© Imkerei Mikley - Album: 070609
Tagebuch Juni 2007
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Hier mitten im Wald Beuten mit einem relativ kleinen Volumen (nur zwei Zargen Deutsch-Normalmaß). Dies lässt auf eine Betriebsweise schließen, bei der den Völkern die Königinnen entnommen wurden. Später, nach der Tracht, wird dann zurück vereinigt.
Vorteile:
1. Optimaler Honigertrag, da keine neue Brut mehr aufgezogen wird.
2. Es ist keine Schwarmbildung [A] mehr möglich und so müssen auch keine regelmäßigen Kontrollen stattfinden - die Völker können über die ganze Trachtzeit (3 bis 4 Wochen) in Ruhe gelassen werden.
3. Es wird kein Absperrgitter benötigt.
Nachteile:
1. Extra Arbeitsaufwand beim Trennen und wieder Vereinigen vor der nächsten Tracht, z.B. Wald- oder Tannentracht.
2. Ggf. nach dem Zurückvereinigen Probleme mit einer jungen, in der Tracht nachgeschafften Königin, die nicht, oder nur schlecht begattet wurde.

CCD
Colony Collapse Disorder
Bienensterben
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CCD ist die Abkürzung für den englischen Begriff Colony Collapse Disorder, übersetzt etwa "Völkerkollaps". Im Deutschen hat sich hierfür der Begriff Bienensterben etabliert. Es handelt sich um ein erst seit wenigen Jahren auftretendes Phänomen, das sich hauptsächlich dadurch äußert, dass sich Bienenvölker kahl fliegen, d.h. es verschwinden alle Flugbienen. In der Folge stirbt dann auch das Volk.
Als Ursache wird am häufigsten das Zusammenspiel mehrer Faktoren angenommen, wobei fast immer die Varroamilbe beteiligt sein soll. Hieraus ergibt sich dann die Formel "Varroa + x". Vermutungen für diesen weiteren unbekannten Faktor x sind:

  • Virus-Infektionen [ext. Link], eventuell auch der in einem Bericht [ext. Link] der Fachzeitschrift "Science" erwähnte und 2004 erstmals identifizierte Israeli-Acute-Paralysis-Virus (IAPV).
  • Pestizide, u.a. in Saatgut-Beizmitteln verwendete, für Insekten hoch gefährliche systemisch wirkende Nervengifte aus der sogenannten Gruppe der Neonicotinoide.
  • der neu entdeckte Erreger Nosema ceranae [12]. Hier ist allerdings etwas Skepsis angebracht. Die Forschungen und Veröffentlichungen zu diesem pilzähnlichen einzelligen Parasit wurden anscheinend - zum großen Teil oder fast ausschließlich? - durch Fördergelder der Agrarchemiefirmen ermöglicht.
  • allgemeine Schwäche oder auch Immunschwäche der Bienenvölker
  • Auswirkungen der Gentechnik im Pflanzenbau
  • unzureichende Nektar- und / oder Pollenversorgung durch Monokulturen und intensive Landwirtschaft
  • industrielle, nicht mehr artgerechte Haltung der Bienenvölker nur noch als Bestäuber, speziell in Nordamerika

Ein interessanter Presseartikel "Die Biene, das Geld und der Tod" aus Die Zeit, Ausgabe Nr. 22 vom 24. Mai 2007, Seiten 39 und 40 beschreibt diesen ganzen Problemkreis, nachdem das teilweise dramatisierende Presseecho im Frühjahr 2007 mit entsprechendem Weltuntergangsszenario schon weitgehend abgeklungen war.

Vor allem von den Bieneninstituten wurde bisher davon ausgegangen, dass das immer wieder auftretende Bienensterben, zumindest hier in Mitteleuropa, mit auf die Varroamilbe zurückzuführen ist - wie hoch der Befallsgrad war und wie früh und erfolgreich im Herbst dagegen behandelt wurde - siehe Spätsommerpflege [A] und auch "Populationsentwicklung und die daraus resultierende Gefahr".

Inzwischen ist bekannt, dass zur Beizung von Mais-Saatgut verwendete Insektizide, sogar ohne die Beteiligung anderer Faktoren, wie z.B. die Varroamilbe, die Ursache des Auftretens von Bienensterben sein können. Siehe hierzu Bienensterben im Rheintal April/Mai 2008.

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