervden stapel­bare Kis­ten (Magazine oder auch Zar­gen genannt), die unten und oben offen sind, ver­wen­det. Dazu kommt ein Boden mit dem Flugloch und dem Belüf­tungs­gitter (Insek­ten­gitter), auch Gitter­bo­den genannt. Schließ­lich kommt als Ab­schluss oben auf die Beute ein Iso­lier­deckel und eine Blech­haube als Wetter­schutz.
Der Vorteil der Magazin-­Beute liegt in der Mög­lich­keit den Raum an die Stärke (Anzahl der Bie­nen) des Bienen­volks anzu­passen. Hier ist eine große Dyna­mik bei den bei uns in Mittel­europa gehal­tenen Bienen­rassen, z.B. der Carnica vor­han­den. So kommt solch ein Volk mit ca. 8.000 Bienen aus dem Winter und kann bis zur Sonnen­wende ein Maxi­mum von bis zu 40.000 Bienen er­reichen.

 

 

der Bien

Manche halten das ganze Bienen­volk, diesen Super­orga­nis­mus „Bien“ für das eigent­liche Lebe­wesen, mit z.B. einer konstan­ten „Körper­tem­pera­tur“ (Brut­raum) in der Vege­ta­tions­zeit von 35 ºC. Details s. Brut­wärme [11].
Im Winter hält dieses Lebe­wesen dann bei einer redu­zier­ten Tem­peratur so etwas wie einen Winterschlaf, wobei es sich in der Beute zu einer „Wärme­kugel“ mit einer Ober­flächen­tem­pertur von nur 10 ºC zusammen­zieht. Unter­bro­chen wird diese winter­liche Ruhe­phase durch die regel­mäßige Auf­nahme von Futter, das oberhalb und neben der Wärme­kugel in den Waben einge­lagert ist.
Tagsüber vom Früh­jahr bis Herbst und bei aus­rei­chend warmem und sonni­gen Wetter dehnt sich dieser Orga­nismus auf eine Fläche mit bis zu etwa einem Kilo­meter Radius aus, durch­dringt damit sozu­sagen die Land­schaft.
Die Bienen­köni­gin ist bei dieser Betrach­tung ein Körper­organ, dass laufend neue Zellen (Eier) und „Glücks-­Hormone“ (Phero­mone) produ­ziert, die dem Wohl­be­finden des Gesamt­orga­nismus dienen. Die ein­zelne Biene ist dann nur eine „Körper­zelle“ mit einer Abnut­zungs­dauer von 3 bis 6 Wochen (Vege­ta­tions­zeit).
Das Lebewesen „Bien“ ist unster­blich. Die Ver­meh­rung erfolgt durch Tei­lung (Schwarm).
Siehe auch bei Glu­cose: Die Beson­der­heit ist nun …

 

 

Bienenwesen:    Biene    Drohn    Königin

Es gibt drei unter­schied­liche Bienen­wesen im Bienen­stock. Die Köni­gin [A] und die Bienen [A] sind weib­lich, wobei nur die Köni­gin geschlecht­lich voll ent­­wickelt und ent­spre­­chend aus­ge­bil­dete Ova­rien hat. Sie son­dert lau­fend Phero­mone ab, die zusätz­lich die Bienen in der Fähig­keit zum Eier legen hemmen. Die Drohnen [A] sind männ­lich und nor­maler­weise aus unbe­fruch­teten Eiern ent­stan­den. Sie besit­zen nur einem Chro­mo­somen­satz und sind damit gene­tisch gesehen die Brüder ihrer Mutter. Dies muß bei der Zucht berück­sich­tigt werden. Ihre einzig bekannte Tätig­keit für das Bienen­volk besteht in der Wei­ter­gabe des Erb­materi­als, d.h. der Begat­tung von jungen Köni­ginnen. Sie sind z.B. nicht einmal fähig, ein­ge­lager­tes Futter aus den Waben auf­zu­nehmen, sondern auf den sozi­alen Futter­aus­tausch der Bienen im Stock ange­wiesen.
Eine detail­lierte Beschrei­bung der Bienen­wesen ist bei Das Bienen­volk [10] zu finden.

 

 

Bienenarten

Umgangssprach­lich wer­den hier­mit Arten und Rassen der Honig­bie­ne ge­meint – siehe bei Bienenrasse.

 

 

Bienenbrot

Als Bienenbrot wird der von den Bie­nen in Waben­zellen ein­ge­la­gerte Pollen be­zeich­net – wei­teres siehe auch bei Pollen.

 

 

Apis mellifera    Bienenarten    Dunkle Biene    Carnica    Bruder Adam    Buckfast

Es gibt welt­weit neun1 Arten der Gattung der Honig­bie­nen [12] (Apis). Acht davon kom­men aus­schließ­lich in Asien vor, z.B. die Öst­li­che Honig­biene (Apis cerana). So bleibt noch die West­liche Honig­biene (Apis melli­fera) aus ihrem Ver­brei­tungs­ge­biet Afrika und Europa übrig, die wegen ihres guten Honig­er­trags inzwi­schen welt­weit von Imkern gehal­ten wird.
Eine Unterart von ihr, die Dunkle Euro­pä­ische Biene (Apis melli­fera melli­fera) hatte ursprüng­lich nach der letz­ten Eis­zeit, aus­ge­hend vom Mittel­meer­raum Nord­afri­kas, weite Teile Euro­pas be­sie­delt. Hier in Deutsch­land, vor allem in den Jahren nach dem Zwei­ten Welt­krieg, wurde diese Unter­art durch eine andere aus dem Alpen­raum, die Carnica (Kärnt­ner Biene) in der Imkerei er­setzt. Durch Aus­lese und Zucht­pro­gramme wurden schließ­lich beson­dere Eigen­schaf­ten dieser Biene ver­bessert, ins­be­son­dere Sanft­mütig­keit und Honig­er­trag. Auch wegen dieser „Bear­bei­tung“ der Unter­arten der Apis melli­fera wird all­ge­mein nicht von Unter­arten, son­dern von Bienen­ras­sen [12] gespro­chen. Inner­halb der Rassen wird dann wiede­rum von Linien (Linien­zucht) gespro­chen. So gibt es z.B. eine nach dem Züchter Guido Sklenar (1871-1953) bezeich­nete Carnica-­Linie.
Parallel zur Einfüh­rung der Carnica in Deutsch­land gab es in der 20er Jahren des vor­heri­gen Jahr­hun­derts ein großes Bienen­ster­ben auf den Eng­li­schen Inseln, aus­ge­löst durch eine Tracheen­milbe [12] und/oder Bienen­viren. Dies führte dazu, daß ein Mönch, Bruder Adam in einem süd­eng­li­schen Klo­ster ein bisher welt­weit ein­mali­ges Zucht­pro­gramm zu einer neuen, in Bezug auf die Kran­kheit unem­pfind­li­chen Biene begann. Durch Kreu­zungen ver­schie­dener Rassen aus dem Mittel­meer­raum, Rück­kreu­zungen und jahr­zehnte­lange strenge Aus­lese ent­stand eine neue sta­bile (erb­feste) Bienen­rasse, die nach dem Kloster benannte Buckfast.
Diese Rasse hat ins­be­son­dere durch ihre Schwarmträgheit und Volks­stärke (guter Honig­er­trag) in den letz­ten Jahren immer mehr Anhänger, auch hier in Deutsch­land gefunvden. Glück­licher­weise gibt es bei (unge­wollten) „Ver­kreu­zungen“ mit der Carnica keine allzu großen Auf­spal­tungen der Eigen­schaf­ten z.B. in Rich­tung „Stech­lust“, so daß beide Rassen „fried­lich“ nebenveinvander gehalvten werden können. Wichtig zu wissen ist aller­dings, daß die Buckvfast nicht ganz so tolervant auf (selbst kleine) Haltungs­fehler des Imkers rea­giert. So kann z.B. wesent­lich leich­ter eine Räuberei unter den einzel­nen Völkern ent­stehen.
Wie schon erwähnt, wird welt­weit fast aus­schließ­lich mit der Apis melli­fera geim­kert. In Nord­amerika ist z.B. die Italien­ische Biene (Apis melli­fera ligus­tica) stark ver­breitet.
1 Nach einer Ver­öffent­lich­ung von Engel, M.S. (1999) könnte es sein, dass zwei der asia­ti­schen Honig­bienen­arten zu Unter­arten (Rassen) der Arten Apis cerana und Apis dorsata zurück­ge­stuft werden.

 

 

Bienenschwarm    Schwarm    Vorschwarm    Nachschwarm

Ein Bienen­schwarm ent­steht aus dem natür­lichen Bestre­ben eines Bienen­volkes sich durch Tei­lung zu ver­mehren. Dabei zieht ein Teil des Bienen­volkes mit der bis­heri­gen oder einer jungen, bereits geschlüpf­ten Königin aus dem Bienen­volk aus. Ein Schwarm mit der bis­heri­gen Köni­gin des Volkes wird Vor­schwarm und einer mit einer jungen König wird Nach­schwarm ge­nannt.
Näheres siehe unter Schwarm­trieb [12] und im Bilder­album „Ein Schwarm im Mai“.

 

 

Bienensterben

Erst seit einigen Jahren auf­tre­ten­des Phä­no­men, mit (wahr­scheinvlich) häu­fig meh­reren Ursa­chen – siehe bei CCD.

 

Bienensterben im Rheintal 2008

Im April/Mai 2008 ereig­nete sich im Rhein­tal direkt nach der Aus­saat von Mais ein massi­ves Bienen­sterben, das durch das Pflan­zen­schutz­mittel und für Insekten hoch­­­ge­­fähr­liche Ner­ven­gift Clothia­nidin [12] verur­sacht wurde. Betroffen waren nach der offi­zi­ellen Erhe­bung für die Landes­re­gie­rung Baden-Württem­berg etwa 11.500 Bienen­völker und sehr wahr­schein­lich auch viele anderen Insek­ten. Die „Todes­zone“ erstreckte sich etwa 200 km ent­lang der Rhein­schiene zwi­schen Lörrach und Rastatt. Das Saat­gut wurde ent­spre­chend einer amt­li­chen Empfehl­ung (teil­weise sogar Ver­ord­nung) mit dem seit 2004 in Deutsch­land zuge­las­senen Mittel „Poncho pro“, das diesen Wirk­stoff ent­hält, gegen den neu im Süden auf­tre­tenden West­lichen Mais­wurzel­boh­rer [12] gebeizt. Beim Aus­saat­vor­gang mit pneu­ma­ti­schen Geräten traten mit dem Wirk­stoff belas­tete Abgase und Stäube auf, die sich dann weit­läu­fig in der Umge­bung auf Blüten­pflanzen (u.a. Obst­blüte, Löwen­zahn, Raps­felder) nie­der­schlugen. Dort kamen dann Honig­bienen beim Sammeln von Nektar [12] und Pollen damit in Kon­takt, bzw. brachten dieses belas­tete Material heim in den Bienen­stock. Nach­dem ein­deu­tige Unter­such­ungs­er­geb­nisse [39] durch das Julius-­Kühn-­Insti­tut in Braun­schweig vor­lagen, nahm das Bundes­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mittel­sicher­heit acht Saatgut­behand­lungs­mittel mit sofor­tiger Wir­kung vom Markt. Hierzu gehört auch das von Bayer Crop­Science herge­stellte Mittel „Poncho“ mit dem Wirk­stoff Clothia­nidin. Nur wenige Wochen später wurden die Mittel wieder „ter­min­ge­recht“, für Herbst­aus­saaten zuge­lassen.
Siehe auch bei Ver­gif­tungen und Colony Collapse Disorder (CCD).

 

 

Bienenstock    Stock

Dies ist ein alter Begriff für „das Ganze“ – das Bienen­volk mitsamt seiner Behau­sung. Siehe auch „Beute“. Früher war dies z.B. auch ein Bienen­volk in einem Stroh­korb.

 

Bienenwachs    Wachsdrüsen    aufketten    Wildbau    Jungfernbau

Bienen­wachs ist ein von den Bienen erzeug­tes fett­ähn­li­ches Stoff­ge­misch aus Estern, lang­ket­tiger Alko­hole und Säu­ren – nähere Details zu den Eigen­schaf­ten und der Zusam­men­set­zung siehe [12]. Durch län­gere Mole­kül­ketten ist Bienen­wachs bei Raum­tem­pera­tur nicht flüs­sig, son­dern fest. Von uns Menschen ver­zehr­tes Bienen­wachs wird unver­daut wieder aus­ge­schieden. Es schmilzt bereits ab ca. 65 ºC und sollte aus Sicher­heits­gründen (Selbst­ent­zünvdung wie bei Fett­ver­bren­nung) nie direkt, son­dern immer in einem Wasser­bad [12] ver­flüsvsigt werden!
In einem bestimm­ten Alter besit­zen die Bienen soge­nannte Wachs­drüsen und „schwit­zen“ auf der Bauch­seite, zwi­schen den Hinter­leibs­ringen, kleine Wachs­schup­pen her­aus. Dieses Material ist bei Tempera­turen im Bienen­stock von bis zu 35 ºC (im Brut­nest­bereich) gut model­lier­bar, ver­gleich­bar mit einer Knet­masse. Bei einer beste­henden Tracht und falls im Bienen­stock freier Raum, oder eine Lücke zwi­schen den Waben mit etwas mehr als 35 mm Mitten­ab­stand vor­handen ist, „ketten“ sich die Bienen dort „auf“ und fangen an, einen neuen Waben­bau aus Wachs zu errich­ten. Wir Imker nennen dies dann „Wild­bau“ oder auch „Jung­fern­bau“. Das Wachs von „Jung­fern­waben“ ist noch ganz weiß. Erst durch eine „Ver­un­reini­gung“, das soge­nannte Polle­nöl entvsteht die uns bekannte gelbe Färbung.
Weiteres siehe auch: Wieder­ver­wen­dung von Bienen­wachs

 

 

Blütenpollen

Männliche Samen von Blüten­pflan­zen – siehe bei Pollen.

 

 

Bruder Adam

Züchter der Buckfast-Biene – siehe bei Bienen­rasse.

 

 

Brutnest

Das Brutnest ist der zen­trale Be­reich des Bienen­volkes. Es ist, wenn es die Behau­sung (Beute) zuläßt, kugel­för­mig aus­ge­bildet. Dies liegt daran, dass eine Kugel die klein­ste Ober­fläche im Ver­hältvnis zum Volumen hat, und damit mit dem gering­sten Ener­gie­auf­wand „beheizt“ wer­den kann, siehe auch Brut­nest­ord­nung [18].
Alles Futter, was von außen her­ein­kommt ge­langt erst einmal hierher und wird direkt zur Ver­sor­gung der Bienen­brut ver­braucht. Entstehen hier­bei Über­schüsse, so wird der Nektar über (s. Honig­raum) und der Pollen neben dem Brut­be­reich ein­ge­la­gert und halt­bar gemacht.
Im Brut­nest herrscht eine kon­stante Tem­pera­tur von 35 ºC. Hierzu wird mit Nektar oder Honig / Futter „geheizt“ – näheres siehe Brut­wärme [11]. Ist es wärmer, so wird ent­spre­chend belüf­tet und bei großer Sommer­hitze kann es sogar passie­ren, dass die Bienen Wasser holen und es ver­dun­sten (Kühl­schrank-­Prinzip).

 

 

Brutnestordnung

Aufteilung des Brut­nestes eines Bienen­volkes – siehe bei www.imker­home­page.de – Die Brut­nest­ord­nung [18].

 

 

Brutraum

Der Brutraum ist bei der Maga­zin-­Betriebs­weise der untere Teil der Beute, in dem das Bienen­volk brütet (s. Brut­nest). Abge­schlos­sen wird der Brut­raum durch ein Absperr­gitter und darüber liegt dann der Honig­raum.

 

 

Brutwabe

Ein Teil, d.h. eine Wabe des Brut­raums.

 

 

Brutwärme

Das Bienen­volk hat als Ganzes, als Super­or­ga­nismus „der Bien“, eine kon­stante „Kör­per­tem­peratur“ von 35°C. Dies ist auch die not­wen­dige Tempera­tur zum Auf­wachsen der Brut. Wei­teres siehe bei www.imker­schule-sh.de – Brut­wärme [11].

 

 

BSV

Bienen- Sach-Ver­stän­diger
Der BSV ist ein in Bezug auf die Er­ken­nung und Behand­lung (Sanie­rung) von Bienen­krank­heiten aus­ge­bil­deter Imker. Er handelt im Auftrag der Veterinär­behörde (Unter­ab­teilung des Land­rats­amtes) und ist berech­tigt, nach der Fest­stellung der Gesund­heit der Bienen­völker eines Imkers, diesem ein gül­tiges „Wan­der­zeug­nis“ (für eine Saison) aus­zu­stellen.
Eine weitere Auf­gabe des BSV ist die fach­ge­rechte Sanie­rung von an der Bös­ar­tigen Faul­brut [1] er­krankten Bienen­völkern in Zusammen­arbeit mit dem betrof­fenen Imker. Hierbei müssen ggf. Bienen­völker ver­nichtet und Gebrauchs­material (Waben, Rähm­chen usw.) ver­brannt werden. Eine Behand­lung der Bienen­völker mit Anti­bio­tika (z.B. in Frank­reich erlaubt) ist hier in Deutsch­land streng ver­boten! Um den an dieser Bienen­seuche befal­lenen Bienen­stand wird ein sog. Sperr­be­zirk mit einem Radius von min­des­tens einem Kilo­meter ge­bildet.

 

 

Buckfast

Künstliche, von Bruder Adam über Jahr­zehnte ge­züch­tete Rasse – siehe bei Bienen­rasse

 

 

CCD    Bienensterben

CCD ist die Abkür­zung für den eng­li­schen Begriff Colony Collapse Disorder, über­setzt etwa „Völ­ker­kollaps“. Im Deut­schen hat sich hierfür der Begriff Bienen­sterben etab­liert. Es handelt sich um ein erst seit wenigen Jahren auf­tre­tendes Phä­nomen, das sich haupt­säch­lich dadurch äußert, dass sich Bienen­völker kahl fliegen, d.h. es ver­schwinden alle Flug­bienen. In der Folge stirbt dann auch das Volk.
Als Ursache wird am häu­figsten das Zu­sammen­spiel mehrer Fak­toren ange­nommen, wobei fast immer die Varroa­milbe betei­ligt sein soll. Hieraus ergibt sich dann die Formel „Varroa + x“. Ver­mu­tungen für diesen weiteren unbe­kannten Faktor x sind:

  • Virus-Infek­tio­nen [ext], even­tuell auch der in einem Bericht [ext] der Fach­zeit­schrift „Science“ erwähnte und 2004 erst­mals identi­fi­zierte Israeli-­Acute-­Paralysis-­Virus (IAPV).
  • Pestizide, u.a. in Saat­gut-­Beiz­mitteln ver­wen­dete, für Insekten hoch gefähr­liche systemisch wir­kende Nerven­gifte aus der soge­nannten Gruppe der Neo­nico­ti­noide.
  • der neu entdeckte Erreger Nosema­ceranae [12]. Hier ist aller­­dings etwas Skepsis ange­bracht. Die For­­schungen und Ver­öffent­lichungen zu diesem pilz­ähn­lichen ein­zel­ligen Parasit wurden anschei­nend – zum großen Teil oder fast aus­schließ­lich? – durch För­der­gelder der Agrar­chemie­firmen ermög­licht.
  • allge­meine Schwäche oder auch Immun­schwäche der Bienen­völker
  • Auswirkungen der Gen­tech­nik im Pflan­zenbau
  • unzureichende Nektar- und / oder Pollen­ver­sor­gung durch Mono­kul­turen und inten­sive Land­wirt­schaft
  • industrielle, nicht mehr artge­rechte Hal­tung der Bienen­völker nur noch als Be­stäuber, speziell in Nord­amerika
Ein interessanter Presse­ar­tikel „Die Biene, das Geld und der Tod“ aus Die Zeit, Aus­gabe Nr. 22 vom 24. Mai 2007, Seiten 39 und 40 beschreibt diesen ganzen Problem­kreis, nachdem das teil­weise drama­ti­sie­rende Presse­echo im Früh­jahr 2007 mit ent­spre­chendem Welt­unter­gangs­szenario schon weit­gehend abge­klungen war.
Vor allem von den Bienen­in­sti­tuten wurde bisher davon aus­ge­gangen, dass das immer wieder auf­tre­tende Bie­nen­sterben, zumin­dest hier in Mittel­europa, mit auf die Varroa­milbe zurück­zu­führen ist – wie hoch der Befalls­grad war und wie früh und erfolg­reich im Herbst dagegen behan­delt wurde – siehe Spät­sommer­pflege [A] und auch „Popu­la­tions­ent­wick­lung und die daraus resul­tie­rende Gefahr“.
Inzwischen ist bekannt, dass zur Bei­zung von Mais-­Saat­gut ver­wen­dete Insek­ti­zide, sogar ohne die Betei­ligung anderer Fak­toren, wie z.B. die Varro­amilbe, die Ursache des Auf­tretens von Bienen­sterben sein können. Siehe hierzu Bie­nen­sterben im Rhein­tal April/­Mai 2008.

 

 

Dampfwachsschmelzer

Gerät zur Wieder­ge­winnung von Wachs durch das Ein­schmel­zen von vor­wie­gend Alt­waben. Siehe im Bilderalbum Arbeiten im Sep­tember.

 

 

Drohnenmütterchen

Eierlegende Arbei­terin, auch After­weisel genannt, siehe bei Wiki­pe­dia [12].

 

 

Drohnenrahmen

Nicht mit einer ursprüng­lich zum Ausbau ver­se­henen Mittel­wand ver­sevhenes Rähmchen – siehe bei Bau­rahmen.

 

 

Drohnensammelplatz

Paarungsort von Köni­ginnen und Drohnen – siehe bei Wiki­pe­dia [12]. Die Paarung findet dort in der Luft, im Flug statt.

 

 

Eigenbedarf

Der Eigenbedarf, d.h. der eigene Ver­brauch eines Bie­nen­volks an Nektar und Pollen ist recht groß. Das Meiste wird für die Auf­zucht der Bie­nen­brut, d.h. der Erhal­tung des Bievnen­volkes (dem „Bien“), ver­braucht. Wir Imker ernten nur den Über),schuss der aus ertrags­rei­chen Trachten ent­steht. Mengen­an­gaben siehe bei Tracht.

 

 

Einfüttern

Auffüttern der Bienen­völker im Herbst, nach dem Aber­nten – siehe bei Winter­futter.

 

 

Faulbrut

Die Amerikani­sche oder auch Bös­ar­tige Faul­brut genannt, ist die von uns Imkern am meisten gefürch­tete Krank­heit unserer Bienen, oder besser gesagt, nur der Bienen­brut. Näheres siehe bei BSV.

 

 

Flugbiene    Sammlerin    vorlagern

Die Flugbienen oder „Sammler­innen“ sind die Außen­dienst-­Mit­ar­beiter des Bienen­volkes. Sie sind „erwach­sener“ als die Ammen- oder Jung­bienen und auch ent­spre­chend „erfah­rener“ und wehr­hafter. Der Imker kann bei gutem, sonni­gen Wetter fast ohne Schutz an den Bienen­völkern arbei­ten, wenn diese „alten Biester“ be­schäf­tigt und damit nur wenige gerade zuhause sind.
Die Flugbienen halten sich nachts und bei kühlem Wetter unten in der Beute, in der Nähe des Flug­loches auf. An warmen Sommer­tagen kann es sein, dass ein Teil der Flug­bienen nachts außen vor dem Flug­loch bleibt. Man nennt dies dann „Vor­lagern“.
Details zu den ver­schie­denen Auf­gaben der Bienen siehe auch unter Arbeits­tei­lung im Bienen­volk [18].

 

 

Flugling

Methode zur Schwarm­ver­hin­de­rung – siehe im Bilder­album Abwan­dern von der Raps­tracht.

 

 

Flugloch

Das Fugloch heißt „Loch“, obwohl es bei heu­tigen Magazin-­Beuten meist ein Schlitz unten im Beu­tenvboden ist. Dies hat „his­tor­ische“ Gründe. Ursprüng­lich lebte die Honig­biene in unseren Breivten­graden im Wald, in alten Baum­höhlen, z.B. in ver­las­senen Specht-­Höhlen. Die Öffnung war meist ein „Loch“. Die Imker hießen damals auch noch „Zeidler“ und waren als Zunft hoch geschätzt.
Bei Ablegern und anderen schwachen Volkern wird das Flug­loch ein­ge­engt, damit es vom Bienen­volk besser gegen fremde Ein­dring­linge ver­tei­digt werden kann. Dies gilt auch für normal starke Völker im Winter. Hier wird dann meist ein Keil ein­ge­setzt, der das Flug­loch auch in der Höhe ver­klei­nert. Dadurch wird ver­hin­dert dass die insek­ten­fres­senden Spitz­mäuse [12] ein­dringen können.

 

 

Funkwaage

Eine elektroni­sche Waage unter einem Bienen­volk – siehe bei Waag­stock.

 

 

Futter    Futterkranz

Als Futter wird sowohl der ein­ge­tra­gene und von den Bienen weiter zu Honig ver­ar­bei­tete Nektar oder Honig­tau, als auch das im Herbst durch Fütte­rung mit einer Zucker­lösung ent­stan­dene „Futter“ bezeich­net – also alle Vor­räte im Bienen­volk. Das Futter wird direkt über und neben der Brut, die als „Wärme­kugel“ aus­ge­bildet ist, als „Kappe“ oder „Kranz“ ein­ge­la­gert. Jung­völker werden bei Bedarf, Tracht­völker natür­lich erst im Herbst, nach dem Aber­nten des Honigs ge­füttert.
Damit das Futter wieder ver­wertbar wird, müssen es die Bienen mit Wasser zu einer nektar­ähn­lichen Lösung ver­dünnen. Siehe auch Winter­futter und Wasser­ho­lerin.

 

 

Futterwabe

Wabe mit einem honig­ähn­lichen Futter­vorrat, siehe Winter­futter.

 

 

Gemüll

Als Gemüll wird alles bezeich­net, was so auf den Beuten­boden des Bienen­volks fällt. Dies sind neben allem Mög­lichen (Flügel, Beine, auch ganze tote Bienen) sehr vielen Wachsteilchen – wieder abge­raspelte Zell­deckel von Brut und Vor­räten. In der Vege­ta­tions­zeit, wenn Bienen­flug möglich ist, wird man aller­dings kaum Gemüll finden. Ein ge­sundes, normal starkes Bienen­volk putzt alles heraus. Anders sieht die Situ­ation aller­dings in und kurz nach den Kälte­phasen des Winters aus. Zudem haben moderne Maga­zin­beuten meist ein Lüf­tungs­gitter (Insek­ten­gitter) im Beuten­boden, so dass klei­nere Teile einfach hin­durch­fallen.
Interessant ist eine Gemüll­unter­su­chung bei ge­schwäch­ten Völkern zur Erken­nung von mög­lichen Krank­heiten. So sind z.B. bei der Kalk­brut [12] abge­stor­bene, mumi­fi­zierte, von den Bienen aus dem Brut­nest her­­­­aus­­­ge­­wor­fene Larven im Gemüll zu finden.
Auch bei der Behand­lung gegen die Varroa­milbe kann eine Gemüll­unter­suchung vor und nach der Behand­lung Auf­schluß über den Befalls­grad und den Erfolg der Behand­lung (abge­fallene Mil­ben) geben. Hierbei wird dann ein extra bei der Kon­struk­tion des Gitter­bodens vor­ge­sehener „Boden­schieber“ unter das Gitter ein­ge­schoben. Hier­durch wird das Aus­räumen des durch das Gitter gefal­lenen Gemülls (auch die Milben) durch die Bienen ver­hindert.

 

 

Gitterboden

Zur Belüftung offener Beutenboden – siehe bei Wandern.

 

 

Glucose

Glucose [12], auch Trau­ben­zucker ge­nannt, ist ein Ein­fach­zucker und neben der Fruc­tose [12] einer der bei­den Haupt­be­stand­teile des Honigs.
Die Besonder­heit ist nun, dass dieser Zucker auch im „Bie­nen­blut“, der Hämo­lym­phe [12], als „Blut­zucker“ vor­kommt, wie der Blut­zucker bei den Säu­ge­tieren. Bei den meisten anderen Insek­ten ist es dag­egen die Treha­lose [12]. Glu­cose kann direkt in der Mus­ku­latur in Wärme um­ge­wan­delt (ver­brannt) werden. Durch diesen Umstand sind die Honig­bienen nicht mehr typisch wechselwarm, sondern als das gesamtes Volk „Der Bien“ ein Warm­blüter. Der Vorteil dieser eigenen Körper­tem­pera­tur liegt darin, ge­schützt in der Beute unab­hängig von Umwelt- und Witter­ungs­ein­flüssen die eigene Brut auf­ziehen zu können. Siehe auch bei Brut­nest­tem­pera­tur und bei Brut­wärme [11].

 

 

höseln

Sammeln von Blüten­pollen mit einer beson­deren Vor­richvtung am Hin­ter­bein­paar – siehe bei Pollen.

 

 

Honig

Über Honig gibt es fast unend­lich viele Artikel im WEB, z.B. bei [12]. Viele Fragen zum rich­tigen Umgang mit dem Lebens­mittel Honig werden im Kapitel FAQs beant­wortet und recht­liches zum Honig steht in der Honig­ver­ord­nung [2].
Wer sich umfassend mit diesem Thema be­schäf­tigen möchte, kommt nicht um ein gutes Nach­schlag­werk herum, z.B.: „Der Honig – Imker | Analytik | Gesetz | Gesund­heit“ von Helmut Horn und Cord Lüllmann, eine Neu­auf­lage (geän­derter Titel und Verlag) vom 1.12.2017, ISBN 978-3-9810012-8-0

 

 

Honigbestandteile

Honig besteht aus je nach Sorte aus etwa 200 ver­schie­denen Stofvfen. Die Haupt­be­stand­teile sind Trauben­zucker, Frucht­zucker und ca. 18 % Wasser. Wei­teres siehe bei www.llh-hessen.de: Der Honig­fächer [ext] (PDF-­Datei).

 

 

Honigbienen

Die Gattung Honig­bienen mit einer Liste der welt­weit vor­kommen­den Arten – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Honigernte

Wenn bei oder nach einer Tracht genü­gend Honig im Honig­raum ein­ge­tragen wurde und dieser Honig auch aus­rei­chend ge­deckelt (reif) ist, kann ein Groß­teil dieser Waben entvnommen, geern­tet werden. Hierbei muß geprüft werden, ob noch genü­gend Vor­räte für eine mög­liche Schlecht­wetter-­Periode, oder tracht­lose Zeit im Bienen­volk ver­bleiben. dies können z.B. Futter­kränze der Brut­waben sein (siehe auch Eigen­be­darf). Die jetzt feh­lenden Waben werden durch Mittel­wände oder aus­ge­schleu­derte Waben er­setzt.

 

 

Honigraum

Der obere Bereich einer Maga­zinbeute, bei Hin­ter­be­hand­lungs- oder Trog­beuten der hintere (flug­lochferne) Bereich. Damit die Königin hier nicht hin­kommen und Eier legen kann, wird meist zwi­schen dem Brut­raum und dem Honig­raum ein soge­nanntes Absperr­gitter ein­ge­legt. Dieses hat eine Maschen­weite, die den nor­malen Bienen ein Durch­schlüpfen ermög­licht aber der dicke­ren Königin „den Zutritt“ ver­sperrt. Vor­teile daraus sind: Honig aus unbe­brü­teten Waben und Waben die der Wachs­motte keine Ver­mehrungs­mög­lich­keit bieten und damit nach dem Ab­ernten im Herbst gut ein­ge­lagert werden können.

 

 

Honigsorte

Generell kann in zwei Gruppen: Honig aus Nektar von Blü­ten­pflan­zen und Honig aus Honig­tau (Waldhonig) unter­schieden werden. Eine Über­sicht der ein­zelnen Honig­sorten findet sich unter Honig­sorten [12].

 

 

Honigtau

Rohstoff des Wald­honigs, wird er­zeugt von Rinden- und Quirl­schild­läusen – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Honigtauerzeuger

Ca. 10 Arten von mit den Blatt­läusen ver­wandte Rinden- und Quirl­schild­läuse – siehe bei www.stock­waage.de [41].

 

 

Hornissen

Große Wespenart – siehe im Bilder­al­bum Räuber, Sammler und Früchte.

 

 

Jungbiene

In diesem Jugend­sta­dium fehlt der Biene noch die Orien­tie­rung außervhalb des Bienen­stockes. Sie ist mit Tätig­kei­ten im Bienen­volk beschäf­tigt, z.B. der Reini­gung von Waben­zellen und der Brut­pflege (s. Ammen­biene). Auch sind Jung­bienen sehr „sanft­mütig“. d.h. sie können noch gar nicht so rich­tig stechen.
Details zu den ver­schie­denen Auf­gaben der Bienen siehe auch unter Arbeits­tei­lung im Bienen­volk [18].

 

 

Jungfernbau

Bau von Waben aus von den Bienen aus spezi­ellen Drüsen aus­ge­schwitztem Wachs – siehe bei Bienen­wachs.

 

 

Jungfernzeugung

siehe bei Par­theno­ge­nese oder bei direkt bei [12].

 

 

Jungvolk

Im ersten Vegetations­jahr aus einem Ableger ent­stan­denes Bienen­volk – siehe bei Ableger.

 

 

Kandieren

Dieser Begriff wird häufig für das Fest­werden von Honig ver­wen­det. Eigent­lich müsste korrekt von Kri­stalli­sation beim Honig gespro­chen werden und das Kan­die­ren [12] ist dagegen eine Methode mit Zucker Früchte haltbar zu machen.
Weiteres zum Kandieren von Honig siehe bei den FAQs.

 

 

Killerbiene

Dieser Begriff wird hier nur erwähnt, weil immer wieder mal gefragt wird: „Was ist die Killer­biene?“ oder „Gibt es die Killerbiene auch bei uns?“
Es handelt sich hierbei um unge­wollte Kreu­zung im tropi­schen Brasilien zwischen einer für Ver­suchs­zwecke ein­ge­führten afri­kani­schen Rasse und verwil­derten Völkern der euro­päi­schen Rasse Ligustica der Apis melli­fera. Sowohl die Aus­gangs­rassen, als auch die „Killer­biene“ sind in unseren gemäß­igten Breiten­graden nicht über­lebens­fähig. Sie haben nicht die Fähig­keit zum Über­wintern. Dagegen stellt die Killer­biene ein Problem in den süd­lichen Bundes­staaten der USA dar, wohin sie sich u.a. auch aus­ge­breitet hat. Weiteres siehe bei Afri­kani­sierte Honig­biene [12].

 

 

Kittharz

Nätürlicher Stoff zum Abdich [ten und Des­infi­zieren im Bienen­volk – ein anderer Begriff für Pro­polis.

 

 

Königin

siehe bei Bienen­wesen

 

 

Kundschafterin

auch Spurbiene genannt, siehe bei Räu­berei.

 

 

Magazin

Teil einer Beute. Ein anderer Begriff ist die Zarge.

 

 

Maitrieb

Der Maitrieb ist der neue Nadel­jahr­gang des Nadel­baumes (Koni­fere), der sich ab Anfang Mai eines Jahres bildet. Im Gegen­satz zu den alten Nadeln, die dun­kel­grün gefärbt sind, ist der Maitrieb noch hellgrün.
In dieser Wachstums­phase ist der Saft­strom in den Lei­tungs­bah­nen [12] des Baumes zur Bil­dung dieser neuen Nadeln ver­mehrt zucker­haltig. Hierbei entsteht haupt­säch­lich Holz, das che­misch gesehen das Poly­saccarid Cellu­lose [12] (Saccarid&nbsP= Zucker) ist.

 

 

Mandibeln

die Mundwerkzeuge der Insekten, siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Melezitose

Melezitose ist ein be­son­derer Zucker, der von den für den Waldhonig ent­schei­denden Honig­tau­er­zeugern: Schild­läusen und Rinden­läusen aus dem Sieb­röhren­saft [12] der Bäume erzeugt wird. In den meisten Fällen liegt der Anteil dieses drei­wer­tigen Zuckers [12] im Wald­honig unter einem kriti­schen Wert von etwa 20 %. Wird dieser Wert aller­dings erreicht, dann bleibt der Honig nicht mehr flüssig, sondern fängt bereits in den Waben vom Zellenboden aus an zu kri­stalli­sieren. Das „heim­tücki­sche“ dabei ist, das dies schon vor dem Verdeckeln der Honig­waben durch die Bienen ge­schieht. so dass dann nur noch sehr schwer der Honig aus diesen Waben heraus geschleu­dert werden kann. Des­wegen wird ein solcher Honig auch als Zement­honig be­zeichnet.
Weiteres kann unter Mele­zitose [12] und Honig­tau [12] nach­ge­lesen werden.

 

 

Milbenfall

Totenfall der Varroamilbe – siehe im Bilder­album Spät­sommer­pflege 2006.

 

 

Milchsäure

Eine der drei organi­schen Säuren zur Behand­lung gegen die Varroa­milbe – siehe bei Ameisen­säure.

 

 

Mittelwand    Wiederverwendung von Bienen­wachs

Das Bienen­wachs kann wieder­ver­wendet werden. Hierzu werden Alt­waben und andere Wachs­reste in einem Dampf­wachs­schmelzer oder sommers auch in einem Sonnen­wachs­schmelzer ein­ge­schmolzen. Das dabei ent­standene Wachs kann in einer mit dem Waben­muster ge­prägten Gieß­form zu soge­nannten Mittel­wänden ver­ar­beitet werden. Diese Mittel­wände werden dann in die Rähmchen ein­ge­lötet. Hierzu sind dünne Dräht­chen gespannt.
Schließlich können diese Rähm­chen mit den Mittel­wänden den Bienen während einer Tracht gegeben werden und die Bienen bauen daraus wieder Waben.
Die Wieder­ver­wendung von Wachs ist teil­weise in Verruf geraten, da sich ver­schiedene fett­lös­liche Stoffe im Bienen­wachs anrei­chern können. Dies sind z.B. Medi­kamen­ten­rück­stände durch die Behand­lung der Bienen­völker gegen die Varroamilbe und ein Bekäm­pfungs­mittel gegen die Wachs­motte.
Wir verwenden mit gutem Gewis­sen unser ei­genes Bienen­wachs zur Her­stel­lung von Mittel­wänden, da in unserer Imkerei ent­spre­chende rück­stands­pro­ble­ma­tische Stoffe nicht ein­ge­setzt werden. Gegen die Varroa­milbe werden nur orga­nische Säuren, die im Stoff­wechsel auch natür­lich vor­kommen, ver­wendet. Die Wachs­motten [12] müssen nicht bekämpft werden, da nur unbe­brütete Waben aus dem Honig­raum im Winter einge­lagert werden.

 

 

MoT-Methode

Behandlungsmethode gegen die Varroamilbe nach der letzten Honig­ernte im Herbst – siehe im Bilder­album Spät­sommer­pflege 2006.

 

 

Nachschaffung    Nachschaffungszelle    Stille Umweiselung

Als Nachschaffung wird ein Zustand des Bienen­volkes bezeichnet, bei dem die Königin verloren gegangen ist, aber noch deren Brut vorhanden ist. Die Bienen bauen mehrere Brut­zellen mit jungen Larven oder Stiften zu Weisel­zellen um. Im Gegen­satz zu den sonst vor­kommenden Schwarm­zellen befinden sich die Nach­schaf­fungs­zellen mitten auf der Brut­wabe. Schwarm­zellen werden dagegen immer an den Ober- oder Unter­leisten der Rähmchen gebaut.
Schließlich gibt es noch einen dritten Grund für das Vorhan­den­sein von Weisel­zellen, die sogenannte Stille Umwei­selung. Diese dient dem Zweck, eine alte Königin durch eine junge zu ersetzen. Hierbei darf die bisherige Königin sogar noch weiter Eier legen, bis die junge Königin ge­schlüpft, begattet und in Eilage ist. Danach wird die alte Königin von den Bienen ver­nach­lässigt und stirbt schließ­lich. Das Stille Umweiseln kann man an zwei Kriterien erkennen:
1. nur eine Zelle, wie bei der Nachschaffung mitten auf der Brutwabe
2. die alte Königin ist noch vor­handen und legt weiter

 

 

Näpfchen

Künstlich erzeugter Beginn einer König­innen­zelle, dient zur Köni­ginnen­zucht – siehe im Bilder­album Tage­buch Mai 2006.

 

 

Nektar

Sektret der Blüte zum Anlocken von bestäu­benden Insekten – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Neonicotinoide

Neonicotinoide sind eine Gruppe von relativ neuen für Insekten hoch­toxischen Nerven­giften, die speziell für den Pflanzen­schutz ent­wickelt wurden. Traurige Berühmt­heit erlangte diese Wirk­stoff­gruppe vor einigen Jahren in Frank­reich, wo sie von den Imkern für ein großes Bienen­sterben verant­wortlich gemacht wurde. In April/Mai 2008 wurde auch in Deutsch­land eindeutig ein durch ein solches Insektizid verur­sachtes Bienen­sterben nach­ge­wiesen. Trotz massiver ­Proteste von Seiten der Imker­schaft wurden diese als Saat­gut­beiz­mittel ver­wendeten Stoffe nur kurz­fristig vom Markt genommen. Für den Mais­anbau sind sie vorläufig – hier in Deutsch­land, Stand August 2008 – noch verboten.
Näheres siehe bei Neo­nico­tinoide [12], Ver­gif­tungen und Bienen­sterben im Rheintal 2008.

 

 

Nistholz

Eine Nisthilfe für Wildbienen – siehe im Bilderalbum Tagebuch Juni 2006.

 

 

Organische Säuren    Oxalsäure

Hier: Säuren zur Bekämpfung der Varroa­milbe – siehe bei Ameisen­säure.

 

 

Parthenogenese    Jungfern­zeugung

Die Parthenogenese, oder auch Jung­fern­zeu­gung genannt, ist eine Form der ein­ge­schlecht­lichen Ver­mehrung, die bei einigen Insekten­arten vor­kommt. Im Fall der staaten­bil­denden Honig­biene legt die Königin unbe­fruch­tete Eier, aus denen dann nur männ­liche Tiere, Drohnen ent­­­stehen. Weiteres siehe auch bei [12].

 

 

Pollen    Blüten­pollen    höseln

Die Bienen sammeln nicht nur Nektar, sondern auch Blüten­pollen um ihren Bedarf an Eiweiß, haupt­sächlich zur Auf­zucht der Brut abzu­decken. Zum Trans­port sind besondere Vorrich­tungen an den Hinter­beinen der Bienen vor­handen, was „zum Tragen“ von soge­nannten Pollen­höschen führt – die Bienen „höseln“ also.
Pollen kann auch durch soge­nannte Pollen­fallen, die vor dem Flug­­loch eines Bienen­volkes ange­bracht werden, gewonnen werden. Hierbei ist eine mehr­malige täg­liche Ent­nahme und sofor­tige Trock­nung erfor­derlich, um ein Ver­schimmeln zu ver­hindern. Im Bienen­volk werden auch Über­schüsse an Pollen neben dem Brut­bereich ein­ge­lagert. Damit dieser haltbar wird, werden Ver­dauungs­säfte zuge­setzt, die eine Milch­säure­gärung, ähn­lich wie beim Sauer­kaut, bewirken.
Pollen ist durch seine vielen Vital­stoffe ein her­vor­ragende Ergän­zung zur Nahrung, aller­dings ver­lieren diese Stoffe über die Zeit ihre Wirkung. Des­wegen sollte Blüten­pollen nicht älter als ca. ein halbes Jahr sein.
Nicht unerwähnt bleiben darf die allergie­aus­lösende Wir­kung von Pollen, die eine Haupt­ursache von z.B. Heu­schnupfen ist. Da im natur­be­lassenen (s. FAQs) Honig eine geringe Menge von Blüten­pollen, bei etwa 0,5 % Anteil vor­handen ist, kann durch das Essen von Honig ggf. eine Desen­si­bi­li­sierung er­­reicht werden, siehe [6]. Man sollte damit in der pollen­freien Zeit (Winter­halb­jahr) beginnen und der Honig muß aus der Region, in der man lebt, stammen.

 

Pollenfalle

Eine Sammelvor­rich­tung, meist vorm Flug­loch, bei der die heim­keh­renden Sammler­innen beim Durch­schlüpfen ihre Pollen­höschen ver­lieren – siehe im Bilder­album Tage­buch Juni 2006.

 

 

Propolis    Kittharz

Der Grundstoff von Propolis, oder auch Kitt­harz genannt, wird von den Bienen an Knospen und Wunden ver­schie­dener Bäume, z.B. an Birke, Buche, Fichte und Pappel gesammelt – näheres hierzu und zur Zusammen­setzung siehe  [12].
Propolis hat eine starke anti­bakteri­elle und auch pilz­hemmende Wirkung und ver­hindert damit im Bienen­stock das Wachstum dieser Mikro­orga­nismen, die sonst bei der Brut­raum­tempe­ratur von 35 ºC und einer Luft­feuchtig­keit von annähernd 100% ideale Ver­meh­rungs­bedin­gungen hätten. Zudem wird auch, wie ja schon der Name „Kittharz“ sagt, dieser Stoff zum Ver­kitten von kleineren Öff­nungen und Ritzen ver­wendet. Dringt im Winter­halb­jahr eine Spitz­maus [12] in den Bienen­stock ein, so kann es vor­kommen, daß diese von den Bienen tot ge­stochen wird. Im Früh­jahr findet dann der Imker bei der ersten Volks­durch­sicht auf dem Beute­nboden den unver­westen, durch die Bienen mit Pro­polis „ein­balsa­mierten“ Insekten­fresser.
Aus dem hier beschrie­benen kann man ab­leiten, daß Pro­polis ein her­vor­ragendes Anti­bio­tikum und gutes Heil­mittel ist. Unter [26] finden sich sehr aus­führ­liche Infor­mationen über die Gewinnung, Ver­ar­beitung und An­wendung von Propolis.
Achtung! Was Sie aber unbedingt bei der Lektüre über Propolis und einer geplanten Anwendung im Hinter­kopf behalten (!) sollten ist, dass ein gewisser Prozent­satz von uns Menschen aller­gisch auf Propolis reagiert! Normale­rweise treten dann beim Kontakt mit Propolis nur stark juckende Haut­reizungen und Bläschen auf. Im Grenz­fall, können aber selbst lebens­be­droh­liche Zustände nicht aus­ge­schlossen werden.
Propolis ist ein Gemisch aus sehr vielen unter­schied­lichen Stoffen und diese Zusammen­setzung kann stark streuen. Deswegen wird leider auch eine arznei­­­­mittel­­­recht­­liche Zulassung dieses Geschenks der Natur nie mög­lich sein. Imker, die End­produkte aus Propolis her­stellen und als Heil­mittel ver­kaufen, handeln aus Haftungs­gründen und ggf. auch aus straf­recht­licher Sicht (Arznei­mittel) leicht­sinnig. Sich ein eigenes „Haus­mittel­chen“ her­zu­stellen und selbst zu ver­wenden liegt dagegen wohl eher außer­halb von Rechts­­vor­schriften.

Bitte beachten Sie auch den Gesund­­heits­hinweis im Impressum.

 

 

Rähmchen

Ein Holzrahmen, in den die Bienen eine Wabe bauen. Durch die Verwendung dieses „mobilen Wabenbaus“ wurden vor ca. 150 Jahren die Imkerei revolutioniert. Es war jetzt möglich, Honigwaben dem Bienen­volk zu entnehmen, ohne den vorhandenen Wabenbau (teilweise) zu zerstören.
In ein modernes Magazin passen je nach Typ 8 bis 12 Rähmchen. Diese werden nomalerweise mit Mittelwänden bestückt und zur Trachtzeit den Bienen­völkern zum Ausbau in neue Waben angeboten.

 

 

Räuberei    Spurbiene    Kundschafterin

Bei jedem Bienen­volk ist eine gewisse Anzahl von Bienen, sogenannte Spurbienen, damit beschäftigt nach neuen Nahrungsquellen zu suchen. Entdeckt eine solche Kundschafterin z.B. einen blühenden Apfelbaum, so nimmt sie Nektar und Pollen als Kost- und Geruchsprobe in den Stock mit und tanzt diese Information ihren Stockgenossinnen (s. Trachttanz, Schwänzeltanz, Rundtanz) vor. Hierbei muss die Kundschafterin ihre Schwestern „überzeugen“. Dies funktioniert natürlich nur, wenn nicht schon sowieso die Sammlerinnen mit einer bestehenden Tracht beschäftigt sind.
Es kommt in einer trachtlosen Zeit – besonders im Spätsommer – aber auch vor, dass diese suchenden Bienen andere „Futterquellen“ entdecken. Dies können z.B. schwache, nicht mehr genügend wehrhafte andere Bienen­völker, Ableger oder Jungvölker mit ihren Vorräten sein. Auch defekte oder fehlerhaft verschlossene Bienen­kästen (Magazin-Beuten), die hierdurch einen weiteren Zugang in’s Volk, unabhängig zum bewachten Flugloch ermöglichen, kommen als Ursache in Frage. In diesen Fällen kommt es schließ­lich zu einer Räuberei, d.h. die fremden Bienen dringen in das Volk ein und stehlen die Futtervorräte. Dramatisch ist der Tatbestand, dass die Räuber dabei auch den Stockgeruch des Opfersvolkes annehmen und von diesem dann gar nicht mehr als Feinde erkannt und eventuell abgewehrt werden können. Es entsteht ein enormer Bienen­flug und die an der Räuberei beteiligten Bienen haben jetzt gelernt, dass es eine „leichtere Methode“ zum Futter sammeln gibt. Oft werden dann auch noch bisher unbeteiligte Nachbar-Völker mit ausgeraubt und der Imker hat größte Mühe die Situation wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.

 

 

Rapstracht

Blütentracht des Winterraps, auf der Schwäbischen Alb im Mai-Juni – siehe im Bilderalbum Tagebuch Mai 2006.

 

 

Rauch    Smoker

Rauch besänftigt die Bienen, die sich sonst auf den Störenfried „stürzen“ würden.
Anmerkung: Eigentlich lenkt der Rauch nur ab. Es wird sozusagen der Waldbrand „simuliert“ und die kleinen „Fliegerle“ müssen „notstarten“ können. Dazu wiederum muss unbedingt „Treibstoff gebunkert“ werden …
In der Imkerei werden verschieden Rauch-Apparaturen verwendet. Wir benutzen einen sogenannten „Smoker“, der aus einem Rauchgutbehälter mit Öffnung und einem angesetzten Blasebalg bestecht. Als Rauchmaterial können Wellpappe, morsches, getrocknetes Holz oder aber auch getrocknete Kräuter, z.B. Rainfarn oder Lavendel verwendet werden.

 

 

Refraktometer

Hier: Optisches Gerät zur Bestimmung des Wassergehalts von Honig – siehe im Bilderalbum Tagebuch Juli 2006.

 

 

Reinigungsflug

Wenn die Bienen über längere Zeit im Winter nicht ausfliegen können sammeln sich größere Mengen Verdauungsrückstände in der Kotblase, im Hinterleib (Abdomen) des Bienen­körpers, an. Sobald es die Witterung zulässt, fliegen die Bienen dann aus und geben in etwas Abstand vom Bienen­stock kleine gelbe Tröpfchen Kot ab. Dies ist auch im Winter, z.B. an einem sonnigen Tag und einer Lufttemperatur von mindestens 12 ºC, und natürlich mehrmals im Frühjahr der Fall. Dieser Vorgang wird Reinigungsflug genannt.

 

 

Rindenlaus

Gruppe von Pflanzenläusen, die Honigtau erzeugen, verwandt mit den Blattläusen –
siehe im Bilderalbum Waldbegehung am 21.5.2006
oder Bilder bei www.stockwaage.de: Bilderserien der Honigtauerzeuger.

 

 

Rundtanz

Bienen­tanz zur Mittelung einer Futterquelle im Nahbereich – siehe bei Trachttanz.

 

 

Sammlerin

Tätigkeit einer Arbeiterin – siehe bei Flugbiene.

 

 

Schaukasten

Ein spezieller Holzkasten, mit zwei seitlichen Türen zum Öffnen, in dem ein kleines Bienen­volk untergebracht ist. Innen sind zwei oder drei Waben übereinander angeordnet, daneben jeweils zwei Glasscheiben. Oben ist ein Futtertrog und natürlich ist auch ein kleines Flugloch (vorn) vorhanden. Durch diese Konstruktion ist es möglich, „ungefährdet“ in das Innere des Völkchens zu schauen.
Wichtig ist, dass die Seitentüren gut wärmeisoliert sind und bei kühlem Wetter sofort nach der Betrachtung wieder geschlossen werden!

 

 

schlüpfen

Hier: Herauskommen des fertigen Insekts (Imago) aus der geschlossenen Wabenzelle – siehe bei Auslaufen.

 

 

Schröpfen    Abkippen    Schwarmverhinderung

Das Schröpfen dient dazu ein Bienen­volk nicht zu stark werden zu lassen, weil es sonst schwärmen will. Es ist damit eine Methode der Schwarm­ver­hin­de­rung. Es kann dabei vorgegangen werden, wie bei der Bildung eines Ablegers, d.h. dem Bienen­volk werden Bienen und Waben mit Brut entnommen. Die danach fehlenden Waben werden durch leere Waben ersetzt. Somit kann das Schröpfen das notwendige Bienen­material für die Ableger liefern, zumal auch beide Arbeiten in den gleichen Zeitraum fallen (Mai bis Juni).
Natürlich können Bienen­völker auch nur zur Bildung von Ablegern, oder aus sonstigen Gründen geschröpft werden. In der Vegetationszeit und in gewissen Grenzen hat ein Bienen­volk diesen „Ader­laß“ nach etwa vier bis sechs Wochen durch eine erhöhte Bruttätigkeit wieder ausgeglichen.
Eine Teilung des Volkes in zwei gleiche Hälften, wie sie in etwa bei einem Schwarmakt stattfindet, ist aber deutlich zu viel. Ein solches Teilvolk bringt dann in dem laufenden Jahr keinen Honig mehr und wird erst nach der Sonnenwende wieder die normale Volks­stärke erreichen. Auf der anderen Seite können aus einem normalen Volk ohne weiteres (je nachdem, wie früh im Jahr) zwischen 5 und 10 Ableger gebildet werden, die dann spätestens im Frühjahr des Folgejahres normal stark sind.

 

 

Schwänzeltanz

Bienentanz zur Mitteilung einer weiter ent­fernten Futter­quelle – siehe im Bilder­album Bienen- und andere Insekten­bilder.

 

 

Schwarm    Schwarmtrieb

Siehe bei Bienenschwarm.

 

 

Schwarmverhinderung

Methode(n) zur Verhinderung der natür­lichen Tei­lung (Ver­meh­rungs­trieb) eines Bienen­volkes – siehe bei Schröpfen.

 

 

Seuchenzeugnis

Amtliche Bescheinigung zur Bienen­gesund­heit, berech­tigt u.a. zum Wan­dern – siehe bei Wander­zeugnis.

 

 

Smoker

Raucherzeugungsgerät zum Besänftigen, ge­nauer gesagt Ablen­ken der Bienen beim Arbeiten des Imkers am Bienen­volk – siehe bei Rauch.

 

 

Spätsommerpflege

Notwendige imkerliche Arbeiten im Spät­sommer – siehe im gleich­namigen Bilder­album Spät­sommer­pflege 2006.

 

 

Spurbiene

auch Kundschafterin genannt, siehe bei Räuberei.

 

 

Stifte

Als Stifte werden die Eier genannt, die die Bienen­köni­gin legt. Wei­teres siehe bei bestiften.

 

 

Stille Umweiselung

Das Bienen­volk ist dabei eine alte Köni­gin durch eine junge zu er­setzen, siehe bei Nach­schaffung.

 

 

Stock

Das Ganze, Bienen­volk und Behausung – siehe bei Bienen­stock

 

 

Stockbiene

Im Gegensatz zur Samm­lerin eine noch jünvgere Biene, die im „Innen­dienst“, im Bienen­stock tätig ist. Typi­sche Auf­gaben sind: Putzen, Brut pflegen, Honig ver­ar­beiten, Wachs erzeugen und Waben bauen.
Siehe auch Ammen­biene und Jung­biene.

 

 

Stockmutter

Die Königin eines intakten Bienen­volkes. D.h. sie ist „voll­wertig“ – in Eilage und es sind alle Aters­­stufen von Brut vor­handen. Ein ande­rer Begriff für eine Bie­nen­köni­gin ist die Weisel.

 

 

Tanzsprache

Kommunikationsmethode zur Mitteil­ung einer Tracht­quelle – siehe bei Tracht­tanz.

 

 

Tracheen

Atmungsorgane der Insekten – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Taxonomie

siehe bei www.bee-info.com – Die Syste­matik der Honig­biene im bio­logi­schen System [1].

 

 

Tracht

Es blühen für die Bienen attrak­tive Pflan­zen oder der Wald honigt. Wenn hier­bei von den Bie­nen Men­gen ge­sammelt wervden, die über dem Eigen­bedarf liegen, wird von einer Blüten- oder Honig­tau­tracht gespro­chen. Der Eigen­bedarf eines Bienen­volks liegt über 100 kg1 Nektar oder Honig­tau im Jahr. Das meiste davon wird allein zum Wärmen des Brut­nestes ver­braucht, s. Brutnesttemperatur. Der Bedarf an Pollen (Eiweiß) für die Auf­zucht der Brut liegt bei etwa 25 kg. Der bei einer Tracht ent­stehende Über­schuß an Nektar oder Honig­tau wird von den Bienen immer über dem Brut­nest ein­ge­lagert. Hierbei findet eine Weiter­ver­ar­bei­tung statt, bei der durch Verduns­tung lau­fend Wasser ent­zogen wird und bei der der Zucker­an­­teil durch Enzyme und Fer­mente der Biene in die Ein­fach­zucker Glucose und Fruc­tose auf­­ge­­­spalten (inver­tiert) wird. Ist der Wasser­an­teil des inzwi­schen ent­stan­denen Honigs auf einen Wert unter 20% gesunken, so ist der Honig „reif“. Dies bedeu­tet, dass keine Gär­fähig­keit mehr vor­handen ist. Die Bienen fangen jetzt an, die ein­zelnen „Honig­töpf­chen“ (Zellen) mit einer Wachs­schicht zu ver­schl­ießen (zu ver­deckeln). In „schlech­teren Zeiten“, wie z.B. einer Regen­periode oder keiner Tracht, wird dann auf diese Vorräte zurückgegriffen.
Auch überschüssiger Pollen wird ein­ge­lagert, aber im Gegen­satz zum Honig immer nur neben der Brut (die Rand­waben des Brut­nestes) und auch nur in deut­lich klei­nerem Umfang.
1Beim Eigenver­brauch gibt es sehr untervschied­liche Betrach­tungs­weisen. So wird in der Lite­ratur teil­weise ein Wert von bis zu 300 kg (!) pro Jahr ange­nommen. Auf der anderen Seite wissen wir Imker, dass ein Bienen­volk im Februar / März, wenn es schon recht stark brütet, etwa 4 bis 5 kg winter­futter pro Monat ver­braucht. Daraus würden sich grob abge­schätzt 50 bis 60 kg (im Winter weniger, im Sommer noch mehr) ergeben. Hinzu kommt, dass Honig (oder Winter­futter) etwa dreimal soviel Zucker­an­teile wie Nektar oder Honig­tau enthält, d.h. von den Bienen um diesen Faktor redu­ziert, bzw. ein­ge­dickt wurde.

 

 

Trachttanz    Tanzsprache    Schwänzeltanz    Rundtanz    Zittertanz    Bepiepen

Die Bienen haben verschie­dene Tanz­spra­chen um ihren Stock­ge­nos­sinnen eine Tracht oder auch eine andere Futter­quelle mit­zu­teilen. Im Nah­bevreich (bis ca. 100 Meter) wird ein Rund­tanz ver­wendet und die Bienen müssen ein­fach in der Nähe nach Geruch (!) suchen. Bei wei­teren Ent­fer­nungen wird der Schwän­zel­tanz, mit „ein­ge­bautem Kompass“ und einer zusätz­lichen Ent­fer­nungs­angabe benutzt. Die so infor­mierten Sammler­innen nehmen genau so viel „Treib­stoff“ in ihrem Honig­magen mit, dass sie die Tracht­quelle an­fliegen und im Not­fall auch noch zurück­fliegen können. Hier­durch kann fast optimal viel Nahrung heim­ge­bracht werden.
Neben diesen Tänzen zur Auf­forderung an die Stock­ge­nos­sinnen zum Sammeln gibt es auch noch den Zitter­tanz und das soge­nannte Bepiepen. Der Zitter­tanz wird von einer Sammlerin auf­ge­führt, wenn sich die Abnahme der Nahrung durch Stock­bienen zu stark ver­zögert hat, weil z.B. alle vorhan­denen „Vor­rats­kammern“ gefüllt sind. Das Bepiepen signali­siert, dass die von einigen Tänzer­innen noch betanzte Tracht­quelle bereits ver­siegt ist. In beiden Fällen wird das weitere Tanzen ein­ge­stellt.
Weiteres zum Tracht­tanz siehe auch bei [12] und [21].

 

 

Trachtvolk

Ein Trachtvolk ist ein Bienen­volk (Altvolk), dass in einer mög­lichst opti­malen Volks­stärke ge­halten wird. Hierzu muss es auch weisel­richtig sein.

 

 

Umlarven

Umbetten von jungen weiblichen Bienen­larven in künst­lich er­zeugte Zellen bei der Köni­ginnen­zucht – siehe im Bilder­album Tage­buch Mai 2006.

 

 

Varroa    Varroamilbe    Varroose

Parasit der Honigbiene. Die Ver­meh­rung fin­det in der ver­deck­elten Bie­­­nen­brut statt. Dieser Para­­sit stammt ursprüng­lich aus Asien (Öst­liche Honig­biene) und hat sich inzwi­schen (seit 1979 in Deutsch­land) welt­weit ver­­­breitet. Zur Bio­­logie siehe bei Varroose [1] (früher Varroa­tose genannt).
Populationsentwicklung und die daraus resul­tie­rende Gefahr:
Ausgehend von einem niedrigen Startwert1 steigt die Popu­lations­kurve der Varroa­milbe über die gesamte Zeit, in der Bienen­brut vor­handen ist, immer weiter, expo­nen­tiell2 an. Dage­gen erreicht die Anzahl der Bienen-­Brutzellen zur Sonnen­wende ihr Maxi­mum und nimmt dann konti­nuier­lich ab. Somit wird das Ver­hältnis Milben zu Brut­zellen ab Jahres­mitte lau­fend ungüns­tiger. Dies kann nur durch eine Behand­lung gegen die Milbe unter­­brochen werden, z.B. mit der in die ge­­­deckelten Brut­­­­zellen hin­­­­­ein wir­­­­­­kenden Ameisen­­­­­­­säure nach der MoT-Methode [A]. Weiter kommt erschwe­­­­­­­­rend hinzu, dass ab Sep­tember aus der Brut Winter­bienen ent­stehen. Diese können nur optimal aufge­wachsen und nicht schon als Larve durch den Parasit ge­schwächt, den kom­menden Winter über­stehen.
1 Ein möglichst niedriger Startwert im Frühjahr hängt von einer im Winter durch­ge­führten Behand­lung gegen die Varroa, z.B. mit der Oxal­säure ab.
2 Die Vermehrungsrate der Varroa liegt bei etwa Faktor 2 in drei Wochen. Aus dem vorher Gesagten ergibt sich die drin­gende Not­wendig­keit die Bienen­völker jedes Jahr aus­rei­chend gegen die Varroose zu behan­deln. Eine Aus­rottung des aus Asien ein­ge­schleppten Brut­para­sits ist leider nicht möglich. Zudem haben unsere heimi­schen Honig­bienen (euro­pä­ische Rassen der Westlichen Honigbiene [12]), im Gegen­satz zu tropi­schen Bienen­arten und -Rassen, leider keine bis jetzt erkenn­baren Erban­­lagen, die erfolg­­­reich durch Züch­­­­tung zu einem Gleich­­­­­­ge­­­­­wicht zwischen Parasit und Wirt führen könnten.
Spektakulär wurde im Frühjahr 2007 in den Medien das Thema Bienen­sterben (CCD) behandelt. Es scheint häufig im Zu­­­­­­­sammen­­­­­­­­hang mit der Milbe zu stehen und tritt seit etwa 2002 immer wieder in Europa und neuer­­­­­­­­­dings auch in Nord­­­­­­­­­­amerika auf.

 

 

Verbrausen

Gefahr bei der Wanderung durch Überhitzung eines Bie­nen­volks.
Bei der Wanderung besteht insbesondere an heißen Tagen oder bei feh­lender Belüf­tung die Gefahr, dass das Bienen­volk„ver­braust“. Die Bienen wollen wegen der zu hohen Tempera­tur die Beute ver­lassen, das Flug­loch ist aber für die Wander­ung ver­schlossen. Um flug­fähig zu sein, haben die Bienen auch noch Futter („Treib­­stoff“) aufge­nommen. Dieses wird jetzt durch einen erhöhten Stoff­wechsel (Panik) ver­brannt, was zu einer wei­teren Erwär­mung führt. schließ­lich ent­steht eine Tem­­peratur, die dazu führt, daß auch ein Teil des Waben­baus (die durch Honig schweren, unbe­brü­teten Zellen des Honigraums) in der Beute instabil wird und zu­sammen­sackt. Ein trost­losen Bild ent­steht! Bienen, Honig­vor­räte und Wachs, alles durch­ein­ander als „Pampe“ unten im Beuten­boden.

 

 

vorlagern

Sammelbienen halten sich bei sehr warmen Wetter oder gro­ßer Volks­stärke als schwarm­ähn­liche Traube vor dem Flug­loch (lagern sozu­sagen vor) und gehen nicht ins Stock­innere – siehe bei Flugbiene.

 

 

Vergiftungen

Die Bienen sind potentiell durch Pesti­zide, die viel­fach in der kon­ventio­nellen Land­w­irt­schaft einge­setzt werden, gefährdet. Ins­be­­son­dere treten dann Schäden auf, wenn Anwen­dungs­vor­schriften nicht ein­ge­halten werden oder bei den Zulas­sungs­ver­fahren nicht aus­rei­chend reale Verhält­nisse bei der Anwen­dung der Gift­mittel berück­sichtigt wurden.
Als besonders problematisch erscheint der­zeit der Pflan­zen­schutz­ein­satz von künst­li­chen Niko­tin­ver­bin­dungen – soge­nannte Neo­nico­ti­noide. Diese syste­misch wir­kenden Nerven­gifte werden inzwi­schen welt­weit am häu­figsten, z.B. zum Beizen von Saat­gut ver­wendet. In Frank­reich steht ein Mittel aus dieser Stoff­gruppe seit Jahren im Ver­dacht Bienen­ver­gif­tungen her­vor­ge­rufen zu haben (1) und aktuell, im April/Mai 2008 trat ein Bienen­sterben im Rhein­tal durch einen anderen Wirk­stoff dieser Gruppe auf. Es ist anzu­nehmen, dass bekannt gewor­dene Bienen­ver­gif­tungen nur die „Spitze des Eis­berges“ dar­stellen und viel häu­figer schlei­chende Vergif­tungen auf­treten, die nicht zu massiven und direkt sicht­­baren Schäden führen, sondern nur die Vitali­tät von Bienen­völkern ver­ringern. Hier­durch wird auch die Anfällig­keit gegen­über Krank­heiten erhöht.
Ein besonderer Schutzmechanismus des Bienen­volkes erschwert das Erkennen und auch den Nach­weis von Ver­­gif­­­tungen der erwach­­­­senen (adulten) Tiere. Sie ver­­­­­lassen bei Krank­­­­­­heiten und sehr wahr­­­­­­­schein­­­­­­­­lich auch bei Ver­­gif­tungen das Volk – fliegen ab, bzw. kehren erst gar nicht heim – um eine Ver­brei­tung der (ver­meint­lichen) Krank­heit im dicht bevöl­kerten Bienen­stock zu ver­hindern.
Solche geschädigten Bienen­völker können dann z.B. bei der Ent­wick­lung im Jahres­lauf dadurch auf­fallen, dass sie „nicht richtig in die Gänge kommen“, ein­fach relativ schwach bleiben. Ein gesundes Carnica-Volk hat dagegen eine Dynamik von ca. 8.000 zu 40.000 Bienen, im Zeitraum Auswinterung bis zur Sonnen­wende.
Siehe auch beim Julius-Kühn-Institut Braun­schweig:
Bio­logi­sche und chemi­sche Unter­such­ungen an Bienen [ext]

 

 

vereinigen    aufsetzen    verstärken    zusetzen

Es gibt verschiedene Metho­den, Bie­nen­völker oder Teile davon zu ver­eini­gen. Die häu­fig­sten Gründe hier­für sind der Ver­lust der Stock­mutter oder eine nicht aus­rei­chende Volks­stärke (s. auch Tracht­volk). Bei schwa­chen Völ­kern ist vorher unbe­dingt die Ursache zu klären! So kann z.B. bei einem kranken Bie­nen­volk das Ver­einigen nichts brin­gen. Falls die Königin zu alt ist, kann das Ent­fernen der alten und das Zusetzen (im Zusetz­käfig in die Waben­gasse und drei Tage gesperrt!) einer jungen den Erfolg bringen. Alter­nativ kann ein ganzes Begat­tungs­kästchen (über Zeit­ung!) in einer leeren Zarge aufgesetzt werden.
Vor allem im Herbst, vor der Ein­win­terung und im zei­tigen Früh­jahr ist es sinn­voll, die Volks­stärke der Bienen­völker zu kon­trol­lieren und ggf. die schwä­cheren den stär­keren auf­zu­setzen. Bei Jung­völkern, die zu schwach gebildet wurden, reicht nor­maler­weise das Zugeben einer gedeckelten Brut­wabe (ohne die ansitzenden Bienen) völlig aus.
Insgesamt ist das Ver­stärken durch Brut – auch das Geben einer schlupf­reifen Weisel- oder Schwarm­zelle – immer den anderen, hier beschrie­benen Methoden vor­zu­ziehen. die Bienen können hierbei nicht zwischen „fremd“ und „eigen“ unter­scheiden und jeg­liche Aggres­sionen, die sonst unter­ein­ander möglich sind, werden von vorn herein ver­mieden – die Brut, oder Königin schlüpft genauso, wie die eigene.

 

 

verdeckeln

Die Bienen verschließen Wabenzellen aus zwei Gründen:
1. Luftdicht mit Wachs beim Honig, wenn die­ser reif, d.h. der Wasser­ge­halt ent­spre­chend nie­drig ist. Zudem muss diese Vor­rats­zelle auch voll gefüllt sein.
2. Luft­durch­lässig (porös) bei Brut­zellen mit einem Gemisch aus Wachs und Pro­polis, wenn die Larven darin alt genug zum sind und sich ver­puppen sind.

 

 

Volksstärke

Die Größe, Anzahl der Bienen, eines Bienen­vol­kes.
Die handwerkliche Kunst eines Imkers be­steht darin, die Bienen­völker in einer opti­malen, tracht­fähigen Volks­stärke zu halten, weil sie nur dann in grö­ßeren Mengen Honig er­zeugen. Ist die Volks­stärke zu gering, können die Bienen fast nur den Eigen­bedarf des Volkes abdecken. Steigt die Volks­stärke zu stark an, will das Bienen­volk sich teilen („schwär­men“). Danach kann dann wieder nur der Eigen­bedarf abge­deckt werden.
Zahlen zur Volks­stärke, die auch jahres­zeit­lich schwankt, siehe bei „Beute“ und „Zarge.“

 

 

Waagstock    Funkwaage

Als Waagstock wird ein Bienen­volk auf einer Waage be­zeich­net. Diese Anord­nung dient zur objek­tiven Beur­teilung einer Tracht an einem Stand- oder Wander­platz. Vor allem bei Wald­trachten ist der Erfolg nur durch das Beob­achten und Ein­­schätzen des Besatzes an Honig­tau­er­zeu­gern [41] im Vorfeld und später den Ein­satz einer Waage, deren Ergeb­nisse regel­mäßig ermit­telt werden, gewähr­leistet.
In heutiger Zeit werden ver­mehrt Funk­waagen ein­ge­setzt, die ihre Ergeb­nisse auto­matisch und täg­lich über das Mobil­funk­netz an eine Zen­trale melden. Diese Daten können dann von den Betrei­bern über das Internet abge­rufen und ver­glichen werden.

 

 

Wabe

Wenn wir Imker von einer Wabe reden, meinen wir nor­maler­weise das „Rähm­chen“ mit dem darin be­find­lichen Waben­bau – siehe auch die Begriffe Mittel­wand, Honig­raum, Brut­wabe, Alt­wabe und Bau­er­neuerung.

 

 

Wabenabstand    Wabengasse    bee space

Mit Wabenabstand ist der Abstand zwi­schen zwei neben­ein­ander lie­genden Waben gemeint. Dieser beträgt bei den von uns Imkern gehal­tenen euro­päischen Rassen der West­li­chen Honig­biene [12] von Waben­mitte zu Waben­­mitte 35 mm. Der zwischen den Waben lie­gende freie Raum wird als Waben­gasse be­zeich­net. Er ist so eng oder weit, dass die Bienen ohne Behin­derung beide Waben be­laufen und anderer­seits noch von der einen auf die andere Wabe wech­seln können.
Wenn der Abstand größer ist, z.B. weil der Imker zwei Rähm­chen zu weit aus­ein­ander rückt, fangen die Bienen an in diesen Zwischen­raum auch Waben­werk, soge­nannten Wild­bau, zu bauen. Dies passiert z.B. auch dann, wenn der Imker gar keinen Waben­bau in Form von Rähm­chen, bestückt mit Mittel­wänden vor­gibt (Beispiel Heide­im­kerei [12] mit Stroh­körben) oder wenn ein Bienen­volk auf­grund seiner Volks­stärke anfängt, in den hohen Unter­boden der Magazin-­Beute zu bauen. Die Waben dieses Wild­baus haben dann auch diesen natür­lichen Mitten­ab­stand von 35 mm.
Ein weiterer Begriff ist der soge­nannte bee space (Bienen­ab­stand) mit 8 mm. In der Defini­tion handelt es sich hierbei nur um den freien Abstand zwischen Rähmchen (Wabe) und Kasten­wand oder zwei über­ein­ander ange­ord­neten Rähmchen. Dieser Abstand wurde von Lorenzo L. Langstroth [12], dem Erfinder der berühm­ten Langstroth-Beute im Jahre 1851 ent­deckt. Dieses Maß ent­spricht aber auch der Waben­gasse (s. oben).

 

 

Wachs    Wachsdrüsen

siehe bei Bienen­wachs.

 

 

Wachsmotte

Parasit aus der Familie der Schmetter­linge, der den Waben­bau zer­stören kann – siehe bei Wiki­pedia [12].

 

 

Waldbegehung

Ein Waldspaziergang zur Ermitt­lung der Popul­ation von imker­lich inter­essanten Honig­tauer­zeu­gern (Laus­arten), haupt­säch­lich an der Fichte und der Weiss­tanne – siehe im Bilder­album Waldbe­gehung am 21.5.2006.

 

 

Waldhonig

Waldhonig oder sogar Tannenhonig sind beson­dere Honigs­orten, die nicht aus dem Nektar von Blüten­­pflanzen, sondern aus Honig­tau [12] von Nadel­bäumen ent­stehen. Wei­teres ist hier, bei den FAQs erklärt.

 

 

Wanderbock

Der Wanderbock ist ein Gestell, dass im wesent­lichen aus zwei Quer­hölzern (Balken) be­steht. Diese werden grob waag­recht (evtl. mit der Wasser­waage) aus­ge­rich­tet, z.B. durch das Unter­legen von Steinen, Lättchen etc. Schließ­lich werden dann die Bienen­völker (Beuten) auf den Wander­bock ge­stellt.
Bei einem anderen Imker habe ich auch schon einmal eine quer­ge­legte Alu­leiter mit unter­ge­legten Plastik-­Getränke-­Kisten gesehen. Wir Imker sind halt erfin­dungs­reich …

 

 

Wandern    Gitterboden

Bienen werden zu einen anderen Ort in eine Tracht ver­bracht. Dies wird als Wandern be­zeich­net. Hierzu muss zu einer Zeit, in der auch die Flug­bienen „zu hause“ sind, die Beute ver­schlossen (Flugloch schießen) werden. Dies ist nachts, spät abends nach Sonnen­unter- oder früh morgens, vor Sonnen­­auf­gang der Fall. Trans­por­tiert werden die so ein­­ge­sperrten Völker mög­lichst zu einer kühlen Tages­zeit (früh mor­gens). Zudem muss eine Belüf­tungs­mög­lichkeit vor­handen sein, da sonst die Gefahr zum „Ver­brau­sen“ besteht. Für die Wander­ung geeig­nete Beuten haben hierzu einen Gitter­boden (Insek­ten­gitter).

 

 

Wanderwart

Der Wanderwart ist ein ortsan­sässiger Imker­kollege, der dafür sorgt, das beim Wandern alles ordent­lich zugeht. Naheres s. auch BSV.
Im wesentlichen geht es hier auch darum, dass orts­­­an­­sässige Imker eines Wan­der­ge­bietes nicht durch die fremden Kollegen, die mit ihren Völ­kern in das Gebiet wollen, benach­teiligt und dass zu massive Völker­zahlen im einem zu engen Umfeld ver­mieden werden.

 

 

Wanderzeugnis    Seuchenzeugnis

Amliches Dokument zur Bienen­ge­sund­heit, not­wen­dig zum Wan­dern – siehe bei BSV (Bienen­seu­­chen­sach­ver­ständiger).

 

 

Wasserholerin

Das Wasser holen ist eine der ge­fähr­lichs­ten Auf­gaben einer Sammlerin. Schon im zei­tigen Früh­jahr muss wegen dem stark anstei­genden Bedarf an Futter für die wieder ein­set­zende Brut-Auf­zucht zusätz­lich Wasser geholt werden, da das honig­ähn­liche Futter viel zu „dick­flüssig“ oder ggf. sogar kan­diert ist. So muss bei Wind und Wetter aus­ge­flogen werden und oft­mals kommen nur wenige Wasser­holer­innen wieder heim.
Auf der anderen Seite hat es die Natur so ein­ge­richtet, dass das Wasser­holen die Alters­tätig­keit bei den Bienen ist und damit nur wenige Bienen im Stock sterben.

 

 

(1) Weisel    (2) weisellos    (3) Weiselzelle    (4) weiselrichtig

(1) ist eine andere Bezeich­nung für die Bienen­königin
(2) ist ein Bienen­volk, das seine Königin ver­loren hat, oder der Imker hat sie z.B. ent­nommen
(3) ist eine spezielle sackartig, senk­recht an­ge­ord­nete Brut­zelle, in der eine Königin her­an­wächst – wei­teres siehe auch bei aus­laufen
(4) ist ein Bienen­volk das eine Königin hat

 

 

Werkzeug

In der Imkerei werden viele Ge­rät­schaf­ten und Werk­zeuge ver­wen­det. Man kann hier ent­spre­chend dem Ver­wen­dungs­zweck unter­schei­den:
1) zur Bearbeitung der Bienen­völker [Bild Stock­meissel++]  [Smoker]
2) zur Honigernte und Bearbeitung [Bild Ent­deckel­ungs­gabel++]  [Honig­schleuder]
3) zur Wachsgewinnung – Verar­beitung [Bild Dampf­wachs­schmelzer]
4) zum Wandern (Transport der Bienen­völker)
Eine detaillierte Aufstellung ist auch bei [12] zu finden.

 

 

Wespenprobleme

Einige Informationen zur jährlich herbst­li­chen Pro­ble­matik im Bilder­album Räuber, Sammler und Früchte.

 

 

Wildbau

Natürlicher, freier Wabenbau der Bienen – siehe bei Bienen­wachs.

 

 

Wildbienen

Gruppe von im Gegensatz zu den Honig­bienen ein­zeln (solitär) lebenden Bienen – siehe im Bilder­album Bienen- und andere Insek­ten­bilder.

 

 

Winterfutter    Abernten    Einfüttern    Abernten

Wir Imker „stehlen“ den Bienen den Honig, der eigent­lich als Vorrat für Not­zeiten und für den Winter zur Ver­fügung stehen sollte. In der Vege­tations­zeit belassen wir auch nach einer Honig­ernte immer genug Honig im Volk, damit auch eine Regen- oder Kälte­periode über­brückt werden kann. In ganz ex­tremen Situa­tionen (war z.B. bis Mitte Mai 2005 der Fall) wird Blüten- oder Raps­honig zu­ge­füttert.
Anders ist die Situation im Herbst eines Jahres: Die Völker werden nor­maler­weise Mitte bis Ende August abge­erntet und als Ersatz für den nun fehlenden Winter­vorrat wird direkt anschlie­ßend eine gesät­tigte Zucker­lösung, ein Gemisch aus zwei Teilen Wasser und drei Teilen Zucker, soge­nanntes „Zucker­wasser“ ge­füttert. Die Bienen verar­beiten diesen künst­lichen Nektar genau so wie den natür­lichen zu einem honig­ähn­lichen Vorrat, dem soge­nannten Winter­futter. Wichtig ist, dass diese Futter­gabe noch bei mög­lichst warmen Tagest­empera­turen erfolgt, da diese zur Fer­men­tie­rung (Inver­tierung) der Zucker­lösung erfor­derlich ist. Somit ist auch keine (!) Fütte­rung im kalten Winter mehr mög­lich. Pro Volk werden ca. 15 bis 20 kg Zucker benötigt, da dieser Vorrat in etwa bis zur Kirsch­blüte des Folge­jahres reichen muss. Erst dann entsteht wieder ein Über­schuss an her­ein­kommenden Nektar. Der Futter- Ver­brauch eines Bienen­volkes beträgt ohne Brut­pflege etwa 400 g pro Monat und steigt im Früh­jahr auf das zehn­fache (!) durch die dann wieder ein­set­zende Anf­zucht von Brut an.
Bei der Auswinterung wird der Vorrat an Winter­futter kon­trol­liert. Gege­benen­falls wird hierbei zwi­schen den ein­zelnen Völkern ausge­glichen. Falls ein Über­schuss vor­handen ist, werden diese „Futter­waben“ ent­nommen und für die später im Jahr statt­fin­dende Fütte­rung der Jung­völker auf­gehoben.
Das winter­futter hat sogar gegen­über dem Honig den Vorteil, dass es weniger „Ballasts­toffe“ ent­hält. Dies gilt ins­be­sondere für die dunklen Honigtau-­Honige. Die Bienen können beim Überwintern auf dunklem Honig das Problem bekommen, dass sie witte­rungs­bedingt über Monate nicht aus­fliegen und abkoten können – siehe Reini­flug. Dies kann dann aus Not zum Koten im Bienen­stock und dem an­schlie­ßenden Putzen (durch andere, noch gesunde Bienen) zur Ver­brei­tung von Krank­heits­keimen führen (Nosema, Ruhr). Letzt­end­lich sind solche Völker dann bei der Aus­winte­rung sehr schwach, oder gehen sogar im zei­tigen Früh­jahr ein.

 

 

Zarge

Eine Zarge ist genau eine Etage (ein Magazin) einer Beute. Siehe auch „Beute“ und „Magazin“.
Ein Bienen­volk benötigt auf Grund der Dynamik in der Volks­stärke im Jahres­lauf nachvein­ander 2, 1, 2, 3 (oder gar 4) und schließ­lich wieder 2 Zargen. Ab der Nutzung der dritten Zarge ist über der zweiten ein Absper­rgitter ein­gelegt, so dass im oberen Bereich (Honig­raum) nicht gebrütet, sondern nur Honig ein­ge­lagert werden kann.

 

 

Zelle

Als Zelle wird die kleinste Einheit einer Wabe aus Bienen­wachs be­zeichnet, typisch mit ihrer sechs­eckigen Form. In diesen Zellen wird ent­weder die Bienen­brut (s. Brutnest) heran­gezogen, oder es werden auch Vorräte ein­ge­lagert. Dies ist vor allem der Honig (s. Honig­raum), aber auch in kleineren Mengen der Blüten­pollen. Ferner dienen die leeren, luft­ge­füllten Zellen der Randvwaben im Winter zur Wärme­iso­lation.
Wenn Imker von einer Zelle sprechen, meinen sie aber auch häufig eine Weisel­zelle, die Wiege einer neuen Königin. Solche sackartig, senkrecht herunter hängenden Gebilde treten beim Schwarm­trieb [12], der Nach­schaf­fung und bei der Ver­meh­rung der Bienen­völker durch Ablegerbil­dung und Königinnenzucht auf. Weiteres siehe auch bei den Begriffen Umlarven [A], Näpfchen [A] und Auslaufen.

 

 

Zementhonig    Melezitosehonig

Zementhonig, auch Melezitose­honig genannt, ist ein Wald­honig, der aufgrund der darin ent­hal­tenen erhöhten Konzen­tration des Drei­fach­zuckers Mele­zitose nur sehr schwer zu ernten ist. Als Haupt­ver­ur­sacher gilt die Große Schwarze Fichten­rinden­laus [41]. Der Zement­honig tritt nie bei frühen Wald­trachten, sondern erst ab etwa dem 1. Juli auf. Ver­dachts­momente sind starke Waag­stockzu­nahmen selbst bei relativ kühlem und regne­rischem Wetter.
Mehr siehe bei Mele­zitose.

 

 

Zittertanz

Tritt in Zusammenhang mit den Tracht­tänzen auf – siehe bei Tracht­tanz.

 

 

Zuchtrahmen

Rähmchen zur Aufnahme von mehreren künst­lich erzeug­ten Köni­ginnen­zellen bei der Köni­ginnen­zucht – siehe im Bilder­album Tage­buch Mai 2006.

 

 

zusetzen

Meist wird eine junge Bienen­königin oder eine schlupf­reife Köni­ginnen­zelle einem weisel­losen Volk zuge­setzt – siehe bei Ver­ei­nigen.

 

© Imkerei Mikley, Cottenweiler