9. Juni: Bei einer chronologischen Einteilung dieser Bilderalben wiederholen sich im Laufe der Zeit die Themen. Deshalb wurde dieses Jahr auch nicht wieder von unseren
Wanderungen
in den
Raps [A]
und in die
Akazie [A]
berichtet. Was aber neu ist, ist der dieses Jahr auf unserer Terrasse unter der weinberankten Pergola installierte
Schaukasten.
Der Grund für das Aufstellen war ein bereits erfolgter Besuch einiger junger Familien (Honigkunden), bei dem gefahrlos einiges über die Bienen gezeigt werden sollte. Dadurch, dass der
Bereich unter der Pergola im Schatten liegt, erfolgt der An- und Abflug der Bienen ausschließlich in's Helle (Nordosten), auf dem Bild nach rechts, am Stützpfosten vorbei.
Wir hatten vor einigen
Jahren auch schon mal für eine Saison in diesem Bereich Mitbewohner, ein Nest der
Kleinen Hornisse [12]
(Dolichovespula media). Dieses hatten sie an dem oberen Querbalken der Pergola,
über dem rautenförmigen Rankgerüst befestigt und sind auch völlig störungsfrei ins Helle abgeflogen. Diese Wespenart interessiert sich übrigens wie die anderen im Hellen brütenden Wespenarten
überhaupt nicht für süße Kuchenstückchen und wird deshalb im Herbst auch nicht lästig, im Gegensatz zur Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe, die beide in Höhlen brüten (Dunkelhöhlenbrüter).
Bienensterben im Rheintal 2008
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Im April/Mai 2008 ereignete sich im Rheintal direkt nach der Aussaat von Mais ein massives Bienensterben,
das durch das Pflanzenschutzmittel und für Insekten hochgefährliche Nervengift
Clothianidin [12]
verursacht wurde. Betroffen waren nach der offiziellen Erhebung für die Landesregierung Baden-Württemberg etwa 11.500 Bienenvölker und sehr wahrscheinlich
auch viele anderen Insekten. Die "Todeszone" erstreckte sich etwa 200 km entlang der Rheinschiene zwischen
Lörrach und Rastatt. Das Saatgut wurde entsprechend einer amtlichen Empfehlung (teilweise sogar Verordnung) mit dem seit 2004 in Deutschland zugelassenen
Mittel "Poncho pro", das diesen Wirkstoff enthält, gegen den neu im Süden auftretenden
Westlichen Maiswurzelbohrer [12]
gebeizt. Beim Aussaatvorgang mit pneumatischen Geräten traten mit dem Wirkstoff belastete Abgase und Stäube auf,
die sich dann weitläufig in der Umgebung auf Blütenpflanzen
(u.a. Obstblüte, Löwenzahn, Rapsfelder) niederschlugen. Dort kamen dann Honigbienen beim Sammeln von
Nektar [12]
und
Pollen
damit in Kontakt, bzw. brachten dieses belastete Material heim in den
Bienenstock.
Nachdem eindeutige
Untersuchungsergebnisse [39]
durch das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig vorlagen, nahm das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
acht Saatgutbehandlungsmittel mit sofortiger Wirkung vom Markt. Hierzu gehört auch das von Bayer CropScience hergestellte Mittel "Poncho" mit dem Wirkstoff
Clothianidin. Nur wenige Wochen später wurden die Mittel wieder "termingerecht", für Herbstaussaaten zugelassen.
Referenzen und weitere Infos:
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Chronologie der Ereignisse in Mailtexten von Ekkehard Hülsmann, Vorstand des Landesverbands Badischer Imker e.V.:
5. Mai,
9. Mai,
10. Mai,
11. Mai,
12. Mai,
16. Mai,
17. Mai,
Übersicht / Sitemap
-
Wochenzeitung Die Zeit, Ausgabe vom 21. Mai 2008, Seite 37:
Das tödliche Geheimnis der rosa Wolken
-
Rückblick 19.02.2004:
Bayer und BASF wegen Bienensterben in Frankreich angeklagt
-
Offener Brief von Manfred Hederer am 6.7.2006 an das Bundesamt für Verbraucherschutz:
Neuer insektizider Wirkstoff "Clothianidin" (PDF-Datei 310 kB)
-
Rückblick 22.12.2006, Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund:
"Verraten und Verkauft" - Das deutsche Bienenmonitoring
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28.5.2008, Lesermeinungen zum Bienensterben aus der Badischen Zeitung (BZ) bei freiburg-schwarzwald.de:
Themen:
Agrar-Monokulturen, Maisanbau ohne Fruchtfolge, etc.
-
10.6.2008, Informationsdienst Wissenschaft [39]:
Analysen des Julius Kühn-Instituts zu Bienenschäden durch Clothianidin
-
25.6.2008:
Bundesamt setzt Zulassungen für Pflanzenschutzmittel zur Behandlung von Rapssaatgut wieder in Kraft
-
19.7.2008, Online-Tageszeitung "Junge Welt":
Hunderte Bienenzüchter protestieren vor Bundesamt gegen Wiederzulassung
-
13.8.2008, Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V.:
Pestizide und Bienensterben -
Informationen zur Strafanzeige der Coordination gegen BAYER-Gefahren gegen den BAYER-Vorstand
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20.2.2009, Bebildertes Dokument:
Brutschäden durch Neonicotinoide [ext. Link] (PDF-Datei 6,4 MByte)
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Zu Imkerprotesten, weiteren Infos und Bildmaterial bei
www.imkerdemo.de
Siehe auch bei
Vergiftungen
und
Colony Collapse Disorder (CCD).
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